Rezessionsangst überall

Bernstein Bank: So schnell kann es gehen: Erst hatte der DAX in der Vorwoche ein Mehrmonatshoch markiert. Dann ging am Freitag plötzlich die Sorge vor einer Rezession um. Der Grund war ein extrem schlechter Einkaufsmanagerindex aus Deutschland. Plus ein böses Omen vom amerikanischen Bondmarkt.

So rutschten die Kurse am Frankfurter Aktienmarkt in ein tiefes Loch. Und in New York sah es auch nicht besser aus. Ob in dieser Woche wieder die Bullen die Oberhand gewinnen, hängt auch von den Dauerthemen Brexit und Zollstreit USA-China ab. Und natürlich von den zuhauf eintreffenden Konjunkturdaten.

EMI schubst den DAX über die Klippe
In Frankfurt hatte am Freitag die Konjunkturangst für Schwindsucht im DAX gesorgt. Unmittelbar nach Eintreffen des Einkaufsmanagerindexes für Deutschland (EMI) brachen die Kurse nach unten weg. Der EMI sank im März auf 44,7 Stellen. Damit markierte er den tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren, teilte IHS-Markit mit. Im Februar hatte der Indikator noch bei 47,6 gelegen. Die Prognosen hatten für März 48 betragen, was eine leichte Erholung bedeutet hätte.

 

 

 

Als die Wall Street abtauchte, ging es für die deutschen Aktien weiter bergab. Letztlich ging der DAX mit einem Minus von 1,6 Prozent bei 11.364 Zählern ins Wochenende. Per Saldo bedeutete dies einen Wochenverlust von 2,7 Prozent. Dabei hatte der Index am Dienstag noch ein neues Hoch seit Oktober markiert.

Kräftige Volatilität also – ein Paradies für alle, die professionell mit CFD handeln und schnell reagieren können. Aber bitte nur bei einer Bank mit Bafin-Lizenz!

 

Rezessionsangst in New York
Die Vorwoche endete auch an der US-Börse mit einem eindeutigen Sieg der Bären. Der Dow Jones Industrial ging mit einem Minus von 1,8 Prozent bei 25.502 Zählern aus dem Freitag. Damit schloss er fast auf dem Tagestief. Auf Wochensicht verbuchte der US-Leitindex einen Verlust von rund 1,3 Prozent. Der S&P 500 verlor am Freitag 1,9 Prozent auf 2801 Stellen und der Nasdaq 100 gab 2,2 Prozent nach auf 7326 Zähler.

Als Grund für die Verkäufe vom Freitag nannten Broker in New York unter anderem die erschreckenden Daten aus Deutschland, zudem meldete Nike schwache Zahlen.

 

 

 

Inverse Renditekurve
Weiter sandte der Anleihenmarkt ein Warnsignal aus: Erstmals seit 2007 fiel am Freitag der Zins für zehnjährige US-Staatsanleihen unter den der dreimonatigen Geldmarktpapiere. Die Umkehr im Renditespread ist normalerweise ein Frühindikator für eine kommende Rezession auf Sicht von etwa anderthalb Jahren.

Montag – US-Währungshüter und ifo-Index
Kein Wunder also, dass die Anleger in der kommenden Woche besonders aufmerksam den Worten der Geldpolitiker lauschen werden. So melden sich am Montag in den USA Charles Evans, Chef der Chicago-Fed, zu Wort, außerdem Eric Rosengren (Boston Fed) und Patrick Harker, Leiter der Philadelphia Fed.

Spannend wird es zuvor am Montag um 10.00 Uhr deutscher Zeit – dann wird der ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland veröffentlicht. Wenn Sie diese Zeilen lesen, wissen Sie bestimmt schon mehr. Der Index hatte zuvor bei 98,5 Punkten gelegen.

Dienstag – Konsumklima und US-Verbrauchervertrauen
Am Dienstag trifft um 08.00 Uhr das GfK Konsumklima für Deutschland im April ein. Der vorherige Wert hatte 10,8 betragen.
Um 13.30 Uhr laufen die US-Baugenehmigungen für Februar über den Ticker. Die Prognose liegt hier bei 1,32 Millionen.
Danach trifft um 15.00 Uhr das Verbrauchervertrauen des Conference Board für März ein. Prognose: 132,0.

 

 

 

 

Mittwoch – Draghi spricht
Am Morgen werden die Journalisten die Worte von EZB-Präsident Mario Draghi genau analysieren. Der Herr des Geldes spricht ab 09.00 Uhr auf einer Konferenz in Frankfurt mit dem Titel „The ECB and Its Watchers“.
Um 15.30 Uhr blicken Rohstoff-Trader auf den Lager-Bericht der staatlichen Energy Information Administration (EIA). Zuvor war der Bestand um 9,589 Millionen Barrel gesunken.

 

Donnerstag – US-BIP und Arbeitslosenzahlen
Für Trader in Dollar, Anleihen und Aktien wird es am Donnerstag um 13.30 Uhr besonders interessant. Dann laufen die Daten für das amerikanische Bruttoinlandsprodukt über die Bildschirme. Die Prognose liegt bei plus 2,6 Prozent.
Zugleich treffen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ein. Sollte der Wert weit über den prognostizierten 220.000 liegen, dürften die Märkte mit einem Schrecken reagieren.

Um 15.00 Uhr schließlich werden die schwebenden Hausverkäufe für den Februar gemeldet – Prognose: plus 0,4 Prozent.

 

 

 

 

Freitag – Einzelhandelsumsätze und Uni Michigan
Trader, die sich im Yen engagieren, kommen Freitagnacht auf ihre Kosten: Um 00.50 Uhr deutscher Zeit werden die Einzelhandelsumsätze in Japan im Februar gemeldet. Prognose: Plus 1,1 Prozent.
Auch in Deutschland stehen die Einzelhandelsumsätze für Februar an. Um 08.00 Uhr wissen wir, ob der Wert von zuletzt 3,3 Prozent übertroffen wurde.

Um 09.55 Uhr schließlich melden die deutschen Behörden die Veränderung der Arbeitslosigkeit im März. Zuletzt waren es minus 21.000 gewesen.

Das britische Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal steht um 10.30 Uhr an. Zuvor hatte es bei plus 0,2 Prozent gelegen.
Zum Wochenschluss treffen aus den USA drei potenziell kursbewegende Daten ein. Zunächst steht um 14.45 Uhr der Chicago Einkaufsmanagerindex für März an. Prognose: 57,0.
Kurz danach läuft um 15.00 Uhr das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan März über die Bildschirme. Prognose: 97,6.
Ebenfalls um 15.00 Uhr sollen die US-Verkäufe neuer Häuser im Februar verkündet werden. Prognose: 617.000.

Brexit-Coup und neue Zollrunde
Damit aber nicht genug. Abseits von den planbaren Terminen bleibt es bei den Dauerbrennern Brexit und Zollstreit USA-China spannend.

 

 

 

 

Zum einen droht in Großbritannien ein kleiner Putsch im Kabinett. Laut einem Bericht in der „Sunday Times“ wollen elf Minister am Montag die Premierministerin Theresa May stürzen. Turbulenzen sind im britischen Pfund somit vorprogrammiert.
Derweil sollen ab Donnerstag in Peking die Unterredungen im amerikanisch-chinesischen Zollstreit fortgesetzt werden. Die US-Delegation mit dem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin will den stellvertretenden Ministerpräsidenten Liu He treffen.

Wir sind gespannt, ob die Wall Street mit frohen Botschaften aus China rechnen darf. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

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