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EZB relativiert Draghis Inflationsaussagen

Bankenverband: Die Äußerungen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, sind an den Finanzmärkten offenbar fehlinterpretiert worden. Darauf hat am Dienstag EZB-Chefvolkswirt Peter Praet während eines Auftritts in London hingewiesen. Er sei nicht der Meinung, dass Draghis Äußerungen irgendetwas Neues enthalten hätten.

„Grundsätzlich sagen wir, der Preisdruck ist nach wie vor gedämpft, und es wird noch lange dauern, bis wir nahe zwei Prozent sind.“ Draghi hatte auf klare Indizien für einen weiteren Preisanstieg hingewiesen.

„Wir erwarten, dass die Inflation in den kommenden Monaten weiter steigt und die Verknappung des Arbeitsangebots zu steigenden Löhnen führt“, hatte er am Montag vor dem Europa-Parlament gesagt. Er erwarte einen „relativ heftigen Anstieg“ einzelner Inflationskomponenten.

So seien die Tariflöhne im vergangenen Jahr noch um 1,5 Prozent gestiegen – im ersten Quartal 2018 hingegen schon um 1,7 und im zweiten Quartal um 2,2 Prozent. Dies mache ihn optimistisch, dass der Aufwärtstrend weiter anhalte, da Tarifabschlüsse oft über zwei Jahre abgeschlossen würden.

Mit seinen Äußerungen hatte Draghi zunächst Spekulationen über eine baldige Straffung der Geldpolitik beflügelt. Praet korrigierte am Dienstag: Lohnsteigerungen würden sich erst innerhalb von Monaten auf die Inflation auswirken. So relativierte er die Aussagen seines Chefs.

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