Deutsche Aktien leicht im Minus

Bernstein Bank: Erst einmal Gewinne mitnehmen: Am Freitagvormittag haben sich die Anleger in Frankfurt erst einmal bedeckt gehalten. Nach dem Kurslauf vom Vortag warteten viele Broker auf neue Konjunkturdaten am Nachmittag. Zudem steht der kleine Verfall an der Eurex an. Das könnte den Online-Aktienhandel kräftig durchschütteln. Die Vorgaben aus New York waren ansonsten positiv. In China herrschte derweil wegen Huawei Skepsis.

Gewinnmitnahmen an der deutschen Börse
Der Vormittag ist kein gutes Zeitfenster für die Bullen im DAX. Nach der moderaten späten Rallye vom Donnerstag hielten sich die Anleger auch im frühen Freitagshandel zunächst zurück. Der DAX notierte zuletzt rund ein dreiviertel Prozent schwächer. Für das Plus am Vortag hatte die mögliche Verschiebung höherer US-Zölle auf europäische Autoimporte gesorgt.

Auffällig zeigte sich dennoch am Freitag die BMW-Aktie:
Sie notierte am DAX-Ende ex Dividende, allerdings belasteten auch die sinkende Umsatzrendite und eine milliardenschwere Rückstellung für angebliche Kartellverstöße den Kurs.

 

Für Volatilität im Gesamtmarkt ist zudem gesorgt:
Am Mittag steht der sogenannte kleine Verfall an der Derivatebörse Eurex an. Dann laufen unter anderem die Mai-Optionen auf den DAX und den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 aus. Große Adressen versuchen vor diesem Termin häufig, die Kurse in die gewünschte Richtung zu schieben.

Das hat mitunter überraschende, starke Ausschläge zur Folge. Behalten Sie also bitte unbedingt Ihre Handelsplattform im Auge.

 

Gemischte Tendenz in Asien
Asien präsentierte sich gemischt. Zwar legte der Nikkei in Tokio am Freitag um 0,9 Prozent auf 21.250 Punkte zu. In dieser Woche steht die Bilanz aber bei minus 0,4 Prozent. In Japan sorgte Sony mit einem Kurssprung von 10 Prozent für Aufsehen: Der Elektronik-Konzern meldete eine Kooperation mit Microsoft und außerdem einen Aktienrückkauf im Volumen von umgerechnet 1,6 Milliarden Euro.
In China hatten dagegen die Bären das Sagen.

Der CSI 300 rutschte um 2,5 Prozent auf 3.649 Zähler.

Der Grund:
US-Präsident Donald Trump hat den Zollstreit mit China angeheizt und den Nationalen Notstand in der Telekommunikation erklärt. Damit ist der Weg frei für Maßnahmen gegen den chinesischen Telekom-Konzern Huawei. Die Kommunisten in Peking reagierten zunächst verbal: China sei entschlossen, die nationalen Interessen zu schützen, hieß es in einem Leitartikel der „People’s Daily“.

 

 

Zuversicht in New York
Die Wall Street hatte am Donnerstag dank starker Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen zugelegt. Walmart und Cisco überzeugten. Dito das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Mai. Ferner war die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deutlicher gefallen als vermutet. Weiter zeigte sich der US-Wohnungsmarkt im April robust.

Ergo hatte der Leitindex Dow Jones am Donnerstag 0,8 Prozent fester geschlossen bei 25.862 Punkten. Der S&P 500 rückte 0,9 Prozent auf 2.876 Zähler vor. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg um 1,0 Prozent auf 7.580 Punkte.

Das bringt der Tag
Bleibt der Blick nach vorne: In den USA steht um16.00 Uhr das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan an. Zeitgleich sollen die Frühindikatoren für die amerikanische Wirtschaft über den Ticker laufen. Die Bernstein Bank wünscht Ihnen erfolgreiche Trades und ein erholsames Wochenende!

 

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