Die Anleger bleiben in Deckung

Bernstein Bank: Gerade noch hatte der DAX zugelegt – denn US-Präsident Donald Trump will wohl drohende Einfuhrzölle für Autos aus Europa verschieben. Doch dann die kalte Dusche: Offenbar erwartet er Gegenleistungen von der Europäischen Union. So sollen die Ausfuhren in die USA gedeckelt werden. Der DAX hat leicht zurückgesetzt.

DAX knapp behauptet
Wenig Bewegung auf der Handelsplattform: Nach den hübschen Gewinnen vom Mittwoch haben sich die deutschen Aktien am Donnerstag erst einmal etwas schwächer präsentiert. Der DAX bewegte sich am Vormittag knapp unter der Marke von 12.100 Zählern. Wie geht es nur weiter für die deutschen Autoaktien?

Jüngsten Medienberichten zufolge wird Trump die Entscheidung über Strafzölle für europäische Autos um bis zu einem halben Jahr verschieben. Eigentlich hätte der Entscheid Ende dieser Woche fallen sollen. Doch dann eben die Meldung, dass ein Entgegenkommen wohl an Bedingungen geknüpft ist.

 

Kein klarer Trend in Asien
Der Nikkei hatte am Morgen 0,6 Prozent nachgegeben auf 21.063 Zähler. Der chinesische CSI 300 legte 0,5 Prozent zu auf 3.744 Punkte. Unterdessen kristallisiert sich heraus, wie China seine Stimuli finanzieren will, mit dem es beispielsweise den stockenden Auto-Absatz anschiebt: Mit dem Verkauf von amerikanischen Staatsanleihen.

China hat im März Treasuries im Wert von 20,5 Milliarden Dollar veräußert, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Das war der höchste Wert seit Oktober 2016. Zugleich ist das natürlich eines der Mittel, um die USA im Zollstreit zu treffen.

 

 

Allerdings bleibt Peking der größte Gläubiger der USA: Die Volksrepublik hielt im März noch immer Anleihen im Wert von 1,1 Billionen US-Dollar.

Doch wenn Peking stattdessen Yuan kauft – wie soll dann der Kurs der heimischen Währung gesenkt werden, um den Außenhandel anzukurbeln? Die Sache bleibt spannend.

 

Steigende Kurse in New York
An der Wall Street hatte am Mittwoch Kauflaune geherrscht. Die Kurse drehten erst wegen der enttäuschenden Daten zum US-Einzelhandel nach unten. Im Zuge der Meldung, dass Washington neben dem Zollstreit mit China offenbar keinen weiteren Konflikt um Autozölle mit Japan und Europa will, griffen die Anleger wieder zu. Der Dow-Jones-Index gewann zum Schluss 0,5 Prozent auf 25.648 Zähler. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,6 Prozent zu auf 2.850 Punkte. Und der Nasdaq Composite gewann 1,1 Prozent auf 7.822 Punkte.

Zuvor hatte Trump erneut Druck auf die Federal Reserve ausgeübt. Mit ein wenig Hilfe der Notenbank sei möglich, das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten auf fünf Prozent zu erhöhen, sagte er in Louisiana. Alles was es brauche, seien niedrigere Leitzinsen und ein „bisschen quantitative Lockerung“.

 

Eskalation in Jemen
Trader im Ölmarkt blicken derweil weiter gespannt auf die angeheizte Lage zwischen Iran und Saudi-Arabien. Die Saudis bombardierten als Vergeltung für einen Drohnenangriff auf eine Öl-Pipeline die jemenitische Hauptstadt Sanaa, die von den Huthi-Rebellen kontrolliert wird. Die Aufständischen werden von Iran unterstützt.

Die Angriffe hätten sich unter anderem gegen Waffenlager gerichtet.

 

 

Das bringt der Tag
Der Nachmittag bringt einige bedeutende Konjunkturdaten. So sollen um 14.30 Uhr deutscher Zeit die Baugenehmigungen aus den USA einlaufen. Zeitglich läuft der Philadelphia Fed Index über die Ticker. Von besonderer Bedeutung sind zur gleichen Zeit die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Die Bernstein Bank bringt erfolgreiche Trades!

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