Neue Impulse für Frontier Markets

T. Rowe Price: Während Frontier Markets 2018 einige Herausforderungen zu meistern hatten, gebe es nun drei verschiedene Impulsgeber, die eine mögliche Wende für Frontier Markets einläuten könnten: Präsidentschaftswahlen, die MSCI-Reklassifikation und geo- sowie handelspolitische Entwicklungen.

Dieser Meinung ist Oliver Bell, Portfolio Manager des Frontier Markets Equity Fonds bei T. Rowe Price. Frontier Markets hätten im vergangenen Jahr besonders unter den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen im eigenen Land gelitten.

Politische Entwicklungen beeinflussen Frontier Markets
„Argentinien war 2018 in eine politische Krise verstrickt, Saudi-Arabien kämpfte um eine gute Darstellung bei ausländischen Investoren, Sri Lanka bewegte sich auf ein Machtvakuum zu und Kenia und Rumänien stellten den Finanzsektor mit neuen Steuern vor Herausforderungen. Für diese Länder ist 2019 die Gelegenheit, die eigene Attraktivität für ausländische Investoren zu steigern“, sagt Bell.

Im Oktober 2019 steht die Präsidentschaftswahl in Argentinien an und eine Wiederwahl Mauricio Macris ist wahrscheinlich. Wenn er die Wahl gewinnt, könnte sich das Tempo, mit dem Reformen umgesetzt werden, beschleunigen.

 

 

Obwohl die Krise seiner Popularität geschadet hat, könnte der Zeitpunkt der Wahl mit einem Wiederaufleben der Wirtschaft zusammenfallen und somit positiv sein.

„Darüber hinaus wird spekuliert, ob die frühere Präsidentin Christina Kirchner zur Wahl antreten wird. Ihr Sieg könnte sich negativ auf die Märkte auswirken und zu Kapitalkontrollen führen“, sagt Bell.

Vor der Wahl in Argentinien stehen im Februar auch noch Präsidentschaftswahlen in Nigeria an. Das Land bewegt sich zunehmend aus der Rezession heraus. Die Landeswährung Neira befindet sich auf einem angemessenen Niveau, der Mindestlohn ist gestiegen und sowohl Öl- als auch Nichtölsektoren verzeichnen Gewinne.

„Zu beobachten ist, dass die Regierung einen stärkeren Fokus auf die Wirtschaft legt“, sagt der Portfoliomanager. „Diese Präsidentschaftswahl ist ein entscheidender Test für die Demokratie in Nigeria.“

MSCI-Reklassifikationen und Handelskonflikt
Bell prognostiziert, dass drei Frontiert Markets die Aufnahme in den Index der Schwellenländer schaffen könnten. Im Mai könnten Argentinien und Saudi-Arabien in den MSCI Emering Markets aufgenommen werden. Für Kuwait ist dieser Schritt beim britischen Aktienindex FTSE schon erfolgt und wird für den MSCI-Index im Jahr 2020 erwartet.

Neben diesen Entwicklungen legen Investoren zurzeit ein besonderes Augenmerk auf den Handelskonflikt zwischen China und den USA. Würden sich die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder wieder entspannen, könnte die Risikofreudigkeit der Investoren zunehmen. Frontier Markets würden profitieren.

Der Handelsstreit habe aber laut Oliver Bell nicht nur Verlierer. So würden beispielsweise Vietnam und Bangladesch profitierten, da Unternehmen sich teilweise aus China verabschieden und Produktionsstätten aufgrund der günstigen Arbeitskräfte in Bangladesch oder Vietnam aufmachen würden.

„Die Aussichten für Frontier Markets scheinen sich also weiterhin zu verbessern, da mehrere länderspezifische Probleme allmählich gelöst werden“, schließt der Portfolio Manager.

 

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