Aktie im Fokus: Continental – Überzogener Kursrutsch nach Gewinnwarnung

LYNXDie Continental AG ist einer der weltweit größten Erstausstatter für die Automobilindustrie. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Hannover und wird von CEO Elmar Degenhart geleitet. Die Continental AG blickt auf eine über 145 Jahre zurückreichende Geschichte und erwirtschaftete im abgelaufenenen Geschäftsjahr mit über 235.000 Mitarbeitern in 61 Ländern an 554 Standorten einen Gesamtumsatz von etwas mehr als 44 Mrd. EUR. Die Finanzschulden des Konzerns sind auf rund 2 Mrd. EUR gesunken.

Konzernaufteilung
Der Continental-Konzern ist in die Automotive Group und die Rubber Group unterteilt. Die Automotive Group gliedert sich in die Divisionen Chassis & Safety, Powertrain und Interior, die Rubber Group in die Divisionen Tires und ContiTech. Überdies wird noch ein Berichtssegment namens Sonstiges/Konsolidierung geführt. Insgesamt gibt es 29 Geschäftsbereiche.

Die größten drei Umsatzbringer im Jahr 2017 waren mit 11,326 Mrd. EUR der Bereich Tires, mit 9,768 Mrd. EUR der Bereich Chassis & Safety und mit 9,305 Mrd. EUR der Bereich Interior. Vom Gesamtkonzern-EBIT erwirtschaftet allerdings der Bereich Tires ein Segment-EBIT von 2,151 Mrd. EUR, was dieses Segment hervorhebt.

Global Player der Erstausrüster
Der enorme Erfolg des Konzerns in den letzten zehn Jahren kann an den Kerndaten abgelesen werden. So haben sich beispielsweise seit 2007 die Umsatzzahlen von 16,619 Mrd. EUR auf 44,010 Mrd. EUR mehr als verdoppelt. Auch das EBIT zog in diesem Zeitraum von 1,676 Mrd. EUR auf 4,562 Mrd. EUR signifikant an. Im globalen Ranking ist der Konzern nach Robert Bosch die Nummer 2 im OEM-Geschäft (Original Equipment Manufacturer).

F&E-Kosten angestiegen
Im Vergleich der Geschäftsjahre 2016 und 2017 fallen die Kostensteigerungen recht schnell auf. Im Bereich Forschung & Entwicklung wurden 2017 bereits 3,104 Mrd. EUR ausgegeben, im Vorjahr waren es noch 2,812 Mrd. EUR. Doch die Forschung und Entwicklung bleibt der wichtigste Bereich für Innovationen und den weiteren Unternehmenserfolg.

In Zukunft entscheidend werden die Themenfelder automatisiertes Fahren, Elektromobilität, Vernetzung, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Urbanisierung sein. Im US-Tech-Gebiet in San José wurde im April 2017 ein weiteres Forschungszentrum eröffnet.

Details zur Continental Aktie
Das Grundkapital der Continental AG in Höhe von 512.015.316,48 EUR wird mit insgesamt 200.005.983 ausstehenden Stückaktien verbrieft. Die Aktien sind an den deutschen Börsen Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart im regulierten Markt notiert, auch an weiteren Regionalbörsen handelbar und in den DAX einbezogen. Bereits am 1. Juli 1871 erfolgte der Börsengang.

Die Aktien von Continental befinden sich zu 54,0 Prozent im Streubesitz. Der größte Aktionär ist die IHO-Gruppe mit einem Anteil von 46,0 Prozent (eine Gruppe von Holding-Gesellschaften, die indirekt der Familie Schaeffler gehören und ehemals als Schaeffler Holding GmbH & Co. KG firmierte). Auf den weiteren Plätzen oberhalb der Meldeschwelle von 3,00 Prozent finden sich die institutionellen Anleger BlackRock mit 3,08 Prozent und Harris Associates mit 3,01 Prozent.

Die Aktien im Streubesitz werden zu 23,9 Prozent in den USA und Kanada, zu 24,3 Prozent in Großbritannien und Irland und zu 19,4 Prozent in Deutschland gehalten. In den letzten fünf Jahren konnte die Aktie rund 34 Prozent an Wert zulegen, während der DAX eine Performance von rund 47 Prozent erreichen konnte.

Die Wertpapiere der Continental AG sind somit ein Underperformer. Der Markt bewertet den Konzern zum Zeitpunkt dieser Analyse mit 30,79 Mrd. EUR. Die Aktien kosteten in den letzten 52 Wochen 257,40 EUR im Hoch und 153,35 EUR im Tief.

Dividendenhistorie beeindruckend
In den vergangenen Jahren kann sich die Dividendenperformance sehen lassen. Seit 2011 ist die Dividende um 250 Prozent angestiegen, allein von 2012 mit 2,25 EUR je Aktie hat sie sich auf 4,50 EUR in 2017 verdoppelt.

Aktuelle Analysen
Die Analysten von Bankhaus Metzler, Barclays, Berenberg, Bernstein, CFRA, Citigroup, Commerzbank, Credit Suisse, Deutsche Bank, DZ Bank, Equinet, Exane BNP, Goldman Sachs, HSBC, Independent Research, Jefferies, JPMorgan, Kepler Cheuvreux, LBBW, Mainfirst, Merrill Lynch, Morgan Stanley, NordLB, Société Générale, UBS und Warburg Research haben seit Jahresbeginn Analysen zur Aktie der Continetal AG angefertigt.

