Neuer Mut in Frankfurt

Bernstein Bank: Die Wall Street korrigiert leicht. Doch der DAX zieht im frühen Handel an. Denn die Broker orientieren sich an moderat positiven Konjunkturdaten aus Deutschland. Im Zollstreit zwischen China und den USA bewegt sich derweil wenig.

Frankfurt zieht an

Die Börsianer am deutschen Aktienmarkt positionierten sich zuletzt auf der bullishen Seite. Der DAX kletterte um 0,7 Prozent auf 13.232 Stellen. Das Statistische Bundesamt bestätigte eine frühere Schätzung, wonach die deutsche Wirtschaft dank des robusten Binnenmarktes und steigender Exporte knapp der Rezession entkommen ist.

So wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Juli bis September um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im zweiten Quartal war das BIP noch um 0,2 Prozent geschrumpft, im ersten dagegen um 0,5 Prozent gestiegen. Am Devisenmarkt warteten Trader auf die erste programmatische Rede der neuen Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Largarde.

Ping-Pong im Zollstreit

Bestimmendes Thema war weiterhin die Unsicherheit in Sachen Zollstreit China–USA. Die Börsianer wurden von widersprüchlichen Meldungen hin und her gerissen. So sagte Chinas Präsident Xi Jinping am Freitag, sein Land sei durchaus an einem Abkommen Interessiert. Peking versuche, einen Handelskrieg zu vermeiden, habe aber habe keine Angst davor, notfalls auch zurückzuschlagen.

Derweil warnte die offiziöse „South China Morning Post“, vor Konsequenzen, falls US-Präsident Donald Trump den Pro-Hongkong-Gesetzentwurf des US-Kongresses unterzeichnet. Und der einflussreiche Chefredakteur der mit den Kommunisten verbundenen „Global Times“, Hu Xijin, twitterte gestern, US-Farmer sollten besser mit der Anschaffung größerer Traktoren warten – das sei sicherer in sechs Monaten.

Einkäufe in der US-Landwirtschaft sind eine Kernforderung der US-Administration. Gestern hatte außerdem das „Wall Street Journal“ berichtet, China habe eine hochrangige US-Delegation zu Verhandlungen nach Peking eingeladen; diese könnten noch vor Thanksgiving am kommenden Donnerstag stattfinden.

 

 

Gemischtes Bild in Asien

Dennoch setzten die chinesischen Aktien zurück. Der CSI-300 mit den wichtigsten Red Chips der Volksrepublik verlor rund 1 Prozent auf 3.850 Punkte. Broker nannten als Grund die Passage von zwei chinesischen Kriegsschiffen vor Inseln im südchinesischen Meer, die von Peking reklamiert werden.

Investoren fürchten, dass diese Machtdemonstration den Handelskonflikt wieder anheizen könnte. Der Nikkei zog derweil um 0,3 Prozent an auf 23.113 Zähler.

Vietnam ersetzt China
Dabei hätte China guten Grund, ein Abkommen mit den USA zu schließen. Denn die amerikanische Industrie ist munter dabei, sich neue Lieferanten zu suchen. So meldete CNBC, einen kräftigen Anstieg der Importe aus Vietnam um rund 35 Prozent für die ersten neun Monate im Jahresvergleich.

Gefragt waren vor allem Computer und Telefonie-Ausrüstung. Im gleichen Zeitraum rutschte die Einfuhr aus China um rund 14 Prozent ab, wie die Zahlen der Unternehmensberatung Markit zeigen.

New York zögert
Zuvor hatten sich die Broker an der Wall Street zurückgehalten. Der Dow Jones Industrial ging mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 27.766 Punkten aus dem Donnerstag. Auch der S&P 500 verlor rund 0,2 Prozent auf 3.104 Zähler. Der Nasdaq 100 gab ebenfalls 0,2 Prozent nach auf 8.266 Stellen.

Gemischte US-Konjunkturdaten ließen die Anleger kalt. So war der Philly-Fed-Index im November besser ausgefallen als von den meisten Ökonomen erwartet. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zeigte sich robust. Dagegen rutschte der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im Oktober zum dritten Mal in Folge ab. Und die Verkäufe von gebrauchten Immobilien waren im Oktober etwas schwächer ausgefallen als erhofft.

Das bringt der Tag
Die Terminlage vor dem Weekend ist eher dünn.

Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan soll um 16.00 Uhr einlaufen.
Beim „Frankfurt European Banking Kongress“ tritt unter anderem EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf sowie Bundesfinanzminister Olaf Scholz.

 

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