Hoffnung auf den Zoll-Vollzug

Bernstein Bank: Positive News aus den Verhandlungen zwischen China und die USA erfreuen die Anleger. Die Wall Street hält sich nahe ihren Rekordhochs. Und der DAX lauert mit einem leichten Plus unter dem Jahreshoch.

Frankfurt zögert wieder
Der Optimismus in New York hat den Frankfurter Aktienmarkt nach oben gehievt. So startete der DAX mit einem Sprung auf 13.257 Punkten in den Freitag. Dann gab er etwas nach und notierte 0,4 Prozent im Plus bei 13.236 Zählern. Am kleinen Verfallstag dürfte die Volatilität anhalten. Am Dienstag hatte der Leitindex bei 13.308 Punkten den höchsten Stand seit Januar 2018 erreicht. Seit Anfang Oktober ist der Index rund 12 Prozent nach oben gezogen.

 

Stop and Go im Zollstreit
Wie so oft sorgte frohe Kunde aus Washington für Kauflaune. US-Wirtschaftsberater Larry Kudlow hatte gestern Abend vor Journalisten gesagt, dass sich die Gespräche über ein erstes Teilabkommen im Handelsstreit in der finalen Phase befänden. Er ergänzte, es gebe „sehr konstruktive Diskussionen“ mit Peking und „die Stimmung ist ziemlich gut.“ Beide Seiten stünden in engem telefonischen Kontakt und ein Abkommen könne schon bald geschlossen werden.

Zuvor hatte die „Financial Times“ die Bullen ein wenig ausgebremst. Unter Berufung auf einen Insider berichtete das Blatt, in der Trump-Administration wachse der Frust über China. Denn Peking habe nicht genug Konzessionen angeboten, um eine Reduzierung amerikanischer Strafzölle zu rechtfertigen. Damit verzögere China eine Lösung und senke die Chancen auf den Abschluss eines Deals in den kommenden Tagen. Vielleicht war das eine über die Bande gespielte Warnung an das Reich der Mitte.

Fest steht nur eins: Die Sache bleibt spannend.

Wenn Sie online Aktien oder CFD handeln, sollten Sie den direkten Marktzugang offen und regelmäßige Markt-Updates im Blick behalten. Ein Vollzug des Zoll-Deals dürfte auch Einkäufe bei US-Farmern mit sich bringen – weshalb Trader sich vielleicht einmal Soja anschauen könnten. Der Januar-Kontrakt notierte zuletzt nahezu unverändert bei 917,38 Dollar.

 

 

China hält die Zinsen oben
Die Aktionäre in der Volksrepublik hielten sich derweil zurück. In China gab der CSI-300 um 0,7 Prozent nach auf 3.877 Zähler. Bei vielen Brokern herrschte zudem Enttäuschung darüber, dass die chinesische Notenbank den Satz für mittelfristige Darlehen an Finanzinstitutionen (MLF) unverändert bei 3,25 Prozent hält. Immerhin pumpte die Notenbank weitere 200 Milliarden Yuan (26 Milliarden Euro) in den Geldmarkt, um ein Anziehen der Kreditzinsen zu verhindern. Was aber als zu wenig beurteilt wurde.

Chinas Wirtschaft wächst derzeit so langsam wie zuletzt vor fast 30 Jahren.

In Tokio verabschiedete sich der Leitindex Nikkei 225 am Freitag 0,7 Prozent fester bei 23.303 Zählern.

 

Höhenluft in New York
Unterstützt von den positiven Aussagen im Zollstreit hielt sich die Wall Street am Donnerstag nahe der Allzeithochs. Der Dow Jones Industrial verbuchte zur Schlussglocke ein minimales Minus von 0,01 Prozent auf 27.782 Punkte. Der breite S&P 500 zog um 0,1 Prozent an auf 3.097 Zähler, erzielte damit aber kein neues Rekordhoch. Der Nasdaq 100 pendelte kaum merkliche 0,02 Prozent zurück auf 8.258 Zähler.

 

Schweiz warnt vor Intervention
Bleibt eine wichtige News für Trader in EURCHF, der zuletzt moderat anzog auf 1,0914. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat nach der jüngsten Aufwertung des Franken ihre Bereitschaft für Eingriffe am Devisenmarkt bekräftigt. Außerdem setzt die SNB auch auf Negativzinsen von aktuell minus 0,75 Prozent.

Viele Broker hatten angesichts der Entwicklung spekuliert, dass die Bereitschaft der SNB für solche Interventionen abgenommen habe.

Der Franken hat gestern zum Euro den höchsten Stand seit Anfang Oktober markiert.

 

Hin und Her im Ölmarkt
Trader bei Erdöl brauchen derzeit starke Nerven. Zum einen meldete das Department of Energy einen Aufbau der Reserven um 2,2 Millionen Barrel. Und widersprach damit dem American Petroleum Institute, das einen Abbau von 0,5 Millionen gemeldet hatte. Zudem zog die Produktion der OPEC im Oktober gegenüber dem Vormonat um 943.000 Fass pro Tag an auf 29,7 Millionen Barrel.

Die Hoffnungen auf ein Ende des Zollstreits stützten die Preise etwas. WTI gab um 0,1 Prozent nach auf 56,73 Dollar, Brent verlor 0,4 Prozent auf 62,06 Dollar.

 

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