Höhenflug am Aktienmarkt belastet den Goldpreis

HSBC: Die Stimmung der Investoren am Aktienmarkt wird immer besser. Der marktbreite US-Index S&P 500, der DAX und viele andere Indizes haben in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt. Damit notiert der S&P 500 nur noch knapp unter dem Rekordhoch vom September 2018.

Im Gegenzug hat der Goldpreis etwas nachgegeben und liegt um rund 4 Prozent unter dem Elf-Monats-Hoch vom Februar 2019.

Zuletzt haben Hoffnungen auf eine Lösung des Handelsstreits zwischen den USA und China den weltweiten Aktienmarkt beflügelt. Damit steigt die Chance auf eine Konjunkturbelebung in China, was auch die Weltwirtschaft ankurbeln würde.

Verstärkt wurde diese Erwartung vom Einkaufsmanagerindex für die Industrie Chinas, der zuletzt entgegen der Vorhersage der Volkswirte etwas gestiegen ist und damit ein leichtes Wachstum des Sektors signalisiert.

Zudem gab es einige wenige gute Konjunkturdaten aus den USA, was ebenfalls für Aktienkäufe gesorgt hat. Hingegen sehen viele Investoren über eine Reihe schwacher Konjunkturdaten aus den USA hinweg, wie den Arbeitsmarktbericht von ADP oder den Einbruch des Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor.

 

 

Anleger setzen auf steigende Goldpreise
In diesem Umfeld sind viele Anleger am Goldmarkt auf dem falschen Fuß erwischt worden. Spekulativ eingestellte Terminmarktanleger in den USA haben in der Handelswoche, die am 26. März endete, die Zahl der Futures auf steigende Kurse (Long) deutlich auf 135.373 Kontrakte aufgestockt, während die Zahl auf sinkende Kurse (Short) kräftig abgebaut worden ist. Damit hat sich ihre Netto-Long-Position im Vergleich zur Vorwoche auf 57.987 annähernd verdoppelt.

Für etwas Gegenwind beim Goldpreis hat zuletzt auch der Anstieg der Zinsen für zehnjährige US-Anleihen gesorgt. Allerdings liegen sie mit rund 2,5 Prozent immer noch in der Nähe des niedrigsten Niveaus seit Dezember 2017.

Das zeigt, dass Investoren die Perspektiven für die US-Wirtschaft deutlich skeptischer einschätzen als noch vor wenigen Monaten. Die niedrigen Renditen, die bei zehnjährigen Bundesanleihen sogar bei rund null Prozent liegen, sind grundsätzlich positiv für Gold, da das Edelmetall keine Zinsen abwirft und der Zinsnachteil in der Situation gering ausfällt.

Der Trend am Zinsmarkt in den USA wird derzeit stark von der veränderten Geldpolitik der US-Notenbank Fed bestimmt. Sie hat angekündigt, dass die Verkäufe von Staatsanleihen ab Mai auf 15 Mrd. Dollar pro Monat halbiert werden, was einer Lockerung der Geldpolitik entspricht.

Zudem sollen ab Oktober alte, auslaufende Hypothekenanleihen in Staatsanleihen reinvestiert werden, um die Zinsen zu drücken und so die Wirtschaft anzukurbeln.

Vor dem Hintergrund werden Investoren genau verfolgen, ob es bald zu einer Einigung im Handelsstreit kommt und ob die Konjunkturdaten aus China und den USA nachhaltig nach oben drehen. Enttäuschungen hierüber lassen dann vergleichsweise sichere Anlagehäfen wie Gold oder Staatsanleihen wieder in den Fokus der Anleger rücken.

 

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