1. Polen, Tschechien & Co. als neue BRIC-Staaten?
Die Schwellenländer in Osteuropa und am Mittelmeer werden nach einer aktuellen Einschätzung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in diesem Jahr zwar einen Dämpfer ihrer Wirtschaftsaktivität verzeichnen, aber eine Rezession in den Griechenlandnahen Staaten befürchtet die Osteuropabank nicht. Die EBWE ist tätig und investiert in den folgenden 29 Ländern: Albanien Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Estland, Georgien, Kasachstan, Kirgisische Republik, Kroatien, Lettland, Litauen, Mazedonien (EJR), Moldau, Mongolei, Montenegro, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakische Republik, Slowenien, Tadschikistan, Tschechische Republik, Türkei, Turkmenistan, Ukraine, Ungarn und Usbekistan. Seit 2007 investiert sie nicht mehr in der Tschechischen Republik, verwaltet aber noch ihr dortiges Portfolio. Demnach wird sich das Wirtschaftswachstum in den Ländern des Fördergebiets im laufenden Jahr deutlich abflauen. Gleichwohl geht die Osteuropabank bislang aber nicht davon aus, dass sich die Konjunkturaussichten als Folge der nach der griechischen Parlamentswahl wieder gestiegenen Unsicherheiten gravierend verdüstern. Die EBWE rechnet unverändert damit, dass die Wirtschaft in ihrem Förderraum 2012 im Schnitt um 3,1 % zulegen wird – nach 4,6 % im vergangenen Jahr.
Selbst in den sieben Ländern der EBWE-Südosteuropa-Region, die Griechenland am nächsten liegen, rechnet die Bank nicht mit einer Eintrübung. Zwar spricht die EBWE angesichts einer Durchschnittsrate von 1,0 (i. V. 2,2) % von „anämischem Wachstum“ in diesem Jahr, ein Abrutschen in die Rezession erwartet die EBWE aber in keinem der Länder. Wachstumsabschwächungen befürchtet die Osteuropabank vor allem in jenen Ländern mit engen Verbindungen zu Euroland. Neben Südost- werden hierzu die Staaten Mitteleuropas einschließlich des Baltikums gezählt. Allein in Mitteleuropa dürften laut EBWE mit Kroatien (-0,6 %), Ungarn (-1 %) und Slowenien (-2 %) in diesem Jahr gleich drei Länder schrumpfen – es wären laut aktueller Prognose die einzigen im gesamten Geschäftsgebiet. 2011 war lediglich Slowenien von der Rezession betroffen. Allerdings ist die EBWE für die acht Länder dieser Region insgesamt optimistischer gestimmt als noch zu Jahresbeginn: Erwartet wird nun 2012 im Schnitt statt bislang 1,4 % ein Wachstum von 1,6 %. Besser entwickeln sich demnach Polen und die Slowakei. Jüngste Daten ließen zwar darauf schließen, dass sich der Kapitalabfluss aus dem Fördergebiet nicht weiter beschleunigen werde, hieß es. Ein negatives reales Kreditwachstum sowie sinkende Exporte würden das Wachstum aber behindern. Förderländern wie Russland (4,2 %), der Ukraine und der Türkei (je 2,5 %) traut die EBWE in diesem Jahr vor allem dank des hohen Ölpreises vergleichsweise hohe Wachstumsraten zu.
Auch zahlreiche Bank-Analysten zeigen sich für Osteuropa optimistisch und sehen Interesse bei Investoren. Die Risikofreude der Anleger ist demzufolge zuletzt spürbar gestiegen, und mit den jüngsten Liquiditätsspritzen der EZB hat sich das Börsenumfeld deutlich verbessert, was auch die Aktienmärkte Osteuropas spüren. So rechnen Asset-Manager für die Region trotz offenkundiger konjunktureller Risiken und politischer Unsicherheiten auch in den kommenden Monaten mit einer guten Performance. Für einige gelten Länder wie Polen und Tschechien schon als die neuen BRIC-Staaten, die als attraktive Anlageziele Brasilien und China ablösen könnten.
