Gegenbewegung im DAX

Bernstein Bank: Die Börsen-Bullen haben wieder das Parkett übernommen: Der Frankfurter Aktienmarkt hat sich am Freitagmittag fest präsentiert. Allerdings scheint der Rebound nach dem enttäuschenden Donnerstag etwas fragil. Denn wirklich solide fundamentale Nachrichten, die das Plus im DAX untermauerten, fehlten zuletzt.

DAX wieder über 12.000
Mit einem Gewinn von zuletzt rund 0,8 Prozent schaffte es der deutsche Leitindex wieder zurück über die Marke von 12.000 Zählern. Vermutlich ging ein Großteil der Gegenbewegung auf Short-Eindeckungen zurück. Denn es gab wenig Neues in Sachen Zollstreit China-USA.

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag zwar in Aussicht gestellt, dass der Streit um Huawei im Rahmen eines Handelsabkommens mit China gelöst werden könnte. Zugleich bezeichnete er den Telekomausrüster aber als „sehr gefährlich“.

Bei der Iran-Krise herrschte Stille.

Im Brexit gab es Bewegung:
Die britische Premierministerin Theresa May kündigte ihren Rücktritt zum 07. Juni an. Doch wie soll der Weg aus der Sackgasse aussehen?

 

 

Wall Street im Minus
Für verhaltenen Optimismus in Frankfurt sorgte immerhin die Tatsache, dass die Anleger in New York am Vorabend gegen Handelsende wieder verstärkt zugriffen. Dennoch blieb unter dem Strich ein Verlust für die wichtigen US-Indizes. So rutschte der Dow Jones um 1,1 Prozent auf 25.490 Punkte. Der S&P 500 verlor 1,2 Prozent auf 2.822 Zähler und der Nasdaq 100 fiel auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten, er verabschiedete sich 1,5 Prozent schwächer bei 7.308 Zählern.

 

Irrlichternd im Niemandsland
Und damit blicken wir noch einmal kurz auf einige Basics der Chartanalyse: Der DAX hatte am gestrigen Donnerstag genau auf der 200-Tage-Linie geschlossen. Noch interessanter ist die Lage an der Wall Street, hier gibt die Charttechnik anschauliche Beispiele für die Unentschlossenheit der Anleger. Wir hatten Sie ja jüngst in einem Special Report darauf hingewiesen, dass die wichtigen Indizes derzeit im Niemandsland zwischen Hausse und Baisse pendeln.

Und siehe da:
Gestern hat der Dow Jones auf der 200-Tage-Linie geschlossen. Der S&P 500 hängt zwischen 50- und 200-Tage-Linie, dito der Nasdaq Composite und auch der Nasdaq 100. Die Indikatoren sind also gefangen zwischen beiden gleitenden Durchschnitten.

 

 

Asien ratlos – Treasuries gefragt
In Asien war die Ratlosigkeit ebenfalls zu spüren. Am Freitag verlor der Nikkei 0,2 Prozent auf 21.117 Punkte. Der Hang Seng gewann jedoch 0,3 Prozent auf 27.354. Wie so oft, wenn die Richtung unklar ist, parkten die Anleger ihr Geld erst einmal im sicheren Hafen: US-Treasuries waren stark gefragt.

Zehnjährige Staatsanleihen stiegen auf den höchsten Stand seit Herbst 2017, die Rendite fiel bis auf 2,3 Prozent.

 

Rebound beim Ölpreis
Analog zum DAX zog auch der Ölpreis wieder etwas an. Am Donnerstag war der Preis für West Texas Intermediate erstmals seit Ende März wieder unter die Marke von 60 Dollar gefallen. Die Reserven der USA waren auf den höchsten Stand seit Mitte 2017 gestiegen.

Zudem dürfte ein Handelskrieg zwischen China und Amerika die Nachfrage abwürgen – die Volksrepublik ist weltweit der größte Öl-Importeur.

 

Das bringt der Tag
Der Freitag dürfte wohl ein Auslaufmodell für Börsianer werden: Außer dem um 14.30 Uhr einlaufenden US-Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter im April stehen keine wichtigen Termine an. Die Bernstein-Bank wünscht Ihnen erfolgreiche Trades und ein erholsames Weekend!

 

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