Gold: Die 2.000er-Marke wirkt wie ein Sog

Das edle und begehrte Metall Gold hat schon wieder einen neuen Rekord geknackt. Nun ist es nicht mehr weit und die Tür zur 2.000er-Marke die Feinunze wird aufgestoßen. Mit 1.920,94 US-Dollar hat die Feinunze Gold via Spot-Markt das alte Hoch erneut gerissen. Weniger als 80 US-Dollar noch – das kann in diesem Markt rasch gehen oder ewig dauern – denn die Marke von 2.000 US-Dollar hat ja schließlich einen psychologischen Effekt.

Marktkenner haben unlängst von noch viel höheren Kursen gesprochen und vehement einer Blasenbildung widersprochen. Nach den zuletzt stark gefallenen Aktienmärkten weltweit und dem offensichtlichen Wegfall von weiteren sicher geglaubten "Anlagehäfen", wie z.B. dem Schweizer Franken, hat Gold wieder stark gedreht und den Marsch auf die 2.000 US-Dollar angetreten. Doch es geht in den letzten zwei Wochen hier auffällig volatiler zu.

Vorsicht ist geboten, wenn hier große Anlagegesellschaften an der Goldschraube drehen. Investoren müssen behutsam vorgehen, um nicht in einem Abwärtsschritt von mehr als 100 US-Dollar zu fallen. An der alten Strategie hat sich bis dato aber nicht viel geändert. Es scheint nach jedem kleineren bis größerem "Dip" wieder genügend Käufer zu geben. Außerdem steht die indische "Gold-Saison" auch noch vor der Tür.

Schweiz sorgt kurzfristig für hohe Volatilität
Durch die Intervention der Schweizer Nationalbank SNB bekam der Goldpreis kurzfristig einen schweren Schlag versetzt. Gold fällt derzeit (Dienstag, den 06.09.2011, 17:22 Uhr) stark zurück, gibt mehr als 50 US-Dollar vom Hoch ab. An der New Yorker Comex, die zur NYMEX – New York Mercantile Exchange gehört (einem Teil der CME-Gruppe aus Chicago, der weltweit größten Terminbörse) wurde der Dezember-Kontrakt mit einem Hoch bei 1.923,70 festgestellt. Durch den fehlenden Handelstag in den USA durch den "Labour Day" wurde das Bild und die Bewertung der Reaktion der europäischen Märkte erst am Dienstag durch den US-Handel "kommentiert".

Die Reaktion kam nach Eröffnung prompt, schon der Dow Jones Future indizierte ein starke negative Eröffnung – zum Nachmittag steht man auch an der Wall Street mit mehr als 2 Prozentpunkten im roten Bereich – dennoch gibt Gold nach. Nachdem die Schweizer nun ihre Intervention am Markt "verkauften", die Italiener ihren zweiten Anlauf zum "Mega-Sparpaket" in Rom machten, schaut man nun auch im Goldsektor gespannt auf Deutschland bzw. im engeren Sinne auf Karlsruhe! Der Mittwoch steht nämlich stark im Zeichen des Bundesverfassungsgerichtes.

Hier sollen und werden die Weichen für das weitere Europa und das Schicksal des Euro geregelt und entschieden. Es wird wohl eine sehr stark politische beeinflusste Entscheidung. Hauptsache Merkel kann weiter mit ihrer Transferunion agieren – das führt geradewegs in noch mehr Aufweichung und somit zu weiter festeren Goldpreisen. Die Zinsen im US-Dollar-Raum sind auf Rekordtiefs, bei den Briten und den Schweizern sieht es auch nicht anders aus, bei den Japanern ohnehin – all dies begünstigt den Höhenflug von Gold nur weiter. Vor allem: Was sagen so viele Meinungen aus der Branche immer? – Gold hätte keinen Zins? Wenn Sie sich Gold bei der Bank übrigens leihen oder umgekehrt größere Mengen leihen gibt es ein Deposit von mindestens einem Prozentpunkt derzeit.

Das ist schon einmal respektabel für das älteste Zahlungsmittel und spricht einmal mehr für seinen Wert. Noch einmal: Als Investor sollten Sie auf starke Eruptionen im Goldmarkt auch zu diesen Zeiten gewappnet sein. Seit 1979/1980 hat Gold in einer kurzen Zeit nicht mehr so eine Performance hingelegt – auf Jahressicht sind es schon 34 Prozent Zuwachsrate. Die Fahrt gegen Norden auf dem Weg zur 2.000er-Zielmarke kann folglich nun auch einmal mehr ruppig werden. Wenn Sie langfristig Gold einsammeln wollen, so können Sie ja wöchentlich oder monatlich Gold einsammeln, wenn Sie nicht zu kleine Stückelungen wählen. Je kleiner die Stückelung, desto höher natürlich die Spreads bzw. Gebühren. Gehen Sie besonders behutsam vor!

Gold ist kurz vor der 2.000er Marke stark überkauft Gold ist kurz vor der 2.000er Marke stark überkauft

Was sagt die Charttechnik beim Gold? Am Dienstag, den 06.09.2011 handelt Gold via Spot-Handel vom Tageshoch bei 1.920,94 USD zum Tagestief bei 1.862,50 mit einer Handelsspanne von rund 58 US-Dollar. Zum Zeitpunkt der Chartanalyse lag der Kurs von Gold bei 1.874,60 USD (Dienstag, den 06.09.2011, 17:46 Uhr). Gold generiert im Wochenchart Unterstützungen bei 1.877,33, 1.863,67 und 1.855,33 sowie Widerstände bei 1.899,33, 1.907,67 und 1.921,33. Mit einem RSI von 79,0707 Punkten handelt Gold weiter im stark überkauften Bereich auf Basis des Wochencharts. Das Edelmetall bewegt sich trotz der stark volatilen Marktsituation auffallend technisch und dreht beinahe haargenau an den Pivot-Punkten im Intraday-Handel.

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