Rohstoffe: „Gold-ETCs bei Zinssenkungen wieder gefragter“

Börse FrankfurtGold bleibt gefragt, Gold-ETCs allerding nicht.

Schon 2023 war von Abflüssen aus Gold-ETCs geprägt, wie diese Woche auch die Branchenorganisation World Gold Council berichtete.

Dieser Trend hat sich in den ersten Wochen des neuen Jahres fortgesetzt. Mobeen Tahir vom Emittenten WisdomTree meldet deutliche Abflüsse aus Gold-ETCs für die vergangenen vier Wochen.

Auch Rohstoffanalystin Barbara Lambrecht von der Commerzbank verweist auf die anhaltenden Gold-ETC-Verkäufe.

Sie erwartet aber, dass sich das bald ändern wird: „Wir gehen davon aus, dass die Stimmung im weiteren Jahresverlauf drehen wird und institutionelle Investoren ihre Positionen wieder ausbauen werden, sobald die Zinssenkungen in greifbare Nähe rücken“, erklärt sie.

 

Gold: Rekordhoch nicht weit weg

Der Goldpreis ist im Januar leicht zurückgegangen und liegt am Donnerstagmittag bei 2.041 US-Dollar die Feinunze, Ende 2023 waren es 2.065 US-Dollar.

Kurz vor Jahresende war ein neues Allzeithoch von 2.086,48 US-Dollar erreicht worden.

Im Gesamtjahr 2023 ist die Goldnachfrage gegenüber 2022 um 5 Prozent auf 4.448 Tonnen zurückgegangen, wie die Branchenorganisation World Gold Council am Mittwoch in ihrem Jahresbericht bekanntgab.

Fortgesetzt habe sich die Kaufserie der Zentralbanken, sie habe mit 1.037 Tonnen den zweithöchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht.

Dagegen hätten bei ETCs Abflüsse überwogen, vor allem in Europa.  Zudem sei die Nachfrage nach Barren und Münzen zurückgegangen.

Der weltweite Schmuckmarkt habe sich hingegen als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen. Mehr dazu hier.

Viel gehandelt wird weiterhin Xetra-Gold (DE000A0S9GB0), ebenso Gold-ETCs von Xtrackers (DE000A2T5DZ1, DE000A1EK0G3), Invesco (IE00B579F325) und iShares (IE00B4ND3602).

Viel um geht aber auch in Silberpreis-Trackern wie dem WisdomTree Physical Silver (JE00B1VS3333).

Der Bestand an Xetra-Gold ist weiter leicht zurückgegangen und liegt aktuell bei 190 Tonnen, Ende 2023 waren es 199 Tonnen, Ende 2022 noch 231 Tonnen.

 

 

Starker Ölpreisanstieg wegen Lage in Nahost

Mehr Bewegung gibt es aktuell im Ölpreis. Das Barrel der Nordseesorte Brent kostet momentan um 78 US-Dollar, im Tief Mitte Dezember waren es noch 73 US-Dollar.

„Die Luftangriffe der USA und des Vereinigten Königreichs auf Ziele der Huthi im Jemen haben die Befürchtung geweckt, dass eine Eskalation des Konflikts den Ölfluss über wichtige Engpässe im Handel weiter beeinträchtigen könnte“, bemerkt Tahir.

Auch Lambrecht verweist auf die Lage im Nahen Osten: „Derzeit sind es vor allem die geopolitischen Risiken, welche den Preis unterstützen.“

Auf der Nachfrageseite sei das Bild hingegen gemischt. Die Wirtschaft in Europa bereite weiterhin Sorgen, positiv sei allerdings die deutliche Absenkung des Mindestreservesatzes in China.

Die Bank geht daher davon aus, dass der Ölpreis auf aktuellem Niveau verharren wird – außer die Lage im Roten Meer spitze sich weiter zu.

Auch Energie-ETCs standen laut WisdomTree in den vergangenen vier Wochen auf den Verkaufslisten, wenn auch nicht im großen Stil.

Hohe Umsätze weisen immer wieder der WisdomTree Brent Crude Oil (JE00B78CGV99) und der WisdomTree WTI Crude Oil (GB00B15KXV33) auf, aber auch Short- und gehebelte Produkte wie der WisdomTree Brent Crude Oil 3x Daily Short (IE00BLRPRK35) und der WisdomTree WTI Crude Oil 1x Daily Short (JE00B24DK975).

 

 

Industriemetalle: Hoffen auf China

Die Industriemetallpreise sind in diesem Jahr zuerst gesunken, dann ging es wieder aufwärts.

„Die Hoffnung auf eine schnellere Belebung von Chinas Wirtschaft hat die Preise deutlich steigen lassen“, stellt Lambrecht fest. Die Anfälligkeit für neue Rückschläge sei aber wohl noch groß.

„Die Industriemetallpreise dürften vor dem Hintergrund der fragilen Konjunktur im ersten Quartal unter stärkeren Schwankungen seitwärts tendieren.“

Im ETC-Handel spielen Industriemetalle keine große Rolle, nennenswerte Umsätze weisen allenfalls der WisdomTree Industrial Metals (GB00B15KYG56) und der WisdomTree Copper (GB00B15KXQ89) auf.

 

 

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