Wie ein Broker den Brexit Sturm überstand

Banx Broker: Sie sahen es kommen! Broker-Dealer Interactive Brokers Group Inc. bereitete sich seit Februar auf das Brexit Referendum vor, allerdings rechnete das Unternehmen wie fast jeder noch bis Donnerstag Nachmittag damit, dass die Briten für einen Verbleib in der Europäischen Union stimmen würden.

Umfragen von Anfang dieser Woche zeigten, dass die Unterstützung für das “stay” Lager wuchs, auch als die Präsidentin der US-Notenbank Janet Yellen davor warnte, dass das Verlassen der EU durch das Vereinigte Königreich eine Gefahr darstelle.

Zum Glück für das Unternehmen und seine Kunden war Interactive Brokers auch auf dieses “unerwartete Szenario” vorbereitet, wie Steve Sanders, der Executive Vice President für Marketing und Product Development, erklärte.

Im Laufe der Nacht trudelten am Donnerstag in London die Wahlergebnisse aus allen Ecken des Britischen Reichs ein. Nach Interactive Broker Chief Operating Officer John Chait, der seinen Sitz in der Schweiz hat und am Freitag Morgen mit MarketWatch sprach, deutete der Markt daraufhin, dass ein “remain” das wahrscheinlichste Wahlergebnis sei. Der Vorsitzende der Independence Party Nigel Farage wäre nach Abschluss der letzten Umfragen fast abgetreten, als diese eine Führung von 52% zu 48% für das “remain” Lager zeigten. Mit der Rückkehr der Wahlergebnisse aus Sunderland allerdings deutete sich an, dass sich das Blatt gewendet hatte. Kurz nach Mitternacht Londoner Zeit zeigte der Markt eine deutliche Veränderung in der Entscheidung der Wähler an. “Das Volumen sprang in die Höhe und es kam zu dramatischen Preisbewegungen beim Britischen Pfund – das Pfund Sterling kollabierte,” sagte Chait.

Die Möglichkeit, dass das Vereinigte Königreich die EU verlässt, war plötzlich Realität geworden. Die Volatilität von Devisen, speziell die des Britischen Pfunds USDGBP, +8.7597%, waren dramatisch. Das Pfund fiel zeitweise um 11% auf $1.3229, seinem niedrigsten Stand seit 1985. Chait stellte fest, dass im Vergleich zur Schweizer Franken Krise vom 15. Januar 2015, als das Land den Mindestkurs seiner Währung pro Euro aufhob, die Marktvolumina zwar ausserordentlich hoch waren, allerdings nicht so chaotisch. “Es ist wichtig, dass der eigene Broker auf solche Events reagieren kann.” bemerkte Chait. “Wir waren auf das höhere Volumen vorbereitet und es stellte kein Problem für uns dar.” Interactive Brokers beobachtet die Märkte und Kunden Accounts in Echtzeit und passt sich sofort der Markt-Volatilität an. Wenn nötig unterbricht das Unternehmen den Handel und liquidiert Accounts wenn sich die Märkte wandeln.

Sanders erläuterte in einem Interview mit MarketWatch: “Man kann Berichte erstellen, jede Menge Daten ausspucken, aber es ist unmöglich alles zu betrachten. Wir haben uns auf die Ausnahmen fokussiert und haben uns um diese gekümmert sobald sie auftraten.” banx-schrift Interactive Brokers informierte seine Kunden vor der Erhöhung der Margen-Anforderungen über das Potential einer wesentlich erhöhten Volatilität um sicherzustellen, dass eine konservativere Risikoposition sowohl kommuniziert, als auch durchgeführt wird. “Wir begannen schon Anfang des Jahres damit, uns auf mögliche Szenarien des Referendums vorzubereiten,” sagte er.

Interactive Brokers konzentrierte sich Donnerstag Nachts auf das Grundlegende, mit einer Technologie, die den Accounts ein Handelslimit auferlegte und die Kunden und das Unternehmen so davor bewahrte zu tief abzurutschen — speziell beim Handel mit Futures und Optionen auf Devisen. Chait erklärte, dass Interactive Brokers im Februar damit begann die Margen auf Produkte mit niedrigerer Liquidität anzuheben, wie etwa auf manche Verträge von Zinsstrukturkurven und langfristige Optionen des FTSE Index. ‘Wir hatten mehr Zeit zu warten und konnten hochliquide Produkte wie den Forex und die Produkte und Trades, die die bedeutenden Indizes involvieren, beobachten.” bemerkte Chait. “Der Forex ist der dynamischste Markt der Welt, aber auch der transparenteste.” Interactive Brokers verlangt weiterhin eine Marge von 100% um seine lange Liste von Firmen, erstellt via Reverse Mergers, zu handeln, ein anderes Handelsszenario wird als riskant für die Kunden Accounts und das Unternehmen allgemein erachtet.

Während des Chinesischen Reverse Merger Booms (und Zusammenbruchs) im Jahr 2011 beobachtete das Unternehmen, dass einige Händler gewillt waren sich von Verlustgeschäften abzuwenden. “In so einem Fall sind Margen-Anforderungen wirklich das einzige Werkzeug, das man besitzt, um die Firma zu schützen,” offenbarte Sanders.

Geld, das in Accounts gehalten wird, und Echtzeit-Kontrollen der Handelsaktivitäten verhindern übermäßige Leverage und grosse Verluste in einem volatilen Handelsumfeld. “Wir schützen die Firma, um den Kunden zu schützen. Wir haben in der Vergangenheit skrupellose Akteure gesehen.” sagte Sanders.

Futures und Devisenhändler wurden durch das Versagen anderer Broker-Dealer hart getroffen, einschliesslich MF Global und PFG Best. Ob durch zu viel Risiko und nicht genug Liquidität zu Fall gebracht wie bei MF Global oder durch direkten Betrug wie im Falle von PFG Best, die Kunden dieser Firmen fanden ihre Accounts geblockt vor und mussten auf ihr Geld warten.

 

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