Um in die Märkte in Osteuropa zu investieren, gibt es zahlreiche Möglichkeiten vom Partizipationszertifikat auf Börsen-Indizes wie BUX (Ungarn), CECE (Osteuropa gesamt), RDX (Russland), ROTX (Rumänien), WIG20 (Polen) bis zu Aktienanleihen, Bonus- und Capped Bonus-Zertifikate, Discout-Zertifikate und Optionsscheine auf die Börsen-Indizes CECE (Osteuropa gesamt) und RDX (Russland).
Auch auf die Börsen-Indizes CECE, den übergreifenden Osteuropaindex, der die Lände-rindizes Hungarian Traded Index (HTX), Czech Traded Index (CTX) und Polish Traded Index (PTX) umfasst, sowie den RDX, den Russian Depositary Index (RDX), der die liquidesten Global Depositary Receipts (GDRs) beinhaltet, die an der London Stock Exchange gehandelt werden, gibt es zahlreiche Investmentmöglichkeiten. Beim CECE sind es 46 ausgewählte Produkteund beim RDX sind es 37 ausgewählte Produkte.
2. Das Währungspaar EUR/GBP
Das Kurspaar EUR/GBP gilt als beliebtes Währungspaar unter den Anlegern, dabei gilt der Euro als Bezugswährung und das Britische Pfund Sterling als Gegen- oder Kurswährung. Die Währungen EUR/GBP werden dabei in ihrem Wert zueinander verglichen. Beispielsweise bedeutet die Notierung EUR/GBP 0,80, dass 1 Euro für 0,80 Britische Pfund (80 Pence) gehandelt wird. Steigt die Notierung des Paares von 0,80 EUR/GBP auf 0,90, bedeutet dies, dass der Euro stärker und das Britische Pfund schwächer wird. In dieser Situation würde ein Anleger kaufen, wenn er glaubt, dass der Euro sich weiterhin gegenüber dem Pfund verstärkt.
Zum Hintergrund: Ein Währungspaar besteht aus der Basiswährung (Base Currency), die in der Gleichung als erste aufgeführt ist, und der Gegenwährung (Quote oder Counter Currency), die als zweite steht. Das Währungspaar kann gekauft oder verkauft werden. Wenn ein Währungspaar gekauft wird heißt das, dass der Trader die Basiswährung kauft und gleichzeitig die Gegenwährung verkauft. Wenn im gegenteiligen Fall der Trader das Währungspaar verkauft, bedeutet das, dass er die Basiswährung verkauft und die Gegenwährung kauft. Im Fall des Kaufs des Währungspaares steht der
Geldkurs (Bid Price) für die Summe der Gegenwährung, die erforderlich ist, um eine Einheit der Grundwährung zu bekommen. Wenn das Währungspaar verkauft wird, dann steht der
Briefkurs (Ask Price) für die Summe der Gegenwährung, die Sie für jede Einheit der Grundwährung erhalten werden. Währungspaare fallen in zwei verschiedene Kategorien. Eine Kategorie umfasst die wichtigsten Währungspaare, die andere Kategorie die sogenannten Cross Currencies. Die wichtigsten Währungspaare bestehen aus dem US-Dollar und anderen Hauptwährungen, während die Cross Currency-Paare keine US-Dollar enthalten. Beispiele für Währungspaare mit Hauptwährungen (major currency pairs) sind USD/GBP, JPY/USD und CHF/USD. Beispiele für Cross Currency-Paare sind GBP/CHF, EUR/JPY und CAD/AUD. Die wichtigsten
Währungspaare für den Währungshandel sind EUR/USD (Euro/US-Dollar), USD/JPY (US-Dollar/Japanischer Yen), EUR/JPY (Euro/Japanischer Yen), GBP/USD (Britisches Pfund/US-Dollar), USD/CAD (US-Dollar/Kanadischer Dollar), USD/CHF (US-Dollar/Schweizer Franken), EUR/CHF (Euro/Schweizer Franken).
