MENUMENU

Venezuela ein klassischer Umschuldungskandidat

Erste Asset Management: Venezuela steckt in der Krise: Die Wirtschaft des Landes kollabiert, das Bruttoinlandsprodukt halbierte sich, in US-Dollar gerechnet, innerhalb der vergangenen fünf Jahre. Das Volumen der Erdölexporte – die einzige wichtige Einnahmequelle des Landes – fiel drastisch.

Zu allem Überfluss wurden diese jüngst mit Sanktionen seitens der USA belegt. In den letzten zwei Jahren flohen laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) über zwei Millionen Menschen in die benachbarten Länder, da das Geld für lebenswichtige Importe fehlt.

Und der Machtkampf zwischen Nicolás Maduro und seinem Kontrahenten Juan Guaidó sowie ihren jeweiligen Unterstützern setzt sich fort. Ein von der „Straße“ getragener Regierungswechsel ist durchaus möglich.

 

 

Was bedeutet die Krise für venezolanische Anleihen?
Schon seit geraumer Zeit ist das Land ein klassischer Umschuldungskandidat. Ein Regime-Wechsel würde das nur beschleunigen.

„Die Hoffnung vieler Marktteilnehmer auf einen Regime-Wechsel trieb den Sekundärmarktpreis venezolanischer Anleihen in den vergangenen Wochen nach oben. Die aktuelle Entwicklung wirkt allerdings wie naiver Optimismus“, sagt Felix Dornaus, Senior Fondsmanager für Schwellenländeranleihen bei der Erste Asset Management (Erste AM).

Dafür hat der Südamerika-Experte gute Gründe: Seit dem 1. Februar 2019 hat das US-Finanzministerium den Handel mit Anleihen der staatlichen Erdölgesellschaft PDVSA und Anleihen der Republik Venezuela für US-Personen bis auf weiteres verboten.

Das hat auch Auswirkungen auf den Handel zwischen Nicht-US-Personen. Die Liquidität lässt – aus Angst in die Schusslinie der USA zu geraten – massiv nach.

 

 

Zehn Milliarden an Krediten mit Erdöllieferungen besichert
„Zwar sitzt das Land auf den größten Erdölreserven der Welt, mangels  funktionierender Infrastruktur wird es aber auch auf längere Sicht nicht davon profitieren können“ , sagt Dornaus.

Die Überschuldung ist massiv und Kredite von China und Russland, die jeweils auf eine Summe von zehn Milliarden US-Dollar geschätzt werden, sind bereits mit Erdöllieferungen besichert. Die Hälfte des größten ausländischen Assets, des Konzerns CITGO in den USA, ist ebenfalls bereits verpfändet.

Erhebliche Schürfrechte im Land wurden unter anderem an russische Unternehmen verkauft. „Angesichts dieses Mangels an Ressourcen muss bei einer Restrukturierung mit der Notwendigkeit eines massiven Schuldennachlasses gerechnet werden, auch und vor allem seitens der privaten Gläubiger“, so Dornaus weiter.

 

 

Unter den gegebenen Bedingungen hält es der Experte für wahrscheinlich, dass die gegenwärtigen Assetpreise die Wertaufholung zu optimistisch widerspiegeln. Darüber hinaus sei es schwierig zu erfassen, wer welche Forderungsbestände halte („Reconciliation“).

„Es zeichnet sich eine erneute Hold-Out-Problematik ab, ähnlich der letzten Umschuldung Argentiniens. Diese Restrukturierung wird chaotisch, langwierig und teuer für die Anleihenbesitzer“, schlussfolgert Dornaus.

Positive Aussichten für Peru, Kolumbien und Chile
Die Kombination aus steigenden US-Zinsen, sich abschwächender Weltwirtschaft und dem US-chinesischen Handelskonflikt belastete die Risikostimmung im Jahr 2018. Dieser einzigartige Cocktail führte zu einer generellen Neupreisung von Risiken.

„In einem Umfeld höherer Volatilität haben wir – zumindest im Vergleich zu den letzten Jahren – steigende Spreads, schwächere Währungen und steigende lokale Renditen gesehen. Wenn wir in die Geschichte zurückblicken ist dies jedoch ein Prozess der Normalisierung, und es wird erwartet, dass die Volatilität auf diesem Niveau bleibt“, betont Christian Gaier, Head of Fixed Income Rates, Sovereigns & FX.

