DAX kann Gewinne nicht halten – Es geht um die letzten zehn Prozent 

CMC Markets: Die nahe Zukunft der Börsen steht und fällt mit den zehn Prozent des Handelsabkommens zwischen den USA und China, die laut US-Finanzminister Mnuchin noch fehlen. Man darf zwar davon ausgehen, dass wie bei einem Marathon die letzten Meter auch hier die schwierigsten sein dürften. Dennoch nahm die Börse die heute verkündeten Fortschritte als Signal, dass eine Einigung am Wochenende in Osaka wahrscheinlicher ist als ein Scheitern.

Der Deutsche Aktienindex machte lehrbuchhaft an der Unterstützung bei 12.180 Punkten kehrt und zog in der Spitze bis auf 12.315 Punkte an. Die wegen der offenen zehn Prozent noch skeptischen Investoren ließen das Plus dann am Nachmittag wieder etwas abbröckeln.

ThyssenKrupp dürfte die Anlegerherzen nach einer langen Durststrecke wieder höher schlagen lassen, wenn es einen guten Preis für sein Aufzuggeschäft erzielt. Den Erlös könnten die Essener dann für eine Übernahme von Klöckner verwenden, um das Stahlgeschäft zu festigen.

 

 

Der Wert der einzelnen Konzernbereiche ist aktuell höher als ThyssenKrupp als Ganzes. Anleger hoffen seit dem Scheitern der Stahlfusion darauf, dass der Konzern sein Tafelsilber verkauft. In Erwartung baldiger konkreter Hinweise auf einen möglichen Verkauf schlugen heute Schnäppchenjäger bei der Aktie zu.

Adidas wurde heute auch deswegen gekauft, weil Analysten auf einen ungerechtfertigten Bewertungsabschlag zu Nike hinwiesen. Wenn das Schule macht, könnte dies dazu führen, dass deutsche, gut aufgestellte Firmen auf das gleiche Podest zu ihren amerikanischen Konkurrenten mit einer teilweise luftigen Marktbewertung gestellt werden und der Bewertungsabschlag dann augenfällig wird.

Das könnte dann auch das Nachholpotenzial des DAX freisetzen, vor allem wenn im Handelsstreit zwischen den USA und China weißer Rauch aufsteigt.

Auch die Hintergründe des Kursanstiegs bei Infineon sind erfreulich.

 

 

Der US-Konkurrent Micron wagt einen optimistischen Ausblick. Die Chiptitel sind die Frühwarnsysteme der Börse. Wenn es konjunkturell abwärts geht, fallen diese Aktien als erstes.

Das Gegenteil gilt aber auch.

Micron könnte der erste Hinweis auf eine Besserung der Konjunktur sein, auf die Anleger so sehnlich warten.

 

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