Das Wochenchart des Währungspaares EUR/GBP zeigte für Mitte Mai, dass eine wichtige Unterstützungszone gebrochen wurde : Der Kurs des EUR/GBP hat die untere Begrenzung des groß angelegten Abwärtsdreiecks nach durchbrochen. Das lässt auf mittelfristige Sicht eine erhöhte Volatilität erwarten. Die Bank of England (BoE) wird sicherlich beobachten, wie ein überstarkes britisches Pfund die wirtschaftliche Erholung nach der Finanzkrise konterkarieren könnte. Daher erwarten Währungsexperten, dass neben dem „Quantitative Easing“ auch offene Interventionen als Maßnahmen ins Auge gefasst werden könnten, so wie es die Schweizer Nationalbank mit der Fixierung des Wechselkurses zum Euro bereits umgesetzt hat. Auf der anderen Seite steht die Schuldenkrise im Euroland, die Sorgen über die Stärke und die Stabilität des Euros hervorruft. Infolge dessen lässt die teilweise einsetzende Kapitalflucht die Währungen der vermeintlich sicheren Häfen gegenüber dem Euro steigen. Sollte die BoE in den nächsten Wochen nicht offen intervenieren, dann könnte ein weiterer dynamischer Kursrutsch anstehen. Damit läge die nächste technische Unterstützungslinie in dem Kursbereich um etwa 0,77 GBP. Sollte die Unterstützung bei 0,77 GBP im Laufe der nächsten Wochen auch noch durchbrochen werden, dann ist aus charttechnischer Sicht der Weg relativ frei bis in Kursbereiche von 0,70 GBP, die bei dem Währungspaar zuletzt in den Jahren 2006/2007 verzeichnet wurden. Nach dem starken Abverkauf des Euros gegenüber dem britischen Pfund könnte jedoch eine technische Korrektur anstehen, die den Kurs des Währungspaares zurück über die alte Unterstützungszone bringt, welche zwischen den Marken 0,8130 GBP und 0,8050 GBP verläuft. Diese Unterstützungslinie hat sich aus charttechnischer Sicht, und auch aus Sicht eines Short Traders, nun zum Widerstand für den Devisenkurs EUR/GBP gewandelt. Deutliche Wochenschlusskurse oberhalb der Widerstandszone würden den Ausbruch nach unten vorerst neutralisieren. Ein Initial Stopp für eine Short Position im EUR/GBP könnte bei 0,8250 GBP gesehen werden. Bei einer Short Posi-tion im EUR/GBP geben Experten zu bedenken, dass verbale Interventionen vonseiten der BoE größere Kurssprünge nach oben verursachen könnten. Kurse oberhalb dieser Marke würden das anvisierte Short Szenario vorerst aushebeln und einen weiteren Kursanstieg bis zur Marke von 0,85 GBP ermöglichen. Ein ausgemachtes Kursziel auf Sicht von 6 Monaten könnte die nächste technische Unterstützungslinie aus dem Jahr 2008 sein, welche bei der Marke von 0,77 GBP verläuft.
Ein interessanter Zeitpunkt also, um jetzt im Währungspaar EUR/GBP einzusteigen. Hier bieten sich sowohl klassische Optionsscheine als auch Open End Turbo-Optionsscheine als Anlagevarianten an. Denn mit dem Kauf eines Call- oder Put-Optionsscheins spekulieren Anleger auf das Ziel, überproportional von den Kursbewegungen eines Basiswertes, hier des Währungspaares EUR/GBP, zu profitieren. Dabei reagieren Call-Optionsscheine positiv auf steigende und negativ auf fallende Kursbewegungen des Basiswertes. Put-Optionsscheine reagieren dagegen umgekehrt positiv auf fallende und negativ auf steigende Kursbewegungen des Basiswertes. Mit Open End Turbos können Anleger überproportional an Kursveränderungen des Währungspaar EUR/GBP partizipieren. Da Turbo-Optionsscheine als Long und als Short angeboten werden, kann nicht nur von steigenden, sondern auch von fallenden Kursen profitiert werden. Bei dem Einsatz von Open End Turbos kann es aufgrund des Hebeleffektes nicht nur zu deutlichen Gewinnen, sondern auch zu Verlusten bis hin zum Totalverlustrisiko kommen.
Weitere Informationen zu Anlagemöglichkeiten in klassische Optionsscheine und Open End Turbo-Optionsscheine auf das Währungspaar EUR/GBP finden Sie hier.
