Deutsche Börse in Wartestellung – Der Rote Drache schwächelt

Bernstein Bank: Das war dann wohl nichts: Der DAX war gestern zögernd gestartet, hatte im Zuge des Brexit-Deals stark angezogen und war dann zurückgefallen. Immerhin bleibt vom Donnerstag ein neues Jahreshoch bei 12.814 Punkten. Zunehmende Zweifel über das neue Brexit-Abkommen bremsen nun den Markt.

Und die Aktionäre suchen nach klaren Vorgaben.

 

Frankfurt wartet ab
Kaum News bei großen Themen. Dazu noch der kleine Verfallstag für Aktienindex-Optionen, der für ein wenig Gezerre bei den Kursen sorgte. Der DAX pendelte zum Freitagmittag 0,1 Prozent fester bei 12.669 Zählern.

Für Skepsis sorgte die Entwicklung im Handel mit den USA:
Wie erwartet treten die angekündigten amerikanischen Strafzölle auf Importwaren aus Europa in Kraft – für Airbus-Jets, Wein, Whisky oder Käse.

 

Brexit-Abstimmung am Samstag
Beim britischen Pfund und auch beim FTSE 100 wird es nun erst wieder am und nach dem Weekend spannend. Das Abstimmungsergebnis im Unterhaus am morgigen Samstag ist völlig offen. Der britische Premierminister Boris Johnson muss für eine Mehrheit im Parlament kämpfen. Vor allem Labor und die nordirische DUP leisten Widerstand.

Sterling ist aktuell ein ideales Spielfeld, wenn Sie CFD handeln:
In den vergangenen zehn Tagen schwankte das Pfund zum Euro zwischen 1,1089 und 1,1631.

 

 

Der Rote Drache schwächelt
Derweil blickten die Anleger in Asien auf erstaunlich schwache Daten aus China. Wegen des Handelsstreits mit den USA und der mauen Inlandsnachfrage ist das Wirtschaftswachstum auf den niedrigsten Wert seit fast 30 Jahren gesunken. Das Bruttoinlandsprodukt in der Volksrepublik wuchs im dritten Quartal mit einer Jahresrate von nur noch 6,0 Prozent, verglichen mit 6,2 Prozent im Vorquartal und 6,4 Prozent im ersten Quartal.

Damit hat das Plus die Untergrenze des von der Regierung ausgegebenen Zielkorridors für das Gesamtjahr von 6,0 bis 6,5 Prozent erreicht.

Ein weiteres Problem ist die wachsende Verschuldung.

 

CSI-300 und Yuan unter Druck
Entsprechend setzte der CSI-300 um 1,4 Prozent zurück auf 3.872 Stellen. In Tokio verbuchte dagegen der Nikkei-225 ein Plus von 0,2 Prozent auf 22.493 Punkte.
Nach den China-Daten rutschte USDCNY leicht ab auf 7,0778. Noch im April war ein Dollar für nur 6,69 Yuan zu haben. Damit blieb die chinesische Währung weiter unter der Marke von 7,0, welche die USA als rote Linie im Handelsstreit gezogen haben – diese wurde im August erstmals in einer Dekade wieder gerissen. Washington bezichtigt Peking der Währungsmanipulation, sprich der künstlichen Senkung des Yuan um die stotternden Exporte anzuschieben. Offenbar sehen das reiche Chinesen und Investoren mit großen Yuan-Vermögen genauso.

Zuletzt ist eine regelrechte Kapitalflucht aus China durch die Hintertür angelaufen, also über inoffizielle Kanäle, wie das „Wall Street Journal“ jüngst berichtete.

Wie das geht?

Denken Sie neben dem Schmuggel von Dollar und Gold beispielsweise einmal an Auktionen von chinesischen Antiquitäten in New York, London oder Paris mit exorbitant hohen Preisen und Zuschlägen stets nur an chinesische Bieter.

 

Moderates Plus in New York
Angeschoben von eher positiv aufgenommenen Quartalszahlen hatten die Börsianer an der Wall Street am Vorabend verhalten zugegriffen. Der Dow Jones schloss 0,1 Prozent höher bei 27.025 Punkten. Der S&P 500 legte 0,3 Prozent auf 2.997 Zähler zu. Und der Nasdaq Composite kletterte sogar 0,4 Prozent auf 8.156 Stellen.

 

 

Erholung bei der Türkischen Lira
Die türkische Lira zog an. Nachdem sich Präsident Recep Tayyip Erdogan zunächst geweigert hatte, US-Vizepräsidenten Mike Pence zu treffen – nur Donald Trump sollte es sein – kam es dann doch zu dem Meeting. Und die USA zwangen die Türkei zu einer Waffenruhe in Nordsyrien. Binnen 120 Stunden solle sich die kurdische Miliz YPG aus der Region zurückziehen. Nach den fünf Tagen soll die türkische Offensive komplett beendet werden.

Die USA wollen ihre Sanktionen bei einer dauerhaften Waffenruhe in Nordsyrien wieder aufheben.

Die Türkei hätte ebenfalls ihr Ziel erreicht und eine Pufferzone eingerichtet.

 

Das bringt der Tag
An US-Quartalszahlen laufen zum Wochenende unter anderem Coca-Cola ein und American Express.

Um 16.00 Uhr wird der US-Index der Frühindikatoren für September gemeldet.

Ansonsten melden sich mehrere Verantwortliche der Federal Reserve zu Wort, was neben US-Aktien auch Treasuries und den Greenback bewegen könnte.

Um 15.00 Uhr spricht zunächst der Präsident der Dallas-Fed, Robert Steven Kaplan (2019 nicht stimmberechtigt im FOMC).

Und um 16.00 Uhr tritt Kansas-City-Fed-Präsidentin Esther L. George bei der gleichen Konferenz in Denver ans Mikrofon (2019 stimmberechtigt im FOMC).

Danach spricht um 17.30 Uhr Vice-Chairman Richard Clarida.

 

 

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