Von den 26 Analysen liegt das höchste Kursziel bei 265,00 EUR (Warburg Research vom 03. August 2018) und das niedrigste Kursziel bei 160,00 EUR (DZ Bank vom 22. August 2018). Das Durchschnittskursziel liegt bei 215,90 EUR.

Zieht man nur die Kursziele nach der Veröffentlichung der Gewinnwarnung heran, so ergäbe der Durchschnitt der 12 Analysen ein Kursziel von 197,63 EUR. Die Aktie ging zum Zeitpunkt dieser Analyse mit einem Schlusskurs von 153,95 EUR aus dem Xetra-Handel. Zweifellos könnte der Kursabschlag an den Börsen als zu hoch eingestuft werden.

Fundamentaldaten Continental AG 2017
Bei der Continental AG wird jeweils zum 31.12. gemäß IFRS in Euro (EUR) bilanziert. Der Umsatz für das Geschäftsjahr 2017 lag bei 44,010 Mrd. EUR, das EBIT bei 4,562 Mrd. EUR und das Ergebnis vor Ertragsteuern bei 4,276 Mrd. EUR. Der Konzern wies ein Beteiligungsergebnis in Höhe von 76,8 Mio. EUR und ein Zinsergebnis von minus 285,7 Mio. EUR aus. Der Jahresüberschuss wurde mit 3,048 Mrd. EUR testiert.

Das Ergebnis je Aktie lag bei 14,92 EUR. Die Anteilseigner erhielten je Aktie eine Dividende in Höhe von 4,50 EUR. Die Ausschüttungssumme lag somit bei 900,0 Mio. EUR. Die Gesellschaft wies für 2017 liquide Mittel in Höhe von 1,882 Mrd. EUR aus. Das wirtschaftliche Eigenkapital lag bei 15,828 Mrd. EUR und das gezeichnete Kapital bei 512,0 Mio. EUR.

Die Verbindlichkeiten wurden mit 21,150 Mrd. EUR angegeben. Die Eigenkapitalquote wurde mit 43,5 Prozent ausgewiesen. Die Bilanzsumme lag bei 37,441 Mrd. EUR. Das Unternehmen beschäftigte im Geschäftsjahr 2017 235.473 Mitarbeiter.

Prognosen für 2018 geändert
Die Continental AG publizierte am 22. August die Änderung der Prognose für das Geschäftsjahr 2018. Dabei kam es zur Absenkung hinsichtlich des Umsatzes, sowie beim bereinigten operativen Ergebnis. Die Konzernleitung begründete die Reduzierung der Ziele mit geringeren Umsatzerwartungen, Kostensteigerungen und Gewährleistungsfällen. Im dritten Quartal 2018 erwartet man einen Umsatz von rund 11 Mrd. EUR und ein EBIT oberhalb von 700 Mio. EUR.

Für das Gesamtjahr wirkt sich die Anpassung negativ aus. So rechnet man für 2018 mit einem Umsatz von rund 46 Mrd. EUR anstatt wie zunächst angenommen 47 Mrd. EUR. Das EBIT wird nur noch auf gut 9 Prozent geschätzt, abweichend von den zuvor avisierten gut 10 Prozent. Alle anderen Bestandteile der Prognose blieben bis dato unberührt. Der Kursabschlag an den Börsen erscheint auf der Basis dieser Veränderung somit reichlich übertrieben.

Termine
Die Continental AG veröffentlicht am 8. November 2018 den Zwischenbericht für die ersten neun Monate beziehungsweise für das dritte Quartal 2018.

Langfristige Chartanalyse der Continental Aktie
Bis in die ersten Januarwochen dieses Jahres konnte sich die Aktie der Continental AG in den vergangenen fünf Handelsjahren prinzipiell recht gut entwickeln. Aus dem Kursbereich von rund 135,00 Euro kommend, stieg der Wert Ende 2017, Anfang 2018 auf ein Niveau von gut 255,00 Euro an, was einer prozentualen Entwicklung von knapp 90 Prozent gleichkommt.

2018 war für die Aktie jedoch bisher nicht sonderlich positiv und so rutschte der Wert bis auf 155,00 Euro zurück – allein in der vergangenen Handelswoche um rund 25 Euro. Wichtige Unterstützungen hielten teilweise nur kurz und wurden folgend sauber durchstoßen.

Das aktuelle Bewegungstief liegt knapp unterhalb von 155,00 Euro, der Schlusskurs der Vorwoche knapp oberhalb dieses Bereichs. Aus charttechnischen Gesichtspunkten sieht es für die Aktie der Continental AG derzeit nicht gut aus. Die sich aktuell beschleunigende Abwärtsbewegung könnte sich durchaus weiter fortsetzen und weitere Bewegungstiefs zur Folge haben.

Die kommenden Unterstützungen wie 140,00 Euro und folgend auch 120,00 Euro könnten durchaus angelaufen werden. Selbst ein Rücklauf in Richtung 180,00 Euro würde den aktuell herrschenden Abwärtsvorteil nicht nennenswert relativieren. Erst ein Sprung über diesen Widerstand und folgend auch über 187,50 Euro könnte die Longseite gegebenenfalls wieder interessant werden lassen.

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