15.08.2016

Wieso jetzt eine LOW/LOW-Falle für Risikoabbau spricht

Pioneer Investments Fonds

Pioneer Investments : Der Konjunkturausblick erscheint nach dem Brexit unsicherer, weitere Rückschläge sind nicht auszuschließen. Das Brexit-Referendum fiel in eine ohnehin schon schwächere Konjunkturphase, die von hohen Schulden, niedriger Produktivität und einer ungünstigen demographischen Entwicklung geprägt war. Auf kürzere Sicht gehen wir davon aus, dass die Unterstützung der Zentralbanken eine wichtige Rolle dabei spielen wird, die Stabilität der globalen Finanzsysteme zu erhalten.

Mittelfristig erscheint jedoch das Konjunkturszenario uneinheitlicher, und vieles wird von der Entwicklung der politischen Debatte und den vor allem auf europäischer Ebene getroffenen Maßnahmen abhängen. Unser Basisszenario hat sich etwas eingetrübt und spiegelt unsere Erwartung wider, dass der Weltwirtschaft eine längere Phase geringen Wachstums und geringer Inflation, verbunden mit dem Risiko einer politischen Lähmung, bevorsteht.

Politischer Stillstand in der EU?
Diesem Szenario der „Low/Low-Falle” liegt die Annahme zugrun-de, dass die Europäische Union intakt bleibt, politischer Stillstand jedoch weitere Schritte hin zu einer stärker integrierten Union verhindern dürfte. Im globalen Vergleich wird sich die US-Wirtschaft voraussichtlich relativ gut entwickeln. Die Emerging Markets werden sich unserer Einschätzung nach als robuster erweisen als die Industrieländer, die höheren geopolitischen Risiken sowie dem Risiko einer unangemessenen Geldpolitik ausgesetzt sind. Zu diesem Basisszenario (60%) gibt es noch alternative Szenarien, die unserer Meinung nach ebenfalls eine höhere Eintrittswahrscheinlichkeit haben. Eines davon beinhaltet mögliche Schocks und ein Auseinanderbrechen der Eurozone und wäre das am meisten besorgniserregende Szenario hinsichtlich der negativen Auswirkungen für Wirtschaft und Investitionen.

Es würde eintreten, wenn der Brexit einen Dominoeffekt auf europäischer Ebene mit entsprechenden wirtschaftlichen Ansteckungs-effekten auslösen würde oder wenn China eine harte Landung erlebt. Im Szenario der „Low/Low-Falle“ würden wir es für sinnvoll halten, die Asset-Allokation auf eine effektive Diversifikation auszurichten, um mögliche Turbulenzen, die durch wachsende Risiken im globalen Szenario entstehen, zu beherrschen. Gold und der US-Dollar können unseres Erachtens gut zur Absicherung gegen diese Risiken eingesetzt werden.



Europäische Unternehmensanleihen, EM-Aktien und -Anleihen bevorzugt
Die Asset-Allokation überdenken und den Fokus auf Relative Value-Chancen und alternative Anlagen setzen. Da sich verschiedene Szenarien eröffnen und die Wahrscheinlichkeit möglicher negativer Entwicklungen steigt, ist es u.E. an der Zeit, die Asset-Allokation zu überdenken. Nichtdirektionale Strategien und eine zusätzliche Diversifikation über alternative Anlageklas-sen werden unserer Meinung nach zu strukturellen Elementen der Asset-Allokation werden.

AKTIEN: EM gegenüber IL bei Risikoabbau bevorzugt
Das Brexit-Votum hat die bestehenden Unsicherheiten noch verstärkt, sodass der weitere Verlauf der politischen Debatte auf europäischer Ebene noch ungewisser geworden ist. Aufgrund dessen haben wir in der Aktienallokation die Risiken zurückgeführt. Wir erwarten, dass die Volatilität bei europäischen Aktien zunehmen wird, wobei nach dem Sommer diverse Wahlen im Mittelpunkt stehen werden. Wir bevorzugen daher Aktien aus den Emerging Markets, insbesondere aus China und Indien, gegenüber Europa.

FIXED INCOME: Europäische Unternehmensanleihen dank EZB weiter im Fokus
In Europa erhalten unserer Einschätzung nach Unternehmensan-leihen weiterhin technische Unterstützung durch das Anleihenkaufprogramm der EZB, das seit Juni auch Unternehmensanleihen einschließt und bis März 2017 laufen soll.

Relative Value-Chancen an den Fixed Income-Märkten
Angesichts weiter gesunkener Renditen von Staatsanleihen soll-ten Anleger u.E. einen flexiblen Ansatz wählen und nach Relative Value-Chancen an den Fixed Income-Märkten Ausschau halten. Nachdem die wichtigsten europäischen Staatsanleihen negative Renditen ausweisen, könnte aus unserer Sicht die Renditedifferenz zwischen US Treasuries und deutschen Bundesanleihen Chancen bieten.

EM-Anleihen in anhaltender Phase niedriger Renditen bevorzugt
In dem beschriebenen Low/Low-Umfeld sind Anleihen aus den Emerging Markets unserer Meinung nach attraktiver geworden, da sie eine attraktive Zusatzrendite bieten. Wir halten einen selektiven Ansatz bei EM-Anleihen für angebracht, da die einzelnen Länder sich in unterschiedlichen Phasen ihres Entwicklungsprozesses befinden.

ALTERNATIVE ANLAGEN UND ABSICHERUNG
Wir sehen Gold und den US-Dollar (gegenüber dem Euro) weiterhin positiv, da sie von ihrem Status als sichere Häfen profitieren können.


Tipp der Redaktion:
Fidelity Fonds   Aussichten der Schwellenländer wieder etwas positiver

 


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