DAX steigt dank China – Peking signalisiert ein Einlenken

Bernstein Bank: Jetzt geht es den Bullen wieder gut: Die jüngsten versöhnlichen Signale aus Peking lassen die Kurse im weltweiten Handel steigen. Die harten Bandagen von Donald Trump zeigen offenbar Wirkung. Doch sicher ist im drohenden Handelskrieg nur eins: Die Volatilität ist am Anschlag.

 

Grüne Kurse in Frankfurt
Nach dem satten Plus vom Donnerstag greifen die Anleger auch am Freitag noch einmal verhalten zu. Der deutsche Leitindex hat zum Mittag rund ein Prozent zugelegt und notierte zuletzt an der Marke von 12.000 Zählern. Der DAX sitzt nun anscheinend wieder stabil auf der 200-Tage-Linie. Was war passiert? Ganz einfach: Die Chinesen wollen offenbar eine Eskalation im Zollstreit vermeiden.

 

Peking signalisiert ein Einlenken
Das chinesische Handelsministerium hatte am Donnerstag ein klein wenig die weiße Flagge gehisst. China werde nicht sofort auf die neuen Zollerhöhungen der Trump-Administration reagieren, die am 1. September in Kraft treten sollen, erklärte Ministeriumssprecher Gao Feng. Eine Eskalation im Handelsstreit nutze weder China noch den USA nutze.

Und weiter teilte er mit:
Beide Seiten seien gerade dabei, die Details neuer Handelsgespräche im September auszuarbeiten.

Zudem sagte US-Präsident Donald Trump ohne Details, am heutigen Tag stünden für die USA und China Gespräche zum Thema Handel auf der Agenda. Am 1. September treten neue US-Zölle auf chinesische Waren im Wert von 300 Milliarden Dollar in Kraft.

 

 

Wer spürt den Schmerz?
Rücken wir also einer Einigung näher? Vielleicht. Der Zollstreit belastet offenbar ganz gehörig die chinesische Mittelschicht. Der Beleg für diese These ist eine skurrile Fußnote: Mehrere Lobster-Fischer im US-Bundesstaat Maine berichteten von einem Einbruch der Hummer-Exporte nach China – mitunter ging die US-Ausfuhr ins Reich der Mitte um bis zu 80 Prozent zurück.

Allerdings sprangen die Kanadier in die Lücke, wenn sie diese auch nicht komplett füllten.

Und wichtiger:
Das Pentagon wird in Australien neue Angebotsquellen für seltene Erden erschließen. Damit schlagen die USA der Volksrepublik ein Druckmittel aus der Hand.

 

Vorfreude in Übersee
Werden wir also in Kürze eine Einigung sehen? Warten wir es ab. Die Hoffnung auf ein Ende des Konflikts schob die Kurse in Übersee an. Der CSI-300 legte zwar nur ein Plus von 0,3 Prozent auf rund 3.800 Zähler vor. Der Nikkei beendete den Handel am Freitag jedoch mit einem Gewinn von 1,2 Prozent bei 20.704 Punkten. Im August büßte der Leitindex in Japan 3,8 Prozent ein.

In den USA zog der Leitindex Dow Jones am Vorabend um 1,3 Prozent auf 26.362 Punkte an. Der breit gefasste S&P 500 kletterte ebenfalls um 1,3 Prozent auf 2.925 Stellen. Der Nasdaq 100 rückte sogar um 1,5 Prozent auf 7.702 Zähler vor.

Aber Vorsicht: Dow, S&P 500 und auch Nasdaq Composite sowie Nasdaq 100 haben nun Kurslücken gerissen, die geschlossen werden wollen.

 

 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender bringt einige interessante Events. Um 14.30 Uhr laufen zunächst die Daten zu persönlichen Einkommen und Konsum im Juli über die Ticker.
Etwas später wird um 15.45 Uhr der Einkaufsmanagerindex Chicago für August gemeldet.
Kurz darauf läuft um 16.00 Uhr das Verbrauchervertrauen für August von der Uni Michigan über die Ticker.

 

Disclaimer

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. 76% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Aktie im Fokus: Citigroup – Zahlen heben Aktie merklich an. Kaufsignal!

In den USA beginnt wieder die Berichtssaison und den Anfang machen wie gewohnt Bankenwerte. Die Citigroup hat den Anfang gemacht und wartet mit einem besseren Ergebnis auf, als zuvor von Analysten …

Aktie im Fokus: Adidas – Der Sportriese rennt wieder los!

Ein kurzer Blick auf den langfristigen Kursverlauf in der Adidas-Aktie legt einen intakten Aufwärtstrend offen, der Anfang August auf ein Rekordhoch von 296,50 Euro aufwärts geführt hatte.Nur wenig…

Aktie im Fokus: Wirecard – 22 % Kursabschlag nach FT-Vorwurf

Der Streit zwischen Wirecard und der „Financial Times“ (FT) geht in eine neue Runde. Die Zeitung soll jetzt Dokumente besitzen, die Zweifel an der Buchhaltungspraxis des Zahlungsabwicklers Wirecard…

Aktie im Fokus: ThyssenKrupp – Experten sehen 30 Prozent Kurspotential

Die Aktie des MDAX-Konzerns ThyssenKrupp notierte am 15. August 2019 auf einem letzten Verlaufstief von 9,25 Euro. Das Wertpapier stieg seitdem bis zum 13. September 2019 auf ein letztes Hoch von 1…

Giftstoffe im Bau: Vorsicht bei Modernisierungen

Verschiedene Baumaterialien, die heute als Giftstoffe bekannt sind, wurden jahrzehntelang bedenkenlos verbaut. Einige Stoffe gelten heute sogar als krebserregend. Bei der Modernisierung von Altbaut…

DAX: 12.500-Punkte-Marke im Visier

Die Zuversicht im US-chinesischen Handelskonflikt und ein Kurssprung bei der SAP-Aktie haben in der vergangenen Woche dem DAX auf Wochensicht ein Plus von 4,15 Prozent auf 12.511 Punkte beschert. D…

DAX ist “nah dran” am Jahreshoch – Börse feiert die “Nah-dran-Deals”

Die Börsen freuen sich über die „Nah-dran-Deals“. Handelsstreit, Brexit – beide Konflikte sind noch nicht gelöst, aber so nah dran an den Abkommen wie jetzt war man an beiden Fronten noch nie. Eine…

Wirtschaftskalender: Berichtssaison der Wall Street beginnt

1000 Uhr | Polen | VPI-Inflation (September) Die Ergebnisse der Parlamentswahlen hatten keinen großen Einfluss auf die PLN-Bewertung. Die Daten zum Preiswachstum könnten zu einer gewissen Volatilit…

Bulle und Bär streiten im EURCHF um die Vorherrschaft

Die FX-Paarung EURCHF bietet aktuell Potential für Bewegung in beide Richtungen.  Während sich das italienische Aktienbarometer an seinem Jahreshoch versucht, steht beim AUDJPY vor weiteren Kursans…