Bleierne Börse

Bernstein Bank: Lethargie am Frankfurter Aktienmarkt. Nur keine Aktivität in der Hitzewelle. Und auf keinen Fall unüberlegte Engagements vor dem kommenden G-20-Gipfel in Japan. Dort könnte es ja einen Durchbruch im Zollstreit geben. Oder aber den Ausbruch eines offenen Handelskrieges.

Zumal auch die Iran-Krise weiter schwelt.  Auch der ifo-Index bietet keine Kaufanreize.

 

Der DAX bröckelt
Rund ein halbes Prozent ging es für den DAX bis zum Montagmittag nach unten. Passend zu den internationalen Belastungsfaktoren hat sich auch der Ifo-Index in das jüngste Bären-Szenario an der Frankfurter Börse eingereiht. Der Geschäftsklimaindex ist im Juni auf 97,4 Punkte gesunken.

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich weiter abgekühlt“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Zudem hat Daimler zum dritten Mal in diesem Jahr seine Gewinnprognose gesenkt. Die Aktie präsentierte sich als größter Verlierer im Leitindex.

Schlechte Vorzeichen also für den heutigen Autogipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel.

 

 

 

Abwarten in Asien
Auch die Anleger in Asien wollten sich nicht voreilig mit Aktien eindecken. Denn Ende der Woche wollen sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping am Rande des Gipfels in Osaka treffen. Der Hang Seng hangelte sich 0,1 Prozent nach oben auf 28,513 Zähler. Der Nikkei schloss am Montag ebenfalls 0,1 Prozent im Plus bei 21.286 Stellen.

Washington ließ unterdessen noch einmal die Peitsche knallen: Nach Huawei haben die USA fünf weitere Unternehmen und Organisationen aus China auf die Schwarze Liste gesetzt. Damit werden die Fünf als Risiko für die nationale Sicherheit eingestuft.

 

Wall Street tritt auf der Stelle
Bestimmendes Thema auf dem Parkett war ansonsten der offenbar in letzter Minute abgeblasene Angriff der USA gegen den Iran. Laut der „New York Times“ hatte US-Präsident Donald Trump als Vergeltung für den Abschuss einer US-Drohne Militärschläge die Attacke aus der Luft und von der See gegen das Mullah-Regime zunächst genehmigt, dann aber doch noch gecancelt. Wir fragen uns, ob aufgeschoben auch aufgehoben ist.

 

Neue Sanktionen gegen Iran
Bleibt die Nachricht, dass die USA neue Sanktionen gegen den Iran planen. Was angesichts des trägen Marktes immerhin ein wenig Bewegung bei den Realtime-Kursen im Energiemarkt bringen dürfte. An diesem Montag würden „bedeutende zusätzliche Sanktionen“ verkündet, hatte Trump am Samstag auf Twitter geschrieben. Zugleich bot er Teheran an, die Strafmaßnahmen wieder außer Kraft zu setzen. Die Bedingung dafür sei, dass sich die Führung in Teheran dauerhaft dazu verpflichten müsse, keine Atombombe zu bauen.

 

 

Und weiter:
Auch die militärische Option sei „immer auf dem Tisch, bis wir das gelöst bekommen“. Unnötig zu erwähnen, dass Sie angesichts einer möglichen Eskalation regelmäßig Ihre Markt-Updates im Auge behalten müssen.

 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender ist zum Wochenstart nur dünn gefüllt. Um 14.30 Uhr steht der Chicago Fed National Activity Index für den Mai an.
Und um 15.45 Uhr könnte es für Anleihen-Trader interessant werden. Dann gibt die Europäische Zentralbank die wöchentliche Veränderung der Bestände der Eurosystem-Zentralbanken an Staatsanleihen, Covered Bonds, Unternehmensanleihen und ABS bekannt.

 

 

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