Fed-Orakel verwirrt die Aktionäre – Währungshüter bremsen Frankfurt aus

Bernstein Bank: Jetzt haben sie es schon wieder getan: Die Währungshüter der Federal Reserve haben mit ihrem zweideutigen Einerseits-Andererseits die Kauflust am Aktienmarkt gebremst. Will die Fed nun eine geldpolitische Lockerung oder nicht – und wenn ja, wann und wie stark?

Die Fed-Protokolle gaben keine Antwort auf diese Fragen.

Vielleicht kommt in Kürze Klarheit aus Jackson Hole.

Oder zuvor Klartext von der Europäischen Zentralbank.

 

Währungshüter bremsen Frankfurt aus
Einmal mehr zögerten die deutschen Anleger. Der DAX gab am Donnerstagmittag 0,2 Prozent nach auf 11.778 Zähler. Kein Wunder, denn am Vorabend hatten die Fed-Protokolle keine Klarheit in Sachen US-Geldpolitik geschaffen. Demnach halten sich die Währungshüter bei ihrer Zinspolitik alle Optionen offen. Besonders lähmend: Die Fed ist sich nicht einig darüber, wie stark und wie schnell die US-Konjunktur Zinssenkungen benötigt. Einerseits waren „ein paar“ Mitglieder des über die Zinssenkung entscheidenden Offenmarktausschusses für eine stärkere Zinssitzung von einem halben Prozentpunkt oder gar mehr. Dagegen sprachen sich „mehrere“ dafür aus, den Leitzins überhaupt nicht zu ändern.

Hoffentlich konkrete Hinweise über den weiteren Kurs könnte an diesem Freitag Fed-Chef Jerome Powell in seiner Rede auf der Notenbanktagung in Jackson Hole geben.

 

 

Powell wird die Eröffnungsrede des jährlichen geldpolitischen Treffens im US-Bundesstaat Wyoming halten. Falls bis dahin die Kurse weiter seitwärts trippeln, dürfen Sie sich freuen, wenn Sie CFD handeln – dank des Hebels können Sie auch in Phasen der Unentschlossenheit Möglichkeiten am Markt nutzen.

Vielleicht kommt ja Schwung in den Markt mit dem Protokoll der EZB am Nachmittag.

 

Erneute inverse Zinskurve
In den regelmäßige Markt-Updates der Börsianer waren weitere, wirklich bewegende News ansonsten Mangelware. Ergo bewegten sich auf der Handelsplattform die Kurse kaum. Für hochgezogene Augenbrauen sorgte dagegen einmal mehr das Rezessionssignal der inversen Zinskurve – ausgelöst am Vorabend durch das Orakel der Federal Reserve. Wie CNBC erkannte, zog die Rendite der zweijährigen US-Bonds kurz über die Kurve der zehnjährigen an.

Anleger parkten also verstärkt langfristig Geld, was dafür spricht, dass sie kurzfristig nicht investieren wollen, weil die Aussichten zu unsicher sind.

 

Mehr Mut in Übersee
Die Anleger in Asien hatten sich am Morgen eher bedeckt gehalten. Der chinesische CSI-300 legte 0,3 Prozent zu auf 3.794 Zähler. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 20.628 Punkten.
In New York waren die Anleger mutiger gewesen. Der Dow Jones stieg um 0,9 Prozent auf 26.203 Punkte, der S&P 500 gewann 0,8 Prozent auf 2.924 Zähler und der Nasdaq 100 legte um 0,9 Prozent auf 7.733 Stellen zu.

Am Vortag hatte sich US-Präsident Donald Trump im üblichen vollmundigen New-York-Style vor Journalisten als auserwählt („chosen“) in Sachen Zollstreit mit China bezeichnet.

Er habe den Handelskonflikt mit China anzetteln müssen. Trump fügte hinzu, die Vereinigten Staaten würden wohl ein Handelsabkommen mit der Volksrepublik abschließen.

 

 

Krise in Italien hält an
Derweil wartet Europa auf den Ausgang des Machtkampfes in Italien. Wie es zuletzt aussah, werden die machiavellistischen Akteure in Rom eine Neuwahl verhindern, um der Lega einen Triumph zu verwehren. Was für weniger Spannungen mit der EU-Kommission und zunächst für eine Beruhigung bei italienischen Staatsanleihen sorgen dürfte. Allerdings auch für eine verstärkte Aufnahme von illegalen Einwanderern, die an der italienischen Küste ankommen. Und somit für einen verspäteten Triumph der Lega bei den nächsten Wahlen.

Das waren zuletzt die drei Optionen für Italien:
Eine mögliche Koalition der Fünf-Sterne und der sozialdemokratischen PD. Eine technokratische Übergangsregierung. Oder eben Neuwahlen. Nicht nur Anleihetrader und Investoren im Euro sollten die Angelegenheit im Blick behalten.

 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender bringt einige interessante Events.

Um 13.30 Uhr wird zunächst die EZB ihr Protokoll der geldpolitischen Sitzung vom 25. Juli veröffentlichen, was Aktien, Anleihen und Euro bewegen könnte.

Danach folgen um 14.30 Uhr die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Schließlich werden um 15.45 die Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe in den USA gemeldet.

Um 16.00 Uhr folgen die amerikanischen Frühindikatoren für Juli.

Zeitleich läuft das Verbrauchervertrauen der Eurozone für August über die Ticker.

 

 

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