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Bank of England warnt vor Brexit-Folgen für Finanzbranche

Bankenverband: Die britische Notenbank hat die Europäische Union (EU) heute aufgefordert, den Verbleib von Derivaten und Versicherungsverträgen nach dem Brexit zu klären. Die EU müsse laut der Bank of England (BoE) sicherstellen, dass bereits bestehende, grenzüberschreitende Finanzverträge nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Staatengemeinschaft eingehalten werden können.

In einer rechtlich unsicheren Situation seien hohe Kosten für Banken und Unternehmen zu erwarten. Der BoE zufolge seien Verträge mit einem Gesamtwert von umgerechnet etwa 45,5 Billionen Euro betroffen.

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) äußerte sich heute besorgt angesichts des Brexit. Ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU ohne jede Nachfolgeregelung wäre ein „Desaster“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang in Berlin.

Neben negativen Konsequenzen für Arbeitnehmer würde der Außenhandel bei einem harten Brexit wahrscheinlich schon ab der Jahreswende und spätestens ab April immens beeinträchtigt. Ohne Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU kämen auf deutsche Unternehmen Zölle von mehr als 3 Milliarden Euro jährlich zu, wie aus heute veröffentlichten Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht.

Der Handel zwischen Großbritannien und der EU könnte laut der Studie um bis zu 50 Prozent einbrechen. „Dieses Horrorszenario sollte die Politik zum konstruktiven Handeln antreiben“, sagte IW-Wissenschaftler Markos Jung.