Die Anleger warten ab – Peking stärkt den Yuan

Bernstein Bank: Jetzt ist es aber wirklich an der Zeit für eine Verschnaufpause: Nach den knappen erneuten Schlussrekorden von Dow Jones und Nasdaq Composite tritt der DAX zunächst auf der Stelle. Für ein neues Jahreshoch reicht es dennoch. Gleiches gilt für den Nikkei. Einmal mehr fehlen marktbewegende News.

Die Börse wartet auf Vollzug in Sachen Zoll-Deal China-USA.

 

Verhaltener Mut in Frankfurt
Der deutsche Leitindex hat sich im frühen Mittwochshandel moderat optimistisch präsentiert. Der DAX krabbelte auf ein neues Jahreshoch bei 13.181 und notierte zuletzt unverändert bei 13.150 Stellen. Die kostenlosen Realtimekurse auf der Handelsplattform blinkten jedoch kaum. Neben der Berichtssaison richteten die Broker in Frankfurt ihre Aufmerksamkeit auf deutsche Konjunkturdaten.

Allerdings bewegten die Zahlen zur Stimmung bei deutschen Einkaufsmanagern sowie die europäischen Einzelhandelsumsätze die Kurse nicht wirklich.

 

Wann endlich kommt der Zoll-Deal?
Thema Nummer 1 im weltweiten Handel blieb nach wie vor der Handelsstreit zwischen China und den USA. Nach wie vor ist es unklar, wann oder wo US-Präsident Donald Trump mit Präsident Xi Jinping das Abkommen unterzeichnen werden. Weiter hofft der Markt auf ein Canceln der zum 15. Dezember avisierten neuen US-Zölle.

 

 

Trump sagte, beide Seiten suchten nach einer Location für die Fixierung des Teilabkommens, die Unterzeichnung kann laut Reuters noch diesen Monat stattfinden.

 

Peking stärkt den Yuan
Derweil sandte China ein Zeichen des guten Willens über den Devisenmarkt aus. Die People’s Bank of China setzte den täglichen Midpoint Fix auf 7,0080 zum Dollar. Das war laut CNBC der höchste Kurs seit dem 8. August. Der Onshore-Yuan darf in einem Band von 2 Prozent über dem Fixing pendeln.

Washington dürfte den Schritt wohlwollend beobachten:
Die USA hatten China die Abwertung des Yuan vorgeworfen, um die Exporte zu verbilligen – und so die Strafzölle zu umgehen.

Erst gestern überschritt der Yuan wieder die Rote Linie bei 7.

 

Gemischte Tendenz in Asien
Die Asienbörsen reagierten am Morgen unterschiedlich auf die jüngste Entwicklung. Der Nikkei 225 erreichte im frühen Handel ein Jahreshoch und schloss 0,2 Prozent fester bei 23.304 Zähler. Der schwächere Yen stützte die Kurse. Derweil setzte der chinesische CSI-300 mit den wichtigsten Red Chips am Morgen 0,5 Prozent zurück auf 3.985 Punkte.

 

Knappe neue Rekorde in New York
Auch die Anleger in New York waren am Vorabend zunächst optimistisch gewesen. Sowohl der Dow Jones Industrial als auch der Nasdaq 100 und der Nasdaq Composite erreichten am Dienstag neue Höchstmarken.

Der Dow zog bis auf 27.560 Punkte an, und ging mit einem neuen Schlussrekord von 0,1 Prozent bei 27.493 Punkten in die Schlussglocke. Der Nasdaq Composite quetschte ein minimales Plus von 1,48 Punkten heraus und schloss bei rund 8.435 Stellen – das zweite Schlusshoch in Folge. Der Nasdaq 100 war im Handelsverlauf bis auf 8.229 Zähler geklettert, musste aber den Handel 0,01 Prozent im Minus bei 8.210 Stellen beenden. Der S&P 500 bröckelte um 0,1 Prozent auf 3.075 Zähler.

Neben dem Optimismus in Sachen Zollstreit erfreuten die Daten aus dem US-Service-Sektor die Börsianer.

 

 

Vorfreude bei US-Bonds
Das gilt auch für die Treasurys: Die Rendite der 10jährigen zog sechs Basispunkte an auf 1,787 Prozent, das war das größte Plus in drei Wochen. Die 2jährige Note legte 3,2 Punkte zu auf 1,594 Prozent.

Und der 30jährige Bond zog 6,2 Basispunkte an auf 2,274 Prozent – auch dies der höchste tägliche Zuwachs in drei Wochen.

 

Repocalypse-Rätsel gelöst
Derweil ist auch eine interessante Nachricht in Sachen Credit Crunch von Ende September eingetroffen. Laut einer Meldung der „Financial Times“ war der Übeltäter JPMorgan. Die Bank ging aus Cash heraus und investierte massiv in lang laufende US-Bonds – insgesamt sollen 130 Milliarden Dollar abgeflossen sein. Das Bond-Portfolio zog um 50 Prozent an, zugleich wurden die Darlehen herunter gefahren.

Der Grund: Vergebene Kredite gelten als riskanter als Staatsanleihen.

Und deshalb steigt die G-SIB-Surcharge, JPMorgan muss also mehr Cash-Reserven zurückhalten (G-SIB: Global Systemically Important Bank). Gerade JPMorgan habe wegen Dividenden und Aktienrückkäufen aber ganz besonders wenig Cash-Spielraum.

Wir sind gespannt, ob das wirklich der alleinige Grund für den Freeze im Interbanken-Markt war.

 

Das bringt der Tag
Bleibt der Blick auf einen eher dünn gefüllten Tageskalender.

In Deutschland legen die Wirtschaftsweisen um 12.00 Uhr ihr Jahresgutachten vor.

Um 14.30 Uhr steht die US-Produktivität im dritten Quartal an.

Und um 16.30 Uhr werden die wöchentlichen Rohöllagerbestandsdaten der staatlichen Energy Information Administration gemeldet.

 

 

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