04.12.2017

Rheinmetall – deutscher Automobilzulieferer und Rüstungskonzern

LYNX BrokerDie Rheinmetall AG (ISIN: DE0007030009 – Symbol: RHM (IBIS) – Währung: Euro (EUR)) ist im Bereich der Automobilindustrie und der Verteidigungs- und Rüstungsindustrie tätig. Das bereits 1889 gegründete Unternehmen hat an 37 deutschen und 75 ausländischen Standorten in insgesamt 29 Ländern Mitarbeiter, zählt zu den Top-15-Automobilzulieferern in Deutschland und ist der größte deutsche Rüstungskonzern. Die Kunden befinden sich in mehr als 130 Ländern. Der Konzern hat seinen Sitz in Düsseldorf und wird von CEO Armin Papperger geleitet.

Unternehmensbereiche, Divisionen und Produkte

Die Rheinmetall AG ist ein dezentral organisierter Konzern mit den zwei Unternehmensbereichen Rheinmetall Automotive und Rheinmetall Defence.

Im Bereich Automotive zählen etwa die Marken Kolbenschmidt, Pierburg und Motorservice und deren Produkte zur weltweiten Spitze der Automobilzulieferer für Systeme und Module rund um den Motor.

Im Bereich Defence gilt Rheinmetall als führendes europäisches Systemhaus für Heerestechnik. Hier werden Produkte für die deutschen Streitkräfte, die NATO und für befreundete Staaten gefertigt.

Die zwei Unternehmensbereiche umfassen jeweils drei Divisionen. Automotive untergliedert sich in Mechatronics, Hardparts und Aftermarket.

Dieser Konzernzweig beschäftigt sich mit dem Thema Schadstoffreduzierung, produziert Aktuatoren, Magnetventile, Wasser-, Öl- und Vakuumpumpen, Kolben, Motorblöcke, Zylinderköpfe, Gleitlager und Buchsen, zusätzlich kümmert er sich auch noch um das globale Ersatzteilgeschäft.

Die drei Divisionen von Defence sind Weapon and Ammunition, Electronic Solutions und Vehicle Systems. Es werden in diesem Bereich Groß- und Mittelkaliberwaffen und Munition sowie Schutzsysteme, Antriebssysteme und Treibladungspulver hergestellt.

Zudem entwickelt Rheinmetall Defence Flugabwehr-, Soldaten-, Führungs-, Aufklärungs- und Feuerleitsysteme sowie Sensoren. Obendrein wird Technik zur Simulation für das Heer, die Luftwaffe, die Marine und für zivile Anwendungen angeboten.

Rheinmetall produziert außerdem logistische, taktische und gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge, ABC-Schutz- und Turmsysteme.
 

Details zur Aktie

Die Inhaber-Stückaktien der Rheinmetall AG gehören dem Handelssegment Prime Standard an. Sie können an allen deutschen Börsen und via Xetra gehandelt werden und sind in den MDAX und den EuroStoxx 600 einbezogen. Die erste Börsennotierung fand bereits am 14.11.1894 statt.

Gegenwärtig bewertet der Markt den Konzern mit 4,66 Mrd. EUR. Die Aktien kosteten in den letzten 52 Wochen 107,65 EUR im Hoch und 62,46 EUR im Tief. In den letzten fünf Jahren erzielten sie eine Performance von rund 208 % und sind damit im Vergleich zum MDAX, der im Vergleichszeitraum rund 134 % zulegte, ein Outperformer.
 

Aktuelle Analysen

Die Analysten von Berenberg, Citigroup, Commerzbank, Deutsche Bank, DZ Bank, Equinet, HSBC, Independent Research, Kepler Cheuvreux, NordLB, Oddo BHF, S&P Global, Warburg Research und UBS haben seit Jahresbeginn 2017 Studien zur Aktie gefertigt.

In diesen 14 Analysen beträgt das tiefste Kursziel 88,60 EUR (Citigroup vom 08.05.2017) und das höchste 122,00 EUR (Oddo BHF vom 22.11.2017). Das Durchschnittskursziel liegt bei 107,15 EUR. Die Aktie ging zum Zeitpunkt dieser Analyse mit einem Schlusskurs von 106,90 EUR aus dem Xetra-Handel.
 

Aktionärsstruktur

Die größten institutionellen Anteilseigner, die die Meldeschwelle von 3,00 % überschritten haben, sind gemäß den aktuellen Stimmrechtsmitteilungen The Capital Group Companies mit 5,12 %, BlackRock mit 3,29 % und Dimensional Fund Advisors mit 3,01 %.

Weitere Aktionäre knapp unter der Meldeschwelle sind der Staat Norwegen, Prudential, Deka Investment und Deutsche Asset Management.
 

