Immer schön vorsichtig – Ölmarkt unter Druck

Bernstein Bank: Keine Impulse an der deutschen Börse. Kein Wunder: Die Wall Street bleibt am Montag wegen des Labor Day geschlossen. Außerdem sind neue Strafzölle der USA und von China in Kraft getreten. Auf der Konjunkturseite stehen keine besonders wichtigen Termine an. Der Wochenauftakt fällt somit mau und richtungslos aus.

Minimaler Gewinn in Frankfurt
An der deutschen Börse waren Aktien zum Wochenbeginn wenig gefragt. Viele Börsianer lehnten sich zurück, prüften ihre Realtimekurse nur selten und behielten ansonsten die regelmäßigen Marktupdates auf der Handelsplattform im Blick. So trippelte der DAX im frühen Handel um 0,1 Prozent auf 11.948 Zähler.

Und die Landtagswahlen im Osten? Kein Thema.

Außer der Tatsache natürlich, dass nun grünlinke Zwergparteien an die Regierung kommen, obwohl die Wähler einem rechtskonservativ-bürgerlichen Block eine klare Mehrheit für die Macht erteilt haben.

Wenn Politiker nicht auf ihre Wähler hören, die einen stärkeren wirtschaftspolitischen Fokus mit der Förderung heimischer Industrien fordern, nicht aber ökologische Weltrettungsexperimente, dann kann sich das auch an der Börse übel rächen.

 

 

Neue Strafzölle
Das Hauptthema blieb natürlich einmal mehr der amerikanisch-chinesische Zollstreit. Zum Wochenende sind auf beiden Seiten neue Strafzölle in Kraft getreten. Einerseits erhob die Trump-Administration neue Zölle auf chinesische Waren im Wert von 112 Milliarden Dollar. China seinerseits konterte, wenn auch nur mit kleinerem Kaliber – US-Güter im Wert von 75 Milliarden Dollar werden nun mit Sonderzöllen belegt.

Peking pickte sich dabei Branchen aus dem republikanischen Kernland im Mittleren Westen und im Süden heraus. US-Präsident Donald Trump forderte amerikanische Firmen erneut auf, sich Zulieferer außerhalb Chinas zu suchen.

Da es allerdings offenbar weiterhin Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten gibt, waren die Anleger zuletzt relativ entspannt.

 

Asien-Börsen im Plus
Unterdessen sorgten Konjunkturdaten aus China für Kauflaune. Der vom Wirtschaftsmagazin „Caixin“ ermittelte Einkaufsmanagerindex stieg im August überraschend auf 50,4 Punkte; damit deutet sich eine Expansion an. Der Index erfasst vor allem die Stimmung in kleineren und mittleren Firmen. Anders allerdings sieht es bei den großen und staatlichen Industriebetrieben aus.

Dieser Index ging im August weiter auf 49,5 Zähler zurück, wie die chinesische Statistikbehörde am Wochenende mitgeteilt hatte.

Ansonsten belasteten die Demonstrationen in Hongkong weiter die Gemüter. In der Volksrepublik zog der CSI-300 dennoch um 1,3 Prozent an auf 3.848 Stellen. Die Broker freuten sich über die Ankündigung neuer Konjunkturhilfen durch die Regierung.

Geplant sind unter anderem Infrastrukturprojekte und die Öffnung des Finanzmarktes. Der Nikkei 225 schloss mit einem moderaten Minus von 0,4 Prozent bei 20.620 Punkten.

 

Vorsicht in New York
Die Anleger in den USA hatten den Freitag ebenfalls vorsichtig angegangen. Der Dow Jones rettete ein Plus von 0,2 Prozent auf 26.403 in das Wochenende. Im August verbuchte der Index ein Minus von 1,7 Prozent.

Der S&P 500 stieg am Freitag um minimale 0,1 Prozent auf 2.926 Zähler.

Der Nasdaq 100 gab 0,2 Prozent nach auf 7.691 Zähler.

 

 

Ölmarkt unter Druck
Bei Erdöl gibt es derweil interessante News. Laut Reuters stieg die OPEC-Produktion im August an – dies, weil – wie so oft – keine Disziplin im Kartell herrscht. Vor allem Irak und Nigeria pumpten mehr Öl. So lag die Förderung bei 29,6 Millionen Barrel pro Tag und damit 80.000 Fass über dem Level aus dem Juli. Eine erstaunliche Entwicklung, wo doch das Angebot aus Iran und Venezuela geschrumpft ist.

Kein Wunder, dass der Ölpreis zuletzt unter Druck geraten ist.

 

Das bringt der Tag
Im Terminkalender herrscht gähnende Leere, was an den Börsen für Zurückhaltung sorgen dürfte. Für Investoren, die online Aktien handeln, also eher ein verlorener Tag. Nicht aber für alle, die CFD handeln – sie können ja auch mit kleinsten Einsätzen dank des Hebels eine satte Rendite einfahren.

 

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