Enttäuschende Ergebnisentwicklung: Leoni schlägt Aussetzung der Dividende vor

Leoni hat im vierten Quartal 2018 einen vorläufigen Umsatz von 1,2 Mrd. Euro und ein vorläufiges Ergebnis vor Zinsen und Steuern von ‑19 Mio. Euro erzielt. Im Geschäftsjahr 2018 hat das Unternehmen einen vorläufigen Umsatz von 5,1 Mrd. Euro, ein vorläufiges EBIT von 144 Mio. Euro und einen vorläufigen Free Cashflow von ‑147 Mio. Euro erwirtschaftet.

Die Investitionsquote (ohne Investitionen in die Fabrik der Zukunft) lag bei 6 Prozent. „Unser Ergebnis 2018 ist sehr enttäuschend und inakzeptabel. Die Probleme sind deutlich gravierender als bisher sichtbar und die überraschend schlechte Entwicklung im vierten Quartal insbesondere im Geschäftsbereich Wiring Systems verdeutlicht die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Performance-Programms“, sagt Aldo Kamper, Vorstandsvorsitzender der Leoni AG.

Bisher war das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2018 von einem Umsatz von rund 5,0 Mrd. Euro, einem EBIT von etwa 196 Mio. Euro, einem negativen Free Cashflow von bis zu 150 Mio. Euro und einer Investitionsquote (ohne Investitionen in die Fabrik der Zukunft) von 5 Prozent ausgegangen.

 

 

Zum Ende des Geschäftsjahrs 2018 weist das Unternehmen eine stabile Eigenkapitalquote von 31 Prozent (2017: 33 Prozent) auf. Die Verschuldungsquote (Net Debt zu EBITDA) liegt bei 2,0 (2017: 1,1).

Entwicklung der Geschäftsbereiche
Den nun vorliegenden vorläufigen Geschäftszahlen zufolge erzielte der Geschäftsbereich Wiring Systems (WSD) im vierten Quartal 2018 einen Umsatz von 772 Mio. Euro (Q4 2017: 806 Mio. Euro) und ein EBIT von ‑26 Mio. Euro (Q4 2017: 27 Mio. Euro). Insgesamt erzielte der Bereich im Jahr 2018 einen Umsatz von 3,2 Mrd. Euro (2017: 3,1 Mrd. Euro) und ein EBIT von 80 Mio. Euro (2017: 118 Mio. Euro).

Die Ergebnisse waren insbesondere im vierten Quartal unerwartet belastet von höher als geplanten Anlaufkosten, insbesondere in unserem neuen mexikanischen Werk, einer Verschlechterung der Performance einzelner Werke und nicht erreichter Einsparziele.

Der Geschäftsbereich Wire & Cable Solutions (WCS) erzielte im vierten Quartal einen Umsatz von 470 Mio. Euro (Q4 2017: 469 Mio. Euro) und ein EBIT von 9 Mio. Euro (Q4 2017: 14 Mio. Euro).

 

 

Für das Jahr 2018 verzeichnete der Bereich einen Umsatz von 1,9 Mrd. Euro (2017: 1,9 Mrd. Euro) und ein EBIT von 66 Mio. Euro (2017: 105 Mio. Euro inkl. eines Sondereffekts von 24 Mio. Euro). Die Ergebnisverschlechterung basierte unter anderem auf einem ungünstigen Produktmix und Belastungen durch Stichtagsbewertungen von Kupfer-Beständen.

Ausblick
Aufgrund der Entwicklungen im Geschäftsjahr 2018 und des aktuellen Marktumfelds geht der Vorstand für 2019 von einem Umsatz von rund 5,2 Mrd. Euro aus.

Basierend auf anhaltend höheren Belastungen im Wesentlichen aus dem Projektanlauf in Mexiko, wird vor Effekten aus dem Performance- und Strategie-Programm Value21 ein EBIT zwischen 100 Mio. Euro und 130 Mio. Euro und ein Free Cashflow (inkl. positive IFRS 16 Effekte) auf dem Niveau von 2018 erwartet.

Ausgehend von diesen Erwartungen für 2019 wird das Unternehmen seine bisherigen Mittelfrist-Ziele für 2020 nicht erreichen.