3. Der Portfolio-Klassiker Rohstoffe – auch in unruhigen Zeiten
Die Entwicklungen der Weltwirtschaft haben in den vergangenen Wochen zu rückläufigen Kursen an den Börsen geführt. Rohstoffe waren hier nicht ausgenommen. Besonders abhängig von der Weltkonjunktur sind die Industriemetalle. Aufgrund ihrer hohen Bedeutung für die produzierende Wirtschaft bestimmt sich der Preis oftmals zu großen Teilen nach dem wirtschaftlichen Weltklima. Eines der am meisten nachgefragten
Industriemetalle ist Kupfer und auch hier mussten deutliche Kursverluste verzeichnet werden. Genau diese Situation kann allerdings auch Chancen für Anleger eröffnen.
Alle wichtigen Rohstoffe haben seit den Preisspitzen 2010/2011 nachgegeben (Quelle: Bloomberg, Thomson Reuters). Die Abschläge bei den Industriemetallen sind auf eine geringere Nachfrage großer Verbraucher wie China zurückzuführen und deuten auf eine Abkühlung der Konjunktur hin. Öl hält sich dagegen stabil, was insbesondere den politischen Risiken in den großen Förderländern und dem weltweit hohen Energieverbrauch geschuldet ist. Bei
Gold mit einem Wertverlust von etwa 17 Prozent hält sich der Abschlag in Grenzen, das Edelmetall bleibt daher Anlagefavorit. Angesichts der aktuellen Entspannung sehen Rohstoffexperten allerdings keinen Grund zur Entwarnung, sie erwarten weitere Schwankungen infolge der Eurokrise und der erlahmenden Konjunktur in China.
Auch für private Anleger ergeben sich in solchen Marktphasen Chancen, in den Rohstoffmarkt zu investieren und auf diese Weise ihr Portfolio zu diversifizieren sowie Renditechancen zu nutzen. Dabei steht ihnen eine breite Palette an Möglichkeiten offen, mit denen sie nahezu alle Rohstoffsorten abbilden und jede Markterwartung umsetzen können. Ob Einzelrohstoffe, diverse Baskets oder Indizes – für alle Bereiche gibt es passende Anlageprodukte. Dabei reicht die breite Produktpalette von Airbag-Zertifikaten, Bonus- und Capped Bonus-Zertifikaten über Capped Reverse Bonus-Zertifikate, Discount-Zertifikate, Memory und Duo-Memory Express-Zertifikate, Garantie-Zertifikate, Partizipationszertifikate, Korridor Bonus- und Reverse Bonus-Zertifikate bis zu Open End Turbos, End Inline und Inline Optionsscheinen, Short Index-Zertifikaten, StayHigh/StayLow Optionsscheinen und Klassischen Optionsscheinen.
Vor allem mit Teilschutz-Produkten wie
Bonus-Zertifikaten mit und ohne Cap haben Anleger die Möglichkeit, vom Potenzial der Rohstoffmärkte zu profitieren, sich aber gleichzeitig bis zu einem gewissen Niveau gegen Kursrücksetzer abzusichern. Diese Produkte eignen sich für Investoren, die mit einem Aufwärtstrend rechnen, Kursrücksetzer aber nicht ausschließen. Für Anleger, die überproportional an den Entwicklungen der Rohstoffmärkte partizipieren wollen und bereit sind, dafür ein höheres Risiko einzugehen, gibt es diverse Hebelprodukte auf Rohstoffe. Je nachdem, ob der Anleger mit einem Hebeleffekt auf steigende oder fallende Rohstoffkurse setzen will oder in Seitwärtsmärkten überdurchschnittliche Renditen erzielen möchte, kann er sich für Call-Optionsscheine, Put-Optionsscheine oder Inline-Optionsscheine entscheiden. Bei den letztgenannten Papieren erzielt der Anleger überproportional hohe Renditen, wenn der Basiswert während der Laufzeit ausschließlich in einem vorab festgelegten Kurskorridor schließt.
Interessante Anlagemöglichkeiten stellen auch das Partizipations-Zertifikat auf den SG Edelmetall Basket (ein währungsgesicherter Rohstoffkorb auf Gold, Silber, Platin und Palladium) mit der WKN SG0HPP sowie das Partizipations-Zertifikat auf den SG Industriemetall Basket (ein währungsgesicherter Rohstoffkorb auf Aluminium, Kupfer, Blei, Nickel, Zinn und Zink) mit der WKN SG0HPQ dar.