Immer schön vorsichtig – Spannung wegen Teheran

Bernstein Bank: Vor dem Zinsentscheid der EZB halten sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt bedeckt. Dies Zaudern liegt auch an der Berichtssaison. Zudem glimmt der Konflikt im Persischen Golf weiter – Großbritannien prüft nach der Festsetzung eines Tankers durch den Iran Gegenmaßnahmen.

Frankfurt wartet ab
Der DAX ist am Montagvormittag nicht richtig vorangekommen. Der deutsche Leitindex hielt sich zuletzt 0,2 Prozent im Plus knapp unter 12.300 Zählern. Während die kleinen Trippelschritte Ihnen durchaus gute Gewinne bringen können, wenn Sie mit einem hohen Hebel CFD handeln, herrscht im Online-Aktienhandel also eher Frust. Broker äußerten, dass es unklar sei, ob Notenbankchef Mario Draghi schon am Donnerstag die Zinsen senken und den Startschuss für weitere Anleihekäufe geben wird. Ergo wolle sich noch niemand auf der falschen Seite positionieren.

Spannung wegen Teheran
An der Börse und im Ölmarkt beobachteten CFD-Trader auch die Entwicklung in Sachen Iran. Derzeit prüft London Gegenmaßnahmen gegen Teheran, Downing Street 10 überlegt wegen der Festsetzung eines britischen Tankers laut Verteidigungsministerium eine „Reihe von Optionen“. Außenminister Jeremy Hunt will das Parlament am Nachmittag über den aktuellen Stand unterrichten. Britischen Medienberichten zufolge soll zunächst Vermögen des iranischen Staates eingefroren werden. Militärische Aktionen hatte London zuvor ausgeschlossen. Der Iran hält derweil den unter britischer Flagge fahrenden Öltanker „Stena Impero“ weiterhin fest. Die Revolutionsgarden hatten das Schiff am Freitag in der Straße von Hormus in den Gewässern des Oman gestoppt.

Unterdessen hat Israel mit einem Drohnen-Angriff ein Warnsignal in Richtung Teheran gesandt. Laut der Website „Debka Files“ bombardierte am Freitag eine Harop-Drohne die pro-iranische Hash Dhaabi-Miliz im Irak.

Laut den iranischen Revolutionsgarden gab es bei der Attacke nordöstlich von Bagdad keine Opfer. Lokalen Berichten zufolge sollen aber sehr wohl iranische und Hisbollah-Offiziere getötet worden sein.

Die Lehre daraus:
Auch der Iran liegt in Reichweite der Israelis.

 


 

Zudem schließt sich eine Frage an:
Werden die USA, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate tatenlos zusehen, wenn der Iran sich über schiitische Milizen im Irak ausbreitet? Jemen, Libanon, Syrien, Irak – Teheran baut seine Stützpunkte kontinuierlich aus.

 

Ein neuer Börsenstar in China
Die Anleger in China feierten derweil die Einführung eines neuen Börsensegments für Technologie- Unternehmen. Im „Star Market“ sind vor allem Hightech-Firmen gelistet. Die darin enthaltenen 25 Unternehmen haben zum Start am Montag im Durchschnitt ihre Aktienkurse mehr als verdoppelt. Dafür floss offenbar Kapital vom CSI-300 ab. Der Index mit den 300 größten Unternehmen des chinesischen Festlandes schloss 0,7 Prozent schwächer bei 3.782 Zählern. Für zunehmende Skepsis sorgten auch die Unruhen in Hongkong.

In Tokio schloss der Nikkei 225 um 0,2 Prozent schwächer bei 21.417 Zählern. Am Wochenende hatte die Partei von Ministerpräsident Shinzo Abe die Oberhauswahl klar gewonnen. Allerdings verfehlten die Liberaldemokratische Partei LDP und ihr kleinerer Koalitionspartner Komeito die für eine Verfassungsänderung nötige Zwei-Drittel-Mehrheit.

 

New York zunehmend skeptisch
In New York könnte derweil in Kürze Enttäuschung die Börse heimsuchen. Zwar gilt es als sicher, dass die Federal Reserve am Monatsende den Leitzins senken wird. Allerdings ist unklar, wie stark. Der Dow Jones Industrial schloss 0,3 Prozent schwächer bei 27.154 Punkten, in der Summe verlor der Dow in der vorigen Woche 0,7 Prozent. Der S&P 500 rutschte am Freitag um 0,6 Prozent auf 2.977 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 0,9 Prozent auf 7835 Stellen.

 


 

Das bringt der Tag
Am Montag stehen nur wenige wirklich börsenrelevante Termine an.

Allenfalls der CFNA-Index für Juni – das ist der Nationale Aktivitätsindex der Chicago Fed – könnte um 14.30 Uhr für Aufsehen sorgen.

 

Disclaimer

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. 78% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge