Europawahlen 2019 – Aufstieg der Europaskeptiker stellt Risiko für die Märkte dar

Lyxor: Die Europawahlen könnten sich 2019 als marktrelevanteres Ereignis als in vergangenen Wahljahren entpuppen. „Angesichts des Aufstiegs von Parteien abseits des Mainstreams und der potenziell negativen Auswirkungen auf den Markt, die mit dem Aufkommen des Rechtspopulismus verbunden sind, besteht für Investoren Anlass zur Sorge“, sagt Philippe Ferreira, Senior Cross-Asset Strategist bei Lyxor Asset Management.

Denn für den Fall, dass die rechtsgerichteten und euroskeptischen Parteien ihre bereits ohnehin hohen Umfragewerte übertreffen und Koalitionen bilden, erwartet der Experte Turbulenzen auf den Währungs- und Anleihenmärkten in der Eurozone.

Risikobehaftete Vermögenswerte könnten durch diese negativen Markteffekte in Mitleidenschaft gezogen werden, falls euroskeptische Fraktionen einen höheren Wert erreichen als derzeit prognostiziert.

„Solange die euroskeptischen Parteien aber noch nicht in der Lage sind, eine Mehrheit zu bilden, was sehr wahrscheinlich ist, dürften die Auswirkungen aber nur von kurzer Dauer sein. Bei einer Mehrheit eurofreundlicher Parteien dürften die Europawahlen für die Märkte zum Non-Event werden“, so Ferreira. Zwar würden Umfragen derzeit auf einen begrenzten Anstieg der Anti-Establishment-Parteien hindeuten.

Allerdings warnt der Experte Investoren davor, sich zu stark auf derartige Prognosen zu verlassen. „Der Ausgang des Brexit-Referendum 2016 oder die Präsidentschaftswahlen in den USA 2017 haben Investoren kalt erwischt“, erinnert er.

 

 

Mehrheit für Populisten könnte Stillstand in der Europäischen Union bewirken
Laut aktuellen Umfragen könnte der Sitzanteil der rechtsgerichteten euroskeptischen Parteien im Europaparlament von 20 auf 25 Prozent steigen. Zusammen mit ihren Pendants aus dem linken Lager würde damit zukünftig ein Drittel des Europäischen Parlaments aus Mitgliedern bestehen, die der Europäischen Union (EU) misstrauen und gemeinsam für weniger Integration kämpfen dürften. Das könnte zu einem Stillstand des europäischen Projekts führen.

„Der EU-Haushalt könnte stärker eingeschränkt werden, und nationale Interessen könnten wieder in den Vordergrund rücken“, erläutert Ferreira und fügt an: „Supranationale Behörden wären auch potenziell weniger mächtig. Letztendlich könnte die Fiskalpolitik in Frage gestellt werden, was wahrscheinlich zu höheren Refinanzierungskosten für Länder wie Italien, Griechenland und Portugal führen würde, die eine hohe öffentliche Schuldenlast tragen.“

Eine Koalitionsbildung der euroskeptischen Parteien sei angesichts ihrer unterschiedlichen Ansichten eher unwahrscheinlich, auch wenn sie gemeinsam zur zweitgrößten Fraktion im Europäischen Parlament werden könnten. Eine Mehrheit jedoch dürften sie nicht bilden können, sogar wenn sie von linken Fraktionen unterstützt würden.

Bei einem überraschend starken Wahlerfolg der Populisten ergäbe sich jedoch die Gefahr einer Vertrauenskrise in der EU, was zu einer Abwertung des Euros gegenüber des US-Dollars sowie zu höheren Spreads bei Staatsanleihen der Peripherieländer der Euro-Zone führen könnte.

 

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