Fundamentaldaten 2016

Bei der Rheinmetall AG bilanziert man jeweils zum 31.12. nach IFRS in Euro (EUR). Der Konzern wies in der letzten Bilanz einen Umsatz von 5,602 Mrd. EUR aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde mit 353,0 Mio. EUR und das Zinsergebnis mit einem Minus von 54,0 Mio. EUR ermittelt.

Daraus ergab sich ein EBT in Höhe von 299,0 Mio. EUR und ein Jahresüberschuss von 215,0 Mio. EUR. Der Gewinn je Aktie betrug 4,69 EUR und es wurde eine Dividende in Höhe von 1,45 EUR gezahlt. Dies ergab eine Ausschüttungssumme von 62,0 Mio. EUR.

Der Konzern wies liquide Mittel in Höhe von 616,0 Mio. EUR auf und ein wirtschaftliches Eigenkapital von 1,781 Mrd. EUR. Die Gesamtverbindlichkeiten wurden in Höhe von 4,343 Mrd. EUR festgestellt.

Insgesamt ergab sich daraus die Bilanzsumme in Höhe von 6,124 Mrd. EUR. Die Eigenkapitalquote lag bei 29,1 Prozent. Das Unternehmen wies im Geschäftsbericht eine Mitarbeiterzahl von 23.044 aus.


Bilanzprognosen für 2017 und 2018

Die Umsätze könnten 2017 bei 5,95 Mrd. EUR und 2018 bei 6,43 Mrd. EUR liegen. Das EBIT könnte 2017 389,80 Mio. EUR und 2018 453,65 Mio. EUR betragen. Der Gewinn je Aktie könnte sich den Prognosen nach 2017 bei 5,26 EUR und 2018 bei 6,64 EUR befinden.

Die Dividende könnte 2017 bei 1,65 EUR und 2018 bei 2,00 EUR liegen. Der Cashflow könnte sich 2017 auf 10,86 EUR und 2018 auf 12,23 EUR belaufen. Das Nettovermögen je Aktie könnte sich 2017 bei 43,04 EUR und 2018 bei 47,50 EUR einpendeln.

Für 2017 wird eine Nettoverschuldung in Höhe von 48,7 Mio. EUR erwartet und für 2018 ein Nettogeldbestand in Höhe von 138,6 Mio. EUR prognostiziert.
 

Starke Zahlen in den ersten drei Quartalen

Die Rheinmetall hatte am 07.11.2017 eine deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses veröffentlicht. In den ersten neun Monaten dieses Jahres belief sich der Konzernumsatz bereits auf 4,174 Mrd. EUR und das operative Ergebnis lag bei 231 Mio. EUR.

Rheinmetall wies in diesem Zeitraum für die Umsatzzahlen einen Auslandsanteil von 78 % aus. Alle Divisionen des Unternehmens legten zu und steigerten die Erträge.

Besonders hoch fiel die Ertragssteigerung im Bereich Defence aus. Das operative Ergebnis dieses Bereichs legte verglichen mit dem Vorjahr um 88 % zu. An den Prognosen hielt Rheinmetall fest.

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Technische Analyse: Rheinmetall (EUR)

Die Aktie von Rheinmetall konnte sich in den vergangenen fünf Jahren sehr gut entwickeln, wobei die Kernaufwärtsbewegung erst im Januar 2015 einsetzte.

Zuvor musste nach einem Anstieg aus dem Bereich von rund 40,00 Euro auf rund 57,50 Euro noch eine Abwärtsphase in Richtung 30,00 Euro verkraftet werden.

Danach ging es sehr sauber bis auf über 100,00 Euro, was einer Verdreifachung des Wertes entspricht. Dieser interessanten Aufwärtsbewegung konnte aus charttechnischer Sicht gut gefolgt werden, lediglich Mitte 2016 gab es eine etwas schärfere, aber kurze Gegenbewegung von rund 70,00 Euro auf 47,50 Euro.

Der Schlusskurs der Vorwoche lag im Bereich von 105,00 Euro, knapp unter den aktuellen Bewegungshochs von gut 107,50 Euro. Für die kommenden Handelswochen sollte die Aufwärtstendenz weiterhin Bestand haben, was gegebenenfalls zu weiteren Käufen führen könnte.

Kurse oberhalb der Unterstützung von 100,00 Euro könnten somit potenzielle Einstiegskurse darstellen. Auch ein eventuelles Absacken bis hinab zur Unterstützung von rund 90,00 Euro wäre für die Kaufseite nicht zwingend kontraproduktiv, dabei sollte jedoch ein etwas konservativeres Handelssetup genutzt werden.
 

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