Die Anleger gehen in Deckung

Bernstein Bank: Abwarten lautet die Devise zum Wochenschluss. Der DAX bröckelt ein wenig. Broker beobachten argwöhnisch die Eskalation im Persischen Golf. Zumal weiter Funkstille herrscht im Zollstreit zwischen China und den USA. Neue Impulse könnten am Nachmittag frische Konjunkturdaten aus Amerika bringen.

Zunächst aber waren deutsche Staatsanleihen und auch Gold gefragt.

 

Gold steigt – Rekordtief bei Bundes-Rendite
Kleine Flucht in den sicheren Hafen: Der Goldpreis zog an bis auf 1.357 Dollar je Feinunze. Damit markierte das Edelmetall ein neues Jahreshoch. Zugleich waren zehnjährige deutsche Staatsanleihen begehrt: Die Rendite fiel auf minus 0,26 Prozent und damit auf ein neues Rekordtief.

Kein Wunder angesichts der Spannungen vor Oman. Das US-Militär legte ein Video vor, das die Entfernung einer Blindgänger-Mine von einem Tanker durch ein iranisches Schnellboot zeigen soll. Offenbar sollten Spuren verwischt werden. Damit wäre Iran in der Tat verantwortlich für die gestrige Attacke auf zwei Schiffe.

Die Lage im Persischen Golf kann durch einen Vergeltungsschlag jederzeit eskalieren, CFD-Trader sollten nicht nur wegen der Energiepreise die News im Auge behalten.

 

 

Anleger meiden Aktien
Dagegen gab es kaum News am Aktienmarkt, auch der Blick auf regelmäßige Markt-Updates hat den Börsianern in Frankfurt keine neuen Argumente zum Kauf verschafft. Bis Freitagmittag verbuchte der DAX ein Minus von 0,7 Prozent. Infineon hielten sich am Index-Ende. Anleger machten den Konkurrenten Broadcom für die Verluste verantwortlich. Der US-Konzern senkte am Donnerstagabend seine Umsatzprognose für 2019 von 24,5 Milliarden Dollar auf 22,5 Milliarden Dollar.

Wesentlicher Grund sei der drohende Handelskrieg zwischen den USA und China, er drücke die Nachfrage.

 

Aufstand der Billig-Anbieter
Überhaupt China und die USA. Die Bullen unter den Anlegern hoffen auf einen Durchbruch im Zollstreit beim G20-Gipfel am Monatsende in Japan, glauben aber selbst nicht so recht daran. Derweil sorgte ein offener Brief von mehr als 500 amerikanischen Unternehmen an das Weiße Haus für ein wenig Aufsehen auf dem Parkett. Der Zusammenschluss Tariffs hurt the Heartland warnte wegen des drohenden Handelskrieges vor „negativen Folgen für die gesamte Wirtschaft“, meinte aber wohl vor allem wohl die eigenen Margen. Zu der Initiative gehören die Groß- und Einzelhänder Walmart, Costco und Target, sowie die Textil-Unternehmen Gap, Levi Strauss und Foot Locker.

Wieso diese Firmen nicht auf andere Zulieferer aus Asien, Mittelamerika oder Europa ausweichen können, ist ein Rätsel.

Denn die chinesischen Produkte im Angebot sind keine Weltraum-Technologie und somit leicht und schnell zu ersetzen.

 

 

Zumal sich auch der US-Arbeitsmarkt über neue Jobs freuen würde – Amerika erlebt derzeit vor allem in den sogenannten Sanctuary Citys, das sind Städte, die keine illegalen Migranten abschieben, eine Explosion der Obdachlosigkeit. Mit der Politik der offenen Tür haben sich vor allem traditionell links tickende Bundesstaaten wie das Hippie- und Kulturschickeria-Paradies Kalifornien ein Eigentor geschossen.

Los Angeles gleicht inzwischen in einigen Stadtteilen einem Slum im nigerianischen Lagos.

Doch Gott sei Dank hat das Elend noch nicht die Millionärsghettos in Beverly Hills erreicht!

 

Asien uneinheitlich
Wie auch immer. Während die Börse in Japan anzog, duckten sich die chinesischen Broker weg – am Wochenende werden neue Großdemonstrationen in Hongkong erwartet. Der Nikkei gewann 0,4 Prozent auf 21.117 Zähler. Der chinesische CSI 300 gab dagegen 0,8 Prozent nach auf 3.655 Stellen.

 

Wall Street gut behauptet
Robuster und gestützt auf die Hoffnung einer Zinssenkung hatte sich am Vorabend die Wall Street präsentiert. Der Dow Jones Industrial gewann 0,4 Prozent auf 26.107 Punkte. Der S&P 500 legte ebenfalls um 0,4 Prozent zu auf 2.892 Zähler. Für den Nasdaq 100 ging es um 0,5 Prozent nach oben auf 7.511 Stellen.

 

 

Das bringt der Tag
Zum Wochenschluss erwartet die Anleger noch einmal ein Reigen potenziell kursbewegender Daten. Zunächst läuft um 14.30 Uhr der US-Einzelhandelsumsatz im Mai über die Ticker. Um 15.15 Uhr folgen die amerikanische Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung für den Mai, sowie um 16.00 Uhr die US-Lagerbestände April. Zeitgleich dürfte der Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan Juni (1. Umfrage) für Aufsehen sorgen.

 

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