Was ist bei geschlossenen Fonds zu beachten?

Der geschlossene Fonds ist eine unternehmerische Beteiligungen und deshalb sollten sich Anleger über die Chancen und Risiken im Klaren sein, die mit dieser Anlageform verbunden sind.

Gute geschlossene Fonds mit einem tragfähigen Konzept können nicht nur eine interessante Diversifikation für das Anlageportfolio darstellen, sondern auch im Vergleich zu anderen Anlagen überdurchschnittliche Renditen erzielen.

Durch die regelmäßige Ausschüttung erhält der Anleger gegebenenfalls ein Zusatzeinkommen, das beispielsweise im Rahmen der privaten Altersvorsorge genutzt werden kann.

Allerdings sollte man bedenken, dass die Ausschüttung eines geschlossenen Fonds zunächst einmal nur ein Verteilen von Liquidität darstellt und nicht mit einem Gewinn oder einer Rendite zu verwechseln ist. Daher ist es wichtig, immer auch die Wirtschaftlichkeit der eigentlichen Investition im Blick zu behalten.

Umfassend informieren

Im Vorfeld einer Beteiligung an einem geschlossenen Fonds sind der Anlageprospekt und die Leistungsbilanz des Initiators die wichtigsten Informationsmöglichkeiten, die ein Anleger unbedingt nutzen sollte.

Die Leistungsbilanz enthält Informationen darüber, wie sich andere Fonds entwickelt haben, die der betreffende Initiator früher bereits aufgelegt hat.

Anhand von Soll-Ist-Vergleichen wird dargestellt, ob diese Fonds die seinerzeit im Anlageprospekt prognostizierten Ergebnisse erreicht haben oder nicht. Dabei sind kleinere Abweichungen nach oben oder unten durchaus normal. Wichtig ist aber das Gesamtbild.

Hat ein Initiator eine dreistellige Zahl von Fonds aufgelegt, von denen sich einige wenige nicht prospektgemäß entwickeln, so spricht dies nicht grundsätzlich gegen seine Kompetenz. Stellen die Fonds mit negativen Abweichungen jedoch die Mehrheit dar, so ist Vorsicht geboten.

Geschäftsbericht der Fondsgesllschaft beobachten

Während der Fondslaufzeit sollte man dem jährlichen Geschäftsbericht der Fondsgesellschaft ebenfalls die notwendige Aufmerksamkeit schenken, um über die Entwicklung der Fondsbeteiligung auf dem Laufenden zu bleiben und gegebenenfalls in der Gesellschafterversammlung darauf Einfluss nehmen zu können.

Wie erfolgreich sich ein geschlossener Fonds entwickelt hat, lässt sich abschließend erst nach seiner Auflösung beurteilen. Insofern kann es sinnvoll sein, die laufende Ausschüttung eher konservativ zu bemessen, um die Nachhaltigkeit des Investments über die gesamte Laufzeit nicht zu gefährden.

Grundsätzlich sollte man beachten, dass geschlossene Fonds eher langfristige Anlagen sind. Laufzeiten von mehr als zehn, teilweise auch mehr als zwanzig Jahren sind durchaus üblich.

Der geschlossene Fonds sollte auch daruf hin überprüft werden, ob eventuell eine Platzierungsgarantie gegeben wird, wie die Mittelverwendungskontrolle gewährleistet ist und welche Mitspracherechte die Anleger in der Gesellschafterversammlung haben.

Allerdings ist beispielsweise eine Platzierungsgarantie nur soviel wert, wie der Garantiegeber im Ernstfall auch wirtschaftlich leistungsfähig wäre. Eine GmbH mit 25.000 Euro Stammkapital wäre als Garant für einen Betrag in Millionenhöhe wenig glaubwürdig.

Steuerliche Vorteile

Last but not least sollte man auch das steuerliche Konzept eines geschlossenen Fonds eingehend prüfen.

Auch wenn "Steuern sparen" heute kein Beteiligungsmotiv mehr ist, können geschlossene Fonds steuerlich attraktiv sein, etwa durch die so genannte Tonnagebesteuerung bei Schiffsfonds oder durch Freibeträge und niedrige Steuersätze im Ausland, die den Anlegern entsprechender Auslandsimmobilienfonds zugute kommen können.

Die steuerliche Attraktivität beruht in diesen Fällen jedoch nicht wie früher auf Verlustzuweisungen, sondern vielmehr auf einer höheren Nachsteuerrendite im Vergleich zu anderen Anlagen.

 

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