US-Bilanzsaison und Peking dominieren

Bernstein Bank: Die Anleger in Frankfurt verdauen die positiven Nachrichten aus der Vorwoche. Im frühen Montagshandel herrschte zunächst wenig Bewegung auf der Handelsplattform, die Realtimekurse blinkten kaum. Dabei hatten die US-Großbanken JPMorgan Chase und Wells Fargo am Freitag erfreuliche Zahlen geliefert. Heute stehen weitere Schwergewichte an. Doch einmal mehr dominierte der chinesisch-amerikanische Zollstreit das Geschehen.

DAX bei 12.000
Zum Wochenbeginn tänzelte der deutsche Leitindex wieder knapp unter der Marke von 12.000 Zählern umher. Vorigen Freitag hatte der DAX mit 12.031 Punkten eher unauffällig ein frisches Jahreshoch markiert. Weiter herrschte gespanntes Warten im weltweiten Handel wegen der Verhandlungen im Zollstreit zwischen China und den USA.

 

Die letzte Runde
Positiv aufgenommen wurden Aussagen von US-Finanzminister Steven Mnuchin: Er sagte am Wochenende am Rande der IWF-Frühjahrestagung in Washington, die Anstrengungen der beiden Länder würden weit über das hinausgehen, was in den vergangenen Jahren an Handelsvereinbarungen erzielt worden sei. Zudem ergänzte der Politiker, er sei voller Hoffnung, bald „die letzte Runde einläuten zu können.“

 

 

 

 

Derweil meldete der US-Sender CNBC unter Berufung auf ungenannte Insider, die USA hätten ihre rote Linie wegen des heftigen Widerstands aus Peking ein Stück zurückgezogen. Demnach weigere sich China partout, die Subventionen für seine Industrie so stark herunter zu fahren, wie Washington das verlange.

Die chinesische Führung gewährt diese Unterstützung großen Staatskonzernen und Branchen, die als strategisch erachtet werden.

Der Wettbewerbsvorteil benachteiligt amerikanische und andere ausländische Firmen.

 

Asien zögerlich
Die Börsen in Asien nahmen die News zunächst positiv auf, bevor sich erneut Skepsis breit machte. Der CSI 300 stand bis kurz vor Schluss im Plus, schloss aber letztlich mit minus 0,3 Prozent bei 3.976 Zählern. Der Hang Seng schlitterte ebenfalls in der letzten Handelsstunde ins Minus, auch er verlor 0,3 Prozent auf 29.811 Stellen.

Der Nikkei 225 stieg dagegen um 1,4 Prozent auf 22.169 Punkte.

 

 

 

 

New York bullish
Die Vorgaben aus New York waren am Freitag positiv für die Bullen gewesen. Der Dow Jones verbuchte zur Schlussglocke einen Gewinn von rund 1 Prozent auf 26.412 Punkte. Als echte Kursrakete im Dow präsentierte sich die Aktie von Walt Disney – sie schoss um 11,54 Prozent nach oben. Der Titel erreichte im Verlauf ein Allzeithoch, weil der Konzern nun im Video-Streaming-Geschäft mit einem Kampfgeist antritt. Entsprechend verloren Netflix mehr als 4 Prozent.

Der S&P 500 hatte am Freitag um 0,7 Prozent auf 2907 Punkte zugelegt.

Der marktbreite Index kam damit in Reichweite seines Höchststands bei knapp 2941 Punkten aus dem September 2018. Für den Technik-Index Nasdaq 100 ging es um 0,4 Prozent auf 7628 Zähler nach oben.

 

Banken überzeugen
Hauptereignis am Freitag waren die Zahlen zweier Finanzgiganten. Die größte der US-Banken, JPMorgan Chase, eröffnete die Bilanzsaison zum ersten Quartal und überzeugte erneut die Anleger. Der Finanzkonzern übertraf die Schätzungen auf fast allen Gebieten. Wells Fargo schlug ebenfalls die Analysten-Prognosen, senkte aber in der Telefonkonferenz die Prognose für den diesjährigen Nettozinsertrag.

Dafür machte die Bank den anhaltenden Niedrigzins der Federal Reserve verantwortlich. Die Ergebnisse der Großbanken gelten als wichtiger Konjunkturindikator.

 

 

 

 

So blicken die Anleger an einem mit Konjunkturterminen eher flauen Tag auf die nächsten Bilanzereignisse.

Am Montag stehen mit Goldman Sachs – erwartet für 13.35 Uhr deutscher Zeit – und der Citigroup (14.00 Uhr) die nächsten Schwergewichte an.

Allenfalls der um 14.30 Einlaufende Empire State Manufacturing Index für April könnte sonst noch größeres Interesse auf sich ziehen.

 

Disclaimer

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. 76% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

DAX nach Rally in Wartestellung – Wie deutlich wird die Fed?

Die Sitzung der US-Notenbank könnte heute Abend relativ unspektakulär enden. Während man beim EZB-Präsidenten Draghi gestern noch überrascht war, als er das Thema Zinssenkungen direkt ansprach, geh…

Krypto-Analyse: Bitcoin erreicht Jahreshoch, Facebook enthüllt Libra-Pläne

BITCOIN ERREICHT DANK FACEBOOK NEUEN JAHRESHÖCHSTSTAND Ein lang erwartetes White Paper über die neue Kryptowährung namens Libra wurde am Dienstag von Facebook veröffentlicht. Das Social-Media-Unter…

Aktie im Fokus: Vonovia – Berlin führt Mietdeckelung ein

Nach Plänen der Landesregierung soll ein fünfjähriger Mietenstopp in der Hauptstadt eingeführt werden, wie die Bausenatorin Katrin Lompscher nach der Senatssitzung sagte. Die beschlossenen Eckpunkt…

Palladium Analyse: Metall nimmt wieder Jahreshochs ins Visier!

Die fulminante Rallye der letzten 10 Monate dauerte bis in die erste Jahreshälfte 2019 an und brachte ein Verlaufshoch von 1.614 US-Dollar hervor. Dieser beispiellose Anstieg fand aber Ende März ei…

Die Bullen scharren mit den Hufen

Die Anleger an der Frankfurter Börse lassen es nach den Gewinnen vom Vortag zunächst ruhig angehen. Am Mittwochmittag läuft der DAX seitwärts, allerdings ist die Stimmung weit zuversichtlicher als …

Marktkommentar: Ausmaß der US-Zinssenkungen entscheidend

Eine Mischung aus Erwartungen an eine dovische Fed sowie wiederbelebte Hoffnungen beim anhaltenden Handelsstreit zwischen den USA und China verhalf der Wall Street am Dienstag zu deutlich höheren K…

Brent Öl – Ready for take off?

Der Ölpreis der Sorte Brent arbeitet bereits seit Ende Mai an einem tragfähigen Boden. Bei 59,10 und 59,40 USD setzte der Kurs mehrfach auf und erholte sich anschließend wieder.Eine Befreiung aus d…

Wirtschaftskalender: Alle Augen auf FOMC gerichtet

1030 Uhr | Großbritannien, VPI-Inflation (Mai) Der Tory-Wettbewerb für die Nachfolge von Premierministerin Theresa May dominiert weiterhin den Nachrichtenfluss in Großbritannien und damit den GBP-M…

Gold an massivem Widerstand – Die Handelsideen für den 19.06.2019

Der Ausblick auf eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik hat am Dienstag den EURO unter Druck gesetzt und dem DAX zu einem massiven Kursschub verholfen. Das Hauptevent des heutigen Tages ist mit…