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Wenn die Zinsen steigen, steigen auch die Rohstoffpreise

Van Eck:

  1. Im steigenden Zinsumfeld sollten Investoren ihr Portfolio kritisch überprüfen
  2. In einem fortgeschrittenen Konjunkturzyklus steigen üblicherweise Rohstoffpreise und Leitzinsen.
  3. Die Nachfrage scheint die Produktion und das Angebot in verschiedenen wichtigen Sektoren zu übertreffen

Nach der Ankündigung des neuen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, die US-Notenbank könne ihre Geldpolitik in den kommenden Jahren deutlich aggressiver straffen als bisher, besteht für Anleger Handlungsbedarf. „Nach fast einem Jahrzehnt, in dem der US-Leitzins bei rund null Prozent lag, sehen wir die Zeit für Investoren gekommen, ihr Portfolio kritisch zu bewerten und auf ein Umfeld steigender Zinsen auszurichten,“ sagt Shawn Reynolds, Portfoliomanager des Global Hard Assets Fund bei VanEck.

Der Experte rät zu einer stärkeren Allokation in Rohstoffen, die den vergangenen 50 Jahren während Phasen der geldpolitischen Straffung die beste Kursentwicklung unter allen Anlageklassen gezeigt hätten.

 

Der Experte spricht von einer historischen Korrelation zwischen steigenden Zinsen und Rohstoffpreisen in spätzyklischen Phasen. „In einer normalen Zyklusentwicklung expandiert die Wirtschaft und gewinnt an Dynamik, gleichzeitig übersteigt die Nachfrage nach Rohstoffen die Produktion sowie das bestehende Angebot“, so Reynolds.

Generell reagiere die Fed auf diese wirtschaftliche Dynamik mit Zinsanhebungen, da die Inflationserwartungen zunehmen. Ihr Ziel liegt darin, den Konjunkturzyklus auszuweiten, indem sie die Zinsraten auf einem Level hält, das es der Wirtschaft erlaubt, bei Vollbeschäftigung und unter Beibehaltung des vorgegebenen Inflationszieles von rund zwei Prozent zu operieren. Aus diesem Grund seien die Rohstoffpreise in der Vergangenheit immer dann gestiegen, sobald die Zentralbanken damit anfingen, die Zinsen zu erhöhen.

 

 

Jeder Konjunkturzyklus verläuft anders, das gelte auch für die aktuelle wirtschaftliche Expansion. „Der aktuelle Wirtschaftszyklus zählt zu den längsten der Nachkriegsgeschichte. Die wirtschaftliche Expansion hat lange auf sich warten lassen, dafür gewinnt sie rasch an Momentum. Es scheint allerdings, als treten wir derzeit in die spätzyklische Phase ein. Wieder einmal steigen die Zinsen und damit die Rohstoffpreise“, so Reynolds. In vielen wichtigen Sektoren beginne die Nachfrage, die Produktion und das verfügbare Angebot zu übertreffen.

 

In den nächsten Jahren werden deutlich aggressivere Zinserhöhungen erwartet. Gleichzeitig könne es aufgrund jahrelanger Investitionskürzungen in der Metall- und Ölindustrie zu Engpässen in der Rohstoffversorgung kommen. Portfoliomanager Reynolds resümiert: „Wir sehen für Investoren derzeit reichlich Gründe, ihre Allokation zu überprüfen und Positionen im Rohstoffsektor auf- oder auszubauen.“

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