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EUR/USD-Analyse: Chancen für den Euro in der Politik

Admiral Markets: Die seit Tagen schwache Gemeinschaftswährung pendelt vor sich hin und schafft es nicht über 1,1030. Abhilfe ist nicht in Sicht. Aus der News-Perspektive sieht der heutige Tag eher mager aus. Lediglich der Bericht über die Baugenehmigungen in den USA ist halbwegs interessant. Sollte die Vorhersage stimmen, dürfte dies allerdings den US-Dollar noch weiter stärken.

Die Chancen für den Euro könnten in den aktuellen politischen Ereignissen liegen. So finden diese Woche gleich zwei wichtige Treffen statt: der EU-Gipfel in Brüssel und der Ukraine-Gipfel in Berlin. Lösungsansätze in Sachen Flüchtlingspolitik sowie Ruhe im Russland-Ukraine-Konflikt würden den Märkten richtig guttun. Bleibt abzuwarten, ob die Politiker zu dieser Ruhe finden werden.

Nun kommen wir zu unserer Technischen Analyse:

Rückblick
Der EUR/USD bewegte sich am Mittwoch, zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, im Bereich 1,1030/1,1050. Er lag damit unter dem Niveau von einer Woche zuvor. Er versuchte zwar am Mittwochmorgen, sich über die 1,1050 zu schieben, scheiterte aber. Die Notierungen setzten zurück und der EUR/USD fiel unter die 1,1000. Er konnte sich bei 1,0985 stabilisieren und in kleineren Aufwärtsimpulsen wieder zurück an die 1,1050/55 laufen. Hier kam er erneut nicht weiter. Am Freitag setzte dann eine breite Schwäche ein. Der EUR/USD steuerte erneut die 1,1000 an, unterschritt diese Marke und ging auch darunter ins Wochenende. Zu Wochenbeginn kam es zu einer sehr zögerlichen Erholung. Der EUR/USD konnte sich bis Dienstagmittag auf 1,1025/30 erholen, fiel dann aber nochmals unter 1,1000.

Das Wochenhoch liegt deutlich unter der Marke des vorangehenden Betrachtungszeitraums. Der EUR/USD schwankte in einer sehr engen Box seitwärts. Es gab in diesem Jahr schon viele Handelstage, an dem die Range der letzten Woche an einem einzigen Handelstag gehandelt wurde. Das Tief lag unter der 1,1000, was tendenziell bearishen Charakter hat.
Unser Statement vor einer Woche war, dass der EUR/USD sich wieder in Richtung 1,1000 bewegen und damit die Aufwärtsambitionen erst einmal beiseitelegen könnte. Diese Einschätzung war richtig. Der EUR/USD konnte sich nicht nachhaltig über der 1,1050 festsetzen. Damit hat er unser Minimalziel nicht erreicht. Der Abwärtsdruck war nicht ausgeprägt, aber in den letzten Handelstagen latent vorhanden. Es kam zwar zu kleineren Erholungen, die aber keinen ausgeprägten Charakter hatten. Nach Unterschreiten der 1,0980/78 lief der EUR/USD exakt unsere Anlaufmarke bei 1,0968/64 an. Diese Marke wurde um einen Pip unterschritten. Das Setup hat damit gut gepasst.

Wochenhoch*: 1,1060 Vorwoche 1,1233
Wochentief*: 1,0963 Vorwoche 1,1050
Wochen-Range*: 97 Vorwoche 183 Pips

*Betrachtungszeitraum 11.10.2016 bis 18.10.2016
Wie könnte es weitergehen?

Euro-WS: 1,1032/60…..1,1102/60…..1,1212/90…… 1,1323/56/83/96….1,1323/67….1,1440
Euro-US: 1,0966/32/03……1,0885/55/12/04…..1,0744….1,0694/27…1,0550

Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden

Box-Bereich: 1,1524 bis 1,0564
Tagesschlusskurs-Marken: 1,1335 und 1,1097
Intraday-Marken: 1,1275 und 1,1111
Range: 1,2355 bis 1,0223

Euro-Chart
Der EUR/USD bewegt sich seit einigen Handelswochen in einer engen Box. Das Chartbild hat sich mit dem Unterschreiten der 1,1000 noch einmal eingetrübt. Das Währungspaar ist in den letzten fünf Handelstagen regelkonform aus seinem bearishen Dreieck herausgefallen. Damit ist es wahrscheinlich, dass sich weitere Kursverluste einstellen. Kurzfristige Entspannung böte erst ein Tagesschluss über 1,1055. Diese Marke kann in unseren Augen nur im Rahmen eines dynamischen Impulses erreicht und überschritten werden.
Dieser Impuls könnte am Donnerstag durch die EZB-PK ausgelöst werden. Wir erwarten nicht, dass es zu neuen geldpolitischen Maßnahmen kommt. Primär wird es darauf ankommen, ob die EZB das Aufkaufprogramm verlängert oder im Volumen erhöht. Da die jüngsten Daten zeigen, dass sich bei der Inflation etwas tut, wäre denkbar, dass alles beim Alten bleibt. Übergeordnet wird der Abgabedruck auf den EUR/USD anhalten. Zudem tagt die Fed im November und im Dezember. Die Anleger erwarten an einem der Termine eine Erhöhung der US-Zinsen.

Zum Markt in den kommenden fünf Handelstagen:
Der EUR/USD könnte zunächst versuchen, sich erneut über die 1,0980 und dann über die 1,1000 zu schieben. Gelingt dies, so könnte er die 1,1015/18 anlaufen. Denkbar ist, dass sich hier zunächst Rücksetzer einstellen. Schafft es der EUR/USD, die 1,1015/18 zu nehmen, so könnte er im Nachgang die 1,1022/25 und die 1,1033/36 anlaufen. Mit einem Überschreiten der 1,1036 wäre dann der Weg an die 1,1050/55 frei. Sollte der EUR/USD bis hierhin kommen, so könnten sich hier Rücksetzer einstellen. Mit einem Überschreiten der 1,1055 hätte der EUR/USD dann Potenzial bis 1,1067/70, 1,1085/88 oder 1,1092/95. Bei dynamischen Impulsen wäre es auch denkbar, dass die 1,1103/05, die 1,1115/20 und die 1,1128/33 erreicht werden.

Wenn sich der EUR/USD nicht über der 1,0980 halten kann und unter diese Marke rutscht, wäre die 1,0967/62 die erste relevante Anlaufmarke. Bereits hier könnten sich Erholungen einstellen. Gelingt dies aber nicht, so könnten weitere Abgaben bis 1,0950/48 oder 1,0944/42 folgen. Wird die 1,0942 aufgegeben, so wäre der Weg bis 1,0924/20 und dann bis 1,0908/05 frei. Mit einem Unterschreiten der 1,0905 wären die 1,0898/95 und die 1,0888/85 die nächsten Anlaufmarken. Sollte der EUR/USD bis 1,0885 zurücksetzen, so bestünde hier eine gute Chance auf Stabilisierung und Erholung.

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/abwärts
Die wichtigen Veröffentlichungen der nächsten sieben Tage:

20.10.2016 – EU: EZB-Zinsentscheid (Okt.)
20.10.2016 – USA: Veräußerung von Bestandseigenheimen (Sept.)
24.10.2016 – DE: Herstellungs-Einkaufsmanagerindex (Okt.)
25.10.2016 – DE: ifo-Geschäftsklimaindex (Okt.)
25.10.2016 – USA: CB-Verbrauchervertrauen (Okt.)

von Jens Chrzanowski

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