Die Börse blickt nach London

Bernstein Bank: Der DAX will nach oben – und am Dienstag spielt die Musik für den Finanzmarkt im Devisenhandel. Konkret: Beim britischen Pfund. Denn offenbar wird ein chaotischer Brexit doch noch vermieden. Weiterer Schubfaktor für die Aktien in Frankfurt ist eine starke Wall Street: Sie reagierte auf unerwartet positive Einzelhandelsdaten. Vor allem Technologie-Aktien waren gefragt.
Leichtes Plus für den DAX

Up, up and away – aber bitte mit britischem Understatement: Der DAX hat im frühen Handel die Marke von 11.600 Zählern genommen. Zuletzt bröckelten die Kurse aber etwas. Immerhin: Die 11.500 Punkte haben gehalten. Unter den deutschen Aktien behielten Broker vor allem die zuletzt noch zögerliche VW-Aktie im Blick, heute läuft die Bilanz-Pressekonferenz und am Nachmittag der Call mit den Analysten.
Brexit-Abstimmung in London

Alle Augen sind unterdessen nach London gerichtet: Hier steht die Brexit-Abstimmung an. Zwar ist ein Durchwinken im Unterhaus keineswegs gesichert, weil sowohl Brexiteers als auch die Bleibe-Fraktion die Zustimmung verweigern könnten. Doch bei den Nachverhandlungen zwischen Großbritannien und der EU über das Brexit-Abkommen hat Premierministerin Theresa May Geländegewinne erzielt.

 

 

Eines der abgerungenen Zugeständnisse ist dies, dass die Frist für eine Grenzregelung in Irland – der sogenannte Backstop – bis Ende 2020 verlängert wird. Der EU-Austritt Großbritanniens ist eigentlich für den 29. März geplant. Behalten Sie also den Nachrichtenticker im Blick: Jede kritische oder zustimmende Wortmeldung an der Themse könnte das Pfund herumwirbeln. Ganz zu schweigen vom Ergebnis der Abstimmung.

Tech-Rallye in New York
Die Aktien in New York hatten am Dienstag nach einem freundlichen Handelsstart ihre Gewinne ausgebaut. Vor allem Hightech-Titel wie Apple oder Nvidia waren gefragt. Die Börsianer am Hudson applaudierten den wegen des US-Shutdown verspätet gemeldeten Januar-Zahlen für die Einzelhandelsumsätze: Sie stiegen um 0,2 Prozent und damit etwas besser als die von Analysten prognostizierten 0,1 Prozent.

Viel wichtiger:
Die Kauflaune kehrt definitiv zurück, wie sich im Vergleich mit der auf minus 1,6 Prozent nach unten revidierten Ziffer für Dezember zeigt.

In einer kleinen Rallye schloss der Dow-Jones zum Schluss 0,8 Prozent fester bei 25.650 Zählern – hier bremsten herbe Kursverluste von Boeing einen stärkeren Höhenflug. Dennoch beendete der Dow damit eine fünf Tage anhaltende Verlustserie. Der S&P 500 gewann 1,5 Prozent auf 2.783 Zähler und der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq zog sogar um 2 Prozent an auf 7.558 Punkte.

Hier scheint sich übrigens ein kleines Gap zwischen rund 7400 und 7.480 Punkten gebildet zu haben, das Trader im Auge behalten sollten denn Kurslücken neigen dazu geschlossen werden zu können.

 

 

Prinzip Hoffnung in China
Auch die Anleger in Asien zeigten sich in Shopping-Stimmung: In Tokio gewann der Nikkei-Index am Dienstag 1,8 Prozent auf 21.503 Punkte. Der CSI 300 mit den größten Aktien von Festlandchina gewann 0,7 Prozent auf 3755,35 Punkte. Im Handelsstreit zwischen den USA und China warten die Anleger weiter auf einen Durchbruch.

Die Anleger blendeten mit den jüngsten Gewinnen entweder negative Zahlen vom chinesischen Automarkt aus oder sie nahmen diese als Beleg dafür, dass Peking nun wirklich dringend eine Einigung im Zollstreit mit den USA braucht. Im Februar rutschten die chinesischen Autoverkäufe um fast 14 Prozent im Jahresvergleich ab.

Das war der achte Monat in Folge mit einem Minus über das Jahr gesehen. China ist übrigens der größte Automarkt der Welt, die Branche ist ein wichtiger Indikator für die gesamte Volkswirtschaft.

Immerhin:
Die Börsianer hoffen auf einen Kaufboom in der Zukunft. Denn angesichts der noch nicht konkretisierten Stimuli der chinesischen Führung halten sich aktuell viele Kunden zurück, um später Cash beim Autokauf mitzunehmen.

Frankfurt, London, New York, Shanghai – einmal mehr haben Trader am Dienstag das volle Angebot an interessanten Neuigkeiten bei Aktien, Devisen oder Anleihen.

 

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