30.12.2010

Interview mit Christoph Lammersdorf: Börse Stuttgart - Vielfalt für Privatanleger

Interview mit Christoph Lammersdorf: Börse Stuttgart - Vielfalt für Privatanleger

Broker-Test.de im Interview mit Christoph Lammersdorf, Vorstandsvorsitzender der Börse Stuttgart, über Handelsplattformen für Derivate, ausländische Aktien und Anleihen, neue Ordertypen sowie ein vielfältiges Angebot für Privatanleger.

Viele unserer Leser verbinden mit der Börse Stuttgart das Marktsegment Euwax. Welche Produkte stehen Anlegern an der Börse Stuttgart darüber hinaus zur Verfügung?

Christoph Lammersdorf: "Die Börse Stuttgart bietet eine Notierung im regulierten Markt oder im Freiverkehr der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse an. Werden bestimmte Voraussetzungen erfüllt, ist darüber hinaus eine Handelsaufnahme der jeweiligen Wertpapierarten in verschiedene Segmente möglich. Dazu gehören neben dem Segment EUWAX als Handelsplattform für verbriefte Derivate, Bondx für festverzinsliche Wertpapiere, 4-X für den Handel mit ausländischen Aktien, Ifx für aktive Fonds, ETF Bestx für passive Fonds (ETFs) und Bondm für den Handel mit Unternehmensanleihen mittelständischer Unternehmen."

Seit kurzem gibt es an der Börse Stuttgart drei neue Ordertypen. Welche sind das und wie funktionieren diese?

Christoph Lammersdorf: "Mit der "Trailing Stop", "One Cancels Other" und "Stop Limit" Order bietet die Börse Stuttgart drei neue Ordertypen, die dem Bedarf der Investoren besser gerecht werden sollen. Viele Privatanleger haben oft nicht die Möglichkeit, fortlaufend die Entwicklung der Märkte zu beobachten. Mit unseren neuen Services erleichtern wir es ihnen erheblich, Risiken zu begrenzen und zudem Handelsstrategien professionell und automatisiert umzusetzen.

Beispielsweise können Anleger bei der Trailing Stop-Order das Limit automatisiert an den Verlauf des Wertpapierkurses anpassen. Steigt also der Kurs, wird der Stop-Kurs immer um einen zuvor vom Anleger definierten Abstand nachgezogen. Eine One Cancels Other Order besteht im Prinzip aus zwei Orders gleichzeitig, von denen bei Ausführung der einen die jeweils andere gelöscht wird. Bei Orderaufgabe wählt ein Anleger im Falle eines Verkaufs neben einem Stop Limit zur Absicherung seiner Position nach unten gleichzeitig ein oberes Verkaufslimit, um erzielte Gewinne automatisch zu realisieren.

Bei einer Stop Limit Order gibt der Anleger bei Ordererteilung neben einem Verkaufslimit zusätzlich ein über dem Verkaufslimit liegendes Stop Loss Limit an. Bei Erreichen des Stop Loss wird die Order in das Orderbuch mit dem gewählten Verkaufslimit eingestellt. Wird danach ein Preis ermittelt, der größer oder gleich dem Verkaufslimit ist, so erfolgt der Verkauf zu diesem Preis. Weitere Informationen zu unseren neuen Ordertypen erhalten Anleger auf einem eigens eingerichteten Webspecial auf unserer Internetseite."

Für welche Anlageinstrumente kann man die neuen Orderarten nutzen? Wie und wo kann man diese bei der Orderaufgabe eingeben?

Christoph Lammersdorf: "Die neuen Ordertypen lassen sich für alle an der Börse Stuttgart handelbaren Wertpapiere nutzen. Anleger wählen ganz einfach auf der Ordermaske ihrer Hausbank die Börse Stuttgart als Handelsplatz und können anschließend einen der drei neuen Ordertypen auswählen."

Über welche Broker lassen sich diese Ordertypen nutzen?

Christoph Lammersdorf: "Wir haben die Kooperation erst im Dezember um weitere Broker erweitert. Neben der ING-DiBa können Anleger die Ordertypen jetzt auch über flatex, ViTrade und sbroker nutzen. Selbstverständlich werden wir zukünftig noch mit weiteren Brokern zusammenarbeiten und unser Angebot somit weiter ausbauen."

Neben den verschiedenen Marktsegmenten bieten Sie auch viele Tools. Welches ist Ihr persönlicher Favorit, den Sie Privatanlegern empfehlen möchten?

Christoph Lammersdorf: "Unsere Internetseite www.boerse-stuttgart.de bietet Anlegern vielfältige Möglichkeiten, sich zu informieren. Mein Favorit ist der Produktfinder, denn damit kann der Nutzer aus der Vielzahl der Wertpapiere mittels verschiedener Suchfilter, die sich auf die Ausstattungsmerkmale der verschiedenen Wertpapiere beziehen, einfach und schnell das gewünschte Wertpapier finden.

Über eine Derivate-Matrix lassen sich komfortabel die Papiere einer bestimmten Kategorie wie beispielsweise Bonuszertifikate auf den TecDax aufrufen. Eine Vielzahl von Archiven und Charts gewährleistet dem Anleger eine hohe Nachvollziehbarkeit und schafft ein großes Maß an Transparenz. Beispielsweise lassen sich unter "Times and Sales" sämtliche Käufe und Verkäufe eines Wertpapiers am Stuttgarter Handelsplatz zurückverfolgen. Mittels eines Kursblatts und eines Referenzmarkt-Archivs kann der Anleger darüber hinaus die Kurshistorie und den Handel bei einem Wertpapier transparent nachvollziehen."



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