 

 

Schenkt man dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Glauben, der für 2019 stabile Rohstoffpreise prognostiziert, scheinen die Weichen für andere Länder Lateinamerikas gestellt. Die zyklische Erholung in den Anden (Peru, Kolumbien und teilweise Chile) dürfte sich fortsetzen.

„Attraktive Renditeniveaus, kombiniert mit einem stabilen Wachstumsausblick, der von einer gesunden Kombination aus privatem Konsum und Investitionen getragen wird, bilden die Grundlage für attraktive langfristige Anlagemöglichkeiten“, ergänzt Gaier.

Als Low-Beta-Anleihen dürften die Schuldtitel dieser Länder zudem weniger von Schwankungen der globalen Risikostimmung betroffen sein. Bei Argentinien, Mexiko und Brasilien dagegen sei ein gesundes Maß an Vorsicht angebracht.

„Zu den innenpolitischen Einflüssen in den jeweiligen Ländern gesellt sich als möglicher Risikofaktor das im Vergleich stärkere Beta hinzu – diese Länder sind also stärker von der globalen Risikostimmung betroffen. Investoren werden sich auf den lokalen News-Flow sowie die makroökonomischen Entwicklungen vor Ort konzentrieren müssen, um kurz- und mittelfristige Investmentchancen wahrnehmen zu können“, so Gaier abschließend.

 

DAX: Rechts blinken und links abbiegen

Der DAX ging am Montagmorgen der vergangenen Handelswoche bei 10.961 Punkten in den vorbörslichen Handel. Er startete damit 234 Punkte unter der ersten vorbörslichen Notierung am Montagmorgen der V…

Dow Jones: Zurück in alte Höhen!

Mit Kraft und Macht hat sich der intakte Aufwärtstrend (siehe kobaltblauer diagonaler Linienverlauf) im Dow-Jones in Richtung seiner alten Hochs (über der 26.000-er Marke) fortgesetzt und befindet …

Aktie im Fokus: Wal-Mart – Breakout kurz bevor?

Die Wal-Mart Aktie steht kurz vor einem Ausbruch über ihre letzten Hochs. Der Wert notiert aktuell wieder oberhalb der gleitenden Durchschnitte (50 und 200) und könnte nach oben hin weiter positiv …

DAX erneut mit imposanter Freitags- Rally – Die Angst, am Ende nicht dabei zu sein

Es war mal wieder Freitag – und in diesem Jahr gab es schon des Öfteren zum Wochenschluss steigende Kurse an der Wall Street und auch an der Frankfurter Börse. So legte der Deutsche Aktienindex auc…

DAX mit Schlussrallye

Die Anleger zeigten sich diese Woche wieder ein wenig in Kauflaune und schoben die meisten Standardwerteindizes nach oben. So verbesserte sich der DAX® im Wochenvergleich um rund 3,5 Prozent auf 11…

Aktuelle Baufinanzierungskonditionen der comdirect

Aktuell gelten bei der comdirect folgende Konditionen für eine Baufinanzierung Der minimale Sollzins variiert zwischen 0,60% für eine Sollzinsbindung von 5 Jahren und 1,75% bei einer Sollzinsbindun…

Wirtschaftskalender: Fokus auf Großbritannien und die USA

Der Freitag sieht ziemlich interessant aus, wenn wir einen Blick auf den Wirtschaftskalender werfen. Zunächst einmal werden den Anlegern am Morgen die britischen Einzelhandelsdaten für Januar angeb…

Aktie im Fokus: Akzo Nobel – Analysten sehen zwischen 10% und 15% Potential

Die Aktie des niederländischen Chemiekonzerns Akzo Nobel notierte am 20. September 2018 auf einem Hoch von 93,96 Euro. Das Wertpapier fiel seitdem bis auf ein Zwischenhoch vom 22. Januar 2019 von 7…

FXCM: Trading Station Web 2.0 nochmals verbessert

Neue Funktionen in der HTML 5-Plattform Trading Station Web 2.0 zur Verbesserung der HandelserfahrungHervorzuheben sind dabei die voll integrierten Target Levels* von Trading Central**, die es Trad…