Rezessionsangst bremst DAX aus

Bernstein Bank: Nackenschlag für den DAX: Ein extrem negativer Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe (EMI) in Deutschland hat den Leitindex aus seiner leichten Gewinnzone ins Minus gezogen. Dabei hatte sich der DAX gerade auf den Weg über die Marke von 11.600 Zählern gemacht.

Auf einmal kursierte die Angst vor einer Rezession. Die Anleger flüchteten in den sicheren Hafen der Bundesanleihen: Die Rendite der zehnjährigen Titel lag am Freitag erstmals seit Oktober 2016 wieder unter null Prozent.

EMI versenkt den DAX
Kleiner Tiefenrausch in Frankfurt: Unmittelbar nach Veröffentlichung des EMI tauchte der DAX ab und touchierte die Marke von 11.460 Zählern. Das bedeutete ein Minus von 0,8 Prozent. Wahrscheinlich haben sich die von Ihnen eingestellten online Realtime-Kurse auf Ihrer Handelsplattform auf einmal tiefrot gezeigt.

Kein Wunder: Der vorläufige EMI sank im März auf 44,7 Stellen. Damit markierte der Index den tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren, teilte IHS-Markit mit. Und im Februar hatte der Indikator noch bei 47,6 gelegen. Die meisten Prognosen für den Teilindex hatten für März 48 betragen, was eine leichte Erholung bedeutet hätte.

 

 

Pessimismus in der Industrie
Die Geschäfte laufen also schlecht. Als Grund für den Pessimismus nannten die Marktforscher genau die Themen, die auch die Trader an der Börse immer wieder beschäftigen: Brexit-Chaos, Zollstreit USA-China, die Schwäche der deutschen Automobil-Industrie und die generell nachlassende weltweite Nachfrage.

Dabei sind gerade mit der jüngsten Fed-Entscheidung und der Brexit-Verschiebung zwei wichtige Themen zumindest teilweise geklärt, respektive entschärft worden.

Gewinne in New York
So rückte auf dem amerikanischen Parkett nach der Fed-Entscheidung vom Mittwoch der Aspekt der Liquidität in den Vordergrund. Entsprechend hatten sich die Anleger am Donnerstag wieder optimistischer gezeigt. Der Dow Jones verbuchte zur Schlussglocke ein Plus von 0,8 Prozent auf 25.963 Punkte.

Im Handelsverlauf hatte der Leitindex mehrmals kurz die Marke von 26.000 Punkten überwunden. Der marktbreite S&P 500 zog zum Schluss um 1,1 Prozent an auf 2.855 Zähler und der Nasdaq 100 legte sogar um 1,5 Prozent zu auf 7.493 Stellen.

Am Mittwoch hatte die US-Notenbank das Ende ihres Bilanzabbaus angekündigt. Schon ab Ende Mai wird sie für 15 Milliarden US-Dollars weitere US-Staatsanleihen kaufen – pro Monat. Damit wird eine Menge Geld in den Finanzmarkt fließen. In diesem Jahr will die Fed den Leitzins wohl nicht mehr anheben.

 

 

 

Abwarten in Asien
Wenig Bewegung gab es an den asiatischen Börsen. So schloss der japanische Leitindex Nikkei 0,1 Prozent bei 21.627 Punkten. Auf Wochensicht legte der Tokioter Indikator damit 0,8 Prozent zu. Der chinesische Blue-Chip-Index CSI300 verabschiedete sich unverändert bei 3.835 Zählern ins Wochenende.

Brexit in der Warteschleife
Am Devisenmarkt richten sich die Augen der Anleger weiter auf das britische Pfund. Denn beim „Cable“ geht das Brexit-Drama nun in die Verlängerung. Die EU bietet London nun die Verschiebung des Ausstiegs aus der Staatengemeinschaft bis zum 22. Mai an. Allerdings unter einer Bedingung: Das britische Unterhaus soll dem schon zweimal abgelehnten Ausstiegsvertrag in der kommenden Woche nun doch annehmen.

Uns bleibt die Spannung in diesem Drama also erhalten. Inzwischen stellen sich allerdings viele Anleger die Frage, was denn wohl so schlimm an einem Brexit ohne Vertrag wäre – Manager und Politiker haben sich doch seit der Abstimmung im Juni 2016 auf den Abschied eingestellt.

US-Immobilien im Fokus
Ob sich der deutsche Leitindex und auch der weltweite Handel am Freitag wieder ins Plus arbeiten, liegt auch an den Daten, die am Nachmittag von der Wall Street einlaufen. Zum Beispiel treffen um 15.00 Uhr die Verkäufe bestehender Häuser für Februar ein. Die Prognose liegt bei 5,1 Millionen nach 4,94 Millionen im Vormonat.

 

 

 

Taucht der Index unter 11.370 Punkte droht gar eine weitere Verkaufswelle bis …

 

 

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