Neue Skepsis an der Börse – Machtkampf um den Zoll-Deal

Bernstein Bank: Erst einmal abwarten: Die Anleger in Frankfurt lassen es zum Wochenbeginn ruhig angehen. Denn US-Präsident Donald Trump will keinen Zoll-Deal um jeden Preis. Und die Unruhen in Hongkong sorgen für zusätzliche Nervosität.

Frankfurt setzt zurück
Leichtes Minus zum Wochenbeginn: An einem nachrichtenarmen Tag bröckelte der deutsche Leitindex zunächst moderat. Der DAX setzte 0,3 Prozent zurück auf 13.187 Zähler. Damit hat der Indikator die Kurslücke vom vergangenen Donnerstag unter 13.227 Zählern geschlossen. Bleibt allerdings noch ein weiteres offenes Gap über 12.200 Zählern.

Das könnte ein mögliches Fest für die Bären sein…

 

Spanien-Bonds unter Druck
Nach der Wahl in Spanien trennten sich die Anleger zunächst von spanischen Anleihen – nach der Wahl vom Wochenende droht erneut eine Hängepartie im Parlament. Die Rendite der zehnjährigen Bonds kletterte auf ein Dreieinhalb-Monatshoch von 0,418 Prozent, wie „Börse Online“meldete. Der Risikoaufschlag zu vergleichbaren Titeln des Bundes kletterte demnach auf den höchsten Stand seit rund fünf Wochen.

 

Sorgenfalten in der Weltwirtschaft
Für Stirnrunzeln sorgte zudem eine Meldung des Ifo-Instiutes. Das Münchener Institut konstatierte, die Stimmung in der Weltwirtschaft sei so schlecht wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr. Der entsprechende Indikator rutschte im vierten Quartal auf minus 18,8 Punkte.

Im Vierteljahr zuvor waren es noch 10,1 Punkte gewesen.

Das Institut hatte 1.230 Experten aus 117 Ländern befragt.

 

 

Trump bremst die China-Hoffnung
Da wäre doch ein wenig Rückenwind aus China und den USA willkommen. Doch hier kühlte Trump die Hoffnungen herunter. Er beklagte sich über die Geschwindigkeit der Handelsgespräche mit China. Die Gespräche gingen voran, „viel zu langsam für mich“. Und weiter: Vor allem China habe Interesse an einem Abkommen.

Allerdings schränkte er ein: „Wenn es kein großartiger Deal ist, werde ich ihn nicht machen“.

 

Machtkampf um den Zoll-Deal
Dazu eine wichtiger Hintergrund für Ihre Trades: Im Weißen Haus tobt offenbar ein Machtkampf zwischen einer Fraktion, die unbedingt einen Deal mit China will und einer anderen, die auf keinen Fall Zugeständnisse macht. Screenen Sie Ihre regelmäßigen Markt-Updates nach den Namen Peter Navarro (Falke) und Larry Kudlow (Taube; Director of the National Economic Council). Immer dann, wenn Sie Wortmeldungen von einer Seite hören, könnten die kostenlosen Realtimekurse entsprechend reagieren.

So sagte Peter Navarro, Berater im Weißen Haus und Direktor des National Trade Council, am Freitag im Gespräch mit National Public Radio, die Strafzölle seien ein wichtiger Hebel in den Verhandlungen mit China – würden Sie beseitigt, verringere sich der Druck auf Peking.

Anders als von China zuletzt verkündet, gebe es keinerlei Agreement, die Zölle zu beseitigen – das sei alleine die Entscheidung des US-Präsidenten.

Und siehe da, kurz darauf bremste Trump die Hoffnungen.

Kein Wunder, dass der Yuan wieder von rund 6,97 auf 7,01 zum Dollar einknickte.

 

Nervosität in Asien
Die Anleger in Asien reagierten erst einmal enttäuscht auf die jüngste Entwicklung. Der Nikkei 225 setzte nach dem jüngsten Zwölfmonatshoch um rund 0,3 Prozent zurück auf 23.331 Punkte. In China rutschte der CSI-300 um satte 1,8 Prozent auf 3.903 Zähler. Die Anleger blickten auch mit Sorge auf die Unruhen in Hongkong.

Am Montagmorgen wurde erneut ein Mensch von einem Polizisten angeschossen, die Gewalt auf den Straßen eskalierte. Demonstranten blockierten die U-Bahn und einige Straßen, die Polizei setzte Tränengas ein. Spekuliert wird über einen drohenden Generalstreik.

 

 

Trump hat Peking schon vor Wochen vor einem militärischen Eingreifen in der ehemaligen britischen Kronkolonie gewarnt und die Angelegenheit mit dem Zollstreit verknüpft.

Der Hang Seng in Hongkong schloss mit einem satten Minus von 2,6 Prozent bei 26.927 Zählern.

 

Neues Rekordhoch im S&P 500
Zuvor hatte sich die Wall Street am Freitag noch gelassen präsentiert. Der Dow Jones holte in den letzten Handelsstunden seine Verluste auf und schloss quasi unverändert bei 27.681 Zählern. Der Nasdaq Composite rückte 0,5 Prozent auf 8.475 Stellen vor. Und der S&P 500 gewann sogar 0,3 Prozent auf 3.093 Punkte und markierte damit einmal mehr ein Rekordhoch.

 

Das bringt der Tag
Für den Montag stehen keine wirklich wichtigen Termine an. Der US-Anleihemarkt bleibt geschlossen.

Wenn Sie CFD oder online Aktien handeln, müssen Sie ansonsten künftig alle News der Nachrichtenagentur Bloomberg in Sachen Trump – Zollstreit, Impeachment, Wahlchancen, Konjunktur – mit einer gehörigen Portion Skepsis lesen.

Denn der Gründer Nachrichtenagentur, Michael Bloomberg, ist auf Seiten der Demokraten in den Wahlkampf eingestiegen, dabei war er einmal Republikaner.

Immerhin erhält die Börse nun potenziell eine wirtschaftsfreundliche Alternative.

 

 

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