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Interview mit Frank Niehage, FinTech Group, zu neuen Produkten bei flatex

Frank Niehage, CEO der FinTech Group AG (Muttergesellschaft von flatex)
Frank Niehage, FinTech Group

Broker-Test sprach mit Frank Niehage, CEO der FinTech Group AG (Muttergesellschaft von flatex), über die Entwicklung von flatex, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Morgan Stanley bei Produkten unter der Marke „flatex select“ sowie die Erweiterung des Angebotes hin zu verschiedenen Kreditprodukten.

Wie hat sich flatex in den letzten 12 Monaten entwickelt und welche Bedeutung hat flatex für die FinTech Group?

Die Kunden strömen zu uns und handeln sehr aktiv. Im Oktober haben wir den 200.000. flatex-Kunden begrüßt und bis zum heutigen Tag 35.000 Neukunden in diesem Jahr gewonnen. Nach diesem Rekordjahr wollen wir im kommenden Jahr wieder mindestens 30.000 Neukunden in Deutschland und Österreich gewinnen.

Für uns noch wichtiger: Im Rekordmonat November 2017 haben wir mit über einer Millionen Transaktionen in der Gruppe einen historischen Höchstwert erreicht. Bis zum Jahresende werden wir gruppenweit, also inklusive ViTrade, insgesamt rund 12 Millionen Wertpapiertransaktionen erreichen. Damit haben wir in Deutschland einen Marktanteil von rund 25% und sind in Österreich mit nahe 50% Marktführer.

Deshalb sehen wir unsere Ziele für 2018 von gut 20% mehr Umsatz auf rund 120 Millionen Euro und eine Steigerung des Jahresüberschusses von gut 40% auf dann 24 Millionen Euro als konservativ.

Seit 2016 arbeiten Sie mit Morgan Stanley zusammen und bieten eine große Auswahl von Morgan Stanley Produkten unter „flatex Select“ an. Was ist das Besondere an den flatex Select Produkten?

Das Wachstum der ‚flatex select‘-Produkte, die wir 2016 eingeführt haben, hat unsere Erwartungen übertroffen. Das ermöglicht es flatex-Kunden, ab 500 EUR Ordervolumen monatlich bis zu 1.000 Orders vollkommen gebührenfrei zu handeln. Es gibt tausende ETPs auf verschiedene Underlyings und mit unterschiedlichen Hebeln sowie Themenzertifikate, etwa zum Thema Fußballclubs oder wertvolle Metalle.

Emittiert werden diese von Morgan Stanley, womit unsere Kunden zudem von einem im Vergleich mit anderen Anbietern sehr guten Kreditrisiko profitieren.

Als letzter bankunabhängiger Broker haben wir Morgan Stanley so einen überaus erfolgreichen Markteintritt in Deutschland ermöglicht. Damit haben wir erneut bewiesen, dass wir etablierten Märkte disruptieren können und unseren Kunden echten Mehrwert liefern.

Hier muß der Anleger selbst das passende Produkt für seine Handelsidee suchen. Mit „my.one direct“ bieten Sie ja noch eine weitere interessante Option…

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Hebelprodukten, aus denen Anleger ihre Wahl treffen können. Um das passende Produkt zu finden, ist jedoch oftmals eine aufwändige Suche nötig.

Deshalb hat HypoVereinsbank onemarkets eine Lösung geschaffen, um dem Produktdschungel zu umgehen: Der Produktkonfigurator my.one direct bietet die Möglichkeit, sich sein individuelles Hebelprodukt nach eigenem Bedarf selbst zu erstellen. Bei flatex bieten wir das ab 3,90 Euro flat und ab 1.000 Euro Ordervolumen an.

Im November haben Sie in einigen Bereichen die Gebühren angepasst. Wie kam es zu diesem Schritt?

Wir haben nun eine oneprice Strategie von 5,90 Euro und keine Unterscheidungen mehr zwischen börslichem und außerbörslichem Handel. Das macht es für Kunden transparenter. Übrigens agieren manche Wettbewerber leider mit versteckten Kosten, flatex ist aber weiter einer der günstigsten Broker, wenn man genau hinschaut.

Viele Produkte von Premiumpartnern sind zudem kostenfrei handelbar, etwa die ETPs der Marke flatex select oder ETFs. Eine große Rolle spielt auch die einfache User Experience, durch die man mit wenigen Klicks zum Ziel kommt. Wir bieten zudem wesentlich professionellere Trading-Tools und Handelsplattformen als viele andere Anbieter an. Und flatex ist schon deshalb weiterhin spitze, da wir eine riesige und offene Produkt-Plattform anbieten.

Neben dem flatex flex-Kredit bieten Sie seit kurzem auch einen PolicenKredit an. An wen richtet sich das Angebot und was ist die Idee dahinter?

Der flatex flex-Kredit, den wir 2016 eingeführt haben, funktioniert ähnlich wie ein Dispositionsrahmen: Inanspruchnahme und Tilgung bleiben vollständig dem Kunden selbst überlassen. Beim flex-Kredit dienen die Depotwerte als Sicherheit, die mit einem Abschlag beliehen werden können. Dabei wird der Kreditrahmen automatisch eingeräumt, ohne Schriftform. Er steht zur freien Verfügung.

Dasselbe Prinzip nutzen wir beim flatex PolicenKredit, nur dass die kapitalgedeckte Lebensversicherung als Sicherheit dient und hinterlegt werden muss. Wir haben jetzt mit dem PolicenKredit eine einfache Alternative für den Markt geschaffen – sie können die Versicherung sogar weiter besparen.

Damit entfernen Sie sich ja auch vom klassischen Online Brokerage. Soll das Produktangebot von flatex in Zukunft noch breiter aufgestellt werden?

Nein, wir werden nicht zum Vollanbieter, sondern uns im Gegenteil auf die Nische Online Brokerage konzentrieren. Es gibt auch keinen Widerspruch zum Kreditangebot: Viele nutzen den flex-Kredit, um bei uns mehr zu handeln. Unsere Kunden können sich selbstverständlich auch ihren Konsum finanzieren, um sich ihre privaten Wünsche zu erfüllen, haben dann aber ein Depot bei uns.

Der PolicenKredit wird zudem auch für Versicherungsvermittler ein interessantes Produkt werden, sodass wir Dritten, die die entsprechende Expertise mitbringen, neue Möglichkeiten eröffnen, ihren Kunden zu helfen.

Bisher ist flatex in Deutschland und Österreich aktiv. Planen Sie in weitere EU-Länder zu expandieren?

Bei flatex wollen wir nach dem Rekordjahr 2017 im kommenden Jahr wieder mindestens 30.000 Neukunden in Deutschland und Österreich gewinnen – dazu kommt aller Voraussicht in 2018 die Expansion in ein weiteres Land.

Welche Neuerungen haben Sie für 2018 noch geplant?

Wir ruhen uns nicht aus, vielmehr bereiten wir eine Neuprodukt-Offensive vor, die neue Wertpapierprodukte auch im Bereich Kryptowährungen bringen wird.

Vielen Dank für das Gespräch.

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