Anleihen: Zurück in den Sicherheitsmodus

Börse FrankfurtDie Corona-Angst hat die Märkte wieder voll im Griff. Bundesanleihen sind einmal mehr das Produkt der Stunde, die Rendite rutscht auf den tiefsten Stand seit März. Staatsanleihen Italiens, Spaniens oder Portugals werden hingegen verkauft, ebenso viele Unternehmensanleihen.

Die rasant steigende Zahl an Corona-Neuinfektionen und weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Virusausbreitung machen Anleger nervös. „Die Woche ist eindeutig geprägt von Corona-Ängsten“, berichtet etwa Arthur Brunner von der ICF Bank.

Daher sind sichere Staatsanleihen wieder sehr gefragt, zum Beispiel Bundesanleihen. Die Rendite der zehnjährigen Papiere liegt aktuell wieder nur bei minus 0,61 Prozent – das ist der niedrigste Stand seit März. Zum Vergleich: Noch Anfang September waren es minus 0,38 Prozent. Allerdings sind die Niveaus vom März, als die Renditen auf minus 0,9 Prozent gefallen waren, längst nicht wieder erreicht.

 


 

Nein zu Südeuropa 

Weniger gefragt sind derzeit Staatspapiere aus einzelnen europäischen Ländern, die Kurse sind gesunken, die Renditen gestiegen. So haben zehnjährige italienische Papiere den Renditevorsprung gegenüber Bundesanleihen um 8 auf 131 Basispunkte ausgeweitet, wie die Helaba berichtet.

In Spanien und Portugal stiegen die Spreads auf 77 Basispunkte. „Die zunehmende Dynamik der Neuinfektionen dürfte Konjunktursorgen schüren und Kerntiteln aus der Währungsunion zu weiteren Gewinnen verhelfen“ erklärt die Bank.

„Kaufinteresse sehen wir fast gar nicht“, stellt auch Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank fest. Er meldet Verkäufe von portugiesischen, aber auch argentinischen Staatsanleihen.

Österreich: „Minusrendite selbst für so lange Laufzeit“ 

Die Suche nach Sicherheit führte auch zur einer extrem hohen Nachfrage nach einer neuen österreichischen Staatsanleihe mit 0 Prozent Zins, die 2040 fällig ist. Bei einem Emissionsvolumen von 2,5 Milliarden Euro lag die Nachfrage bei 18,5 Milliarden Euro, wie Brunner berichtet. „Die Anleihe wurde zu 101,98 Prozent platziert, das ergibt eine Minusrendite selbst für eine so lange Laufzeit.“ Der Handel startet kommende Woche.

Viele Abgaben von Unternehmensanleihen

Auf den Verkaufslisten stehen laut Daniel Anleihen von Symrise und Voestalpine , nachgefragt bleibt die Otto-Hybridanleihe mit Kupon von 4 Prozent. Laut Brunner trennen sich Anleger tendenziell von Anleihen kleiner und mittelgroßer Unternehmen, etwa von Papieren von Ferratum Capital Germany.

„Mit den Kursverlusten vom März im Hinterkopf nehmen Anleger da offenbar Gewinne mit.“ Käufe und Verkäufe meldet er für den Eyemaxx Real Estate-Bond. Beruhigt hat sich dem Händler zufolge die Lage um Grenke. „Da sehen wir kaum noch Schwankungen.“

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