Der Absturz geht weiter

Bernstein Bank: Blutbad im weltweiten Handel: Die Kurse in New York und auch Frankfurt waren an einem tiefroten Mittwoch den Weg gen Süden eingebrochen. Am Donnerstag versucht der DAX zunächst eine Erholung. Doch die fällt nach kurzer Zeit in sich zusammen. Kein Wunder: Rezessionsängste und China belasten. Vielleicht bringt ein Strauß von wichtigen US-Daten am Nachmittag Entlastung.

 

Keine DAX-Erholung
Das war es dann wohl an der Frankfurter Börse: Der DAX hat am gestrigen Mittwoch mit dem Schluss bei 11.493 Punkten die 200-Tage-Linie durchbrochen, die zuletzt bei 11.648 Zählern verlief. Mit dem satten Minus von 2,2 Prozent wurden einige Optimisten aus dem Markt gefegt. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex erneut mit 0,6 Prozent im Minus bei 11.423 Zählern.

Greifen die starken Hände bald wieder zu?

Die Zeichen stehen dafür derzeit schlecht, doch unverhofft kommt oft.

 

Trump verknüpft Hongkong mit Zollstreit
In Asien verlief der Handel am Morgen gemischt. Der Nikkei-Index büßte 1,2 Prozent auf 20.405 Punkte ein. Hier drückte der starke Yen auf die Stimmung. Der chinesische CSI-300 zog dagegen um 0,3 Prozent an auf 3.694 Stellen. Und das, obwohl US-Präsident Donald Trump nun offiziell die Proteste in Hongkong mit dem Zollstreit verknüpfte.

 

 

Via Twitter teilte er mit, dass Peking erst mit einer Vereinbarung im Handelsstreit mit den USA rechnen könne, wenn das Problem mit Hongkong gelöst worden sei. Immerhin schlug Trump dem chinesischen Staatschef Xi Jinping zur Aussprache ein persönliches Treffen vor.

Noch sind also nicht alle Türen zugeknallt.

 

New York im Sinkflug
Am Abend zuvor hatte die Hoffnung auf eine Vereinbarung mit China nicht lange die Kurse in den USA gestützt. Die Leitindizes gaben sämtlich um rund 3 Prozent nach. So schloss der Dow-Jones-Index bei 25.479 Punkten, der S&P 500 verabschiedete sich bei 2.840 Zählern und der Nasdaq Composite ging bei knapp 7.774 Punkten aus dem Tag.

Die Volatilität zog im Drama der vergangenen Tage heftig an, übrigens auch beim Ölpreis. Wegen drohender Preissteigerungen vor dem Weihnachtsgeschäft hatte Washington zwar am Dienstag die Einführung schon angekündigter Strafzölle verschoben.

Doch dann tobte wieder die Rezessionsangst – erstmals seit dem Kollaps von Lehman Brothers zeigte sich am Anleihemarkt eine inverse Zinskurve.

 

Inverse Zinskurve – Flucht in US-Treasuries
Die Renditen von lang laufenden Bonds fielen kurzzeitig unter jene von kurzfristigen Anleihen. Und zwar erstmals seit 2007 wieder. Diese sogenannte „inverse Zinskurve“ ist ein seltenes Phänomen und ein Rezessionssignal. Das heißt, dass die Rendite zehnjähriger Papiere niedriger ist als jene der zweijährigen. Üblicherweise rentieren länger laufende Anleihen höher als kürzer laufende.

Denn das Risiko ist ja auf lange Sicht schwerer abschätzbar und muss somit höher vergütet werden. Immer mehr Anleger wollen also langfristig Geld parken, obwohl sie kaum Zinsen erhalten – und sie wollen auf kurze Sicht einfach nicht investieren.

 

 

So fiel gerade die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe erstmals unter zwei Prozent. Damit liegen nun sämtliche US-Papiere unter dem Leitzins der US-Notenbank. Übrigens ist auch Gold so teuer wie seit rund sechs Jahren nicht mehr.

Am Nachmittag wird es richtig spannend, wenn Sie CFD handeln oder online im Aktienhandel aktiv sind. Denn der Terminkalender ist prall gefüllt.

So steht um 14.30 Uhr die US-Produktivität ex Agrar im zweiten Quartal an. (1. Veröffentlichung)

Zeitgleich laufen die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ein.

Dito der Empire State Manufacturing Index August.

Ferner der US-Einzelhandelsumsatz Juli.

Und ebenfalls der Philly-Fed-Index August.

Danach meldet um 15.15 Uhr die Federal Reserve die Daten zu US-Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung im Juli.

Um 16.00 Uhr laufen schließlich die US-Lagerbestände im Juni über die Ticker.

Für CFD-Trader gibt es also am Nachmittag einiges zu tun.

 

 

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