 

 

„Leoni hat ein enormes Potenzial, aber wir müssen jetzt handeln, um unsere Zukunft zu sichern. In den nächsten Monaten werden wir uns darauf konzentrieren, das Unternehmen zu stabilisieren. Hier steht Mexiko klar im Fokus – als erste Maßnahme haben wir ein dediziertes Expertenteam vor Ort eingesetzt,“ sagt Kamper.

„Als weitere Konsequenz werden Karl Gadesmann und ich uns gemeinsam in die operative Führung der WSD einbringen. Zudem verordnen wir dem Unternehmen kurzfristig eine noch striktere Kosten-Disziplin. Wir erarbeiten derzeit weitere Performance-Maßnahmen und werden hierzu am 19. März Details erläutern“, ergänzt Kamper.

Aussetzung Dividende wird vorgeschlagen
Unter Berücksichtigung der Cashflow-Situation und der Verschuldungsquote beabsichtigen der Vorstand und Aufsichtsrat eine Abweichung von der bisherigen Dividendenpolitik. Es ist geplant, der Hauptversammlung 2019 die Aussetzung der Dividende für das Geschäftsjahr 2018 vorzuschlagen.

 

Aktie im Fokus: Tesla – Ist das ein bullischer Keil?

Insgesamt kann in der Tesla-Aktie eine Seitwärtsbewegung zwischen 245,00 und grob 390,00 US-Dollar seit Sommer 2017 ausgemacht werden. Der letzte Test der oberen Begrenzung fand im Dezember letzten…

BaFin: Wirecard – Verbot von Netto-Leerverkaufspositionen ist ausgelaufen

Wirecard AG Allgemeinverfügung zum Verbot der Begründung und Vergrößerung von Netto-Leerverkaufspositionen ist ausgelaufen Die Allgemeinverfügung der BaFin galt bis zum 18. April 2019, 24 Uhr. Sie …

Aktie im Fokus: Aixtron – nur ein kurzer Dämpfer!

Im letzten Jahr hat das Wertpapier von Aixtron gut 60 Prozent an Wert verloren, bemüht sich aber im Bereich der markanten Unterstützung von 7,65 Euro um einen Boden. Der letzte Abwärtstrend wurde s…

Aktie im Fokus: Deutsche Post – Anleger hoffen auf mehr Gewinn

Der einstige Staatskonzern Deutsche Post kämpft mit rückläufigen Gewinnen und versucht seit Jahresanfang gegen zu steuern. Dabei ist einmal mehr das Briefporto in den Fokus des Konzerns geraten, wo…

Leichtes Minus vor Datenflut

Die Anleger in Frankfurt nehmen zu Ostern erst einmal Gewinne mit. Das ist nach einer netten Gewinnserie von sechs Tagen auch kein Wunder. News blieben anfangs dünn gesät. Außer der Tatsache, dass …

ETF-Sparpläne ohne Orderentgelt

Beim Sparkassen Broker können bis auf Weiteres 6 ETCs und 97 ETFs der Emittenten ComStage und Commerzbank per Sparplan bis zu einer Sparplanrate von 500 Euro ohne Orderentgelt bespart werden.Das Sp…

Marktkommentar: Zurückhaltung vor den Osterferien?

Beim S&P 500 waren am Mittwoch pünktlich zur US-Eröffnung, ähnlich wie bereits in den ersten zwei Handelstagen der Woche, Kursrückgänge zu beobachten. Diesmal konnten die im vorbörslichen Handel er…

Aktie im Fokus: MunichRe – Analysten sehen Kursziel bei 235,- Euro

Die Aktie des DAX-Konzerns Münchener Rück bildete am 19. März 2019 ein Zwischenhoch bei 220,50 Euro aus. Danach fiel das Wertpapier bis auf ein Verlaufstief vom 25. März 2019 auf 205,30 Euro. Derze…

comdirect Brokerage Index: Unsicherheit kehrt zurück – Wirecard weiterhin im Fokus

Der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die unklaren Brexit-Entwicklungen schüren die Unsicherheit der Anleger. Der comdirect Brokerage Index sank im März auf 102,1 Punkte. Ei…