Aktie im Fokus: IBM nach Red Hat Übernahme in der fundamentalen Analyse

XTBInternational Business Machines (IBM) überraschte vorletzte Woche mit der Ankündigung einer großen Akquisition. Es gab Gerüchte, dass der Deal Anfang des Jahres abgeschlossen werden könnte, doch die Wenigsten dürften mit solch einer schnellen Umsetzung gerechnet haben. In dieser Analyse werden wir einen Blick auf die Details der Transaktion werfen und den aktuellen IBM-Ergebnisbericht prüfen.

IBM verzeichnete in den letzten Jahren ein negatives Umsatzwachstum und die bevorstehende Übernahme könnte dazu beitragen, die Situation zu verbessern. Quelle: Bloomberg, XTB Research

 

IBM, eines der bekanntesten US-Technologieunternehmen, gab am 28. Oktober 2018 bekannt, dass es Red Hat (RHT.US / ISIN: US7565771026) einschließlich seiner Schulden in einem 34 Mrd. USD-Deal übernehmen wird. Red Hat ist ein US-Softwareunternehmen, das sich auf Open-Source-Softwareprodukte für Unternehmen spezialisiert hat. Dies ist für IBM entscheidend, da es einer der Pioniere im Hybrid-Cloud-Bereich ist, der nächsten Stufe des Cloud-Computings, bei der Open-Source-Lösungen eine Schlüsselrolle spielen sollen.

Während der Telefonkonferenz am Montagmorgen sagte Ginni Rometty, CEO von IBM, dass bisher nur 10-20% der IBM-Kunden ihre Arbeit in die Cloud verschoben haben und die Expansion in die Hybrid-Cloud – aufgrund verbesserter Funktionen für Kunden – erfolgreicher sein könnte. Allerdings ist der Bereich Cloud-Computing hart umkämpft, da Unternehmen wie Salesforce.com, Microsoft oder Dell in den letzten drei Jahren ebenfalls teure Akquisitionen getätigt haben.

Während IBM in den letzten Quartalen mit dem Umsatzwachstum zu kämpfen hatte, hatte Red Hat keine ähnlichen Probleme. Darüber hinaus hat Red Hat auch weniger volatile Gewinnmargen als IBM. Ein deutlicher Ergebnisrückgang, der in den Charts in Q4 2017 für IBM und Q1 2018 für Red Hat sichtbar ist, kann auf Sondereffekte im Zusammenhang mit der US-Steuerreform zurückgeführt werden. Quelle: Bloomberg, XTB Research

 

Abgesehen davon gibt es eine Reihe von interessanten Fakten über Red Hat, die für IBM besonders interessant sind. Red Hat ist eines der wenigen Unternehmen, das im Open-Source-Softwaregeschäft tätig ist und bisher in der Lage war, seinen Umsatz ständig zu verbessern und einen positiven freien Cashflow zu erzielen. Während IBM recht solide freie Cashflows aufwies, kämpfte die Firma in den letzten Jahren mit den Einnahmen. Nach Abschluss des Deals (erwarteter Termin: Zweite Jahreshälfte 2019) wird Red Hat als eines der Geschäftsbereiche von IBM agieren. IBM sagte jedoch, dass Red Hat seine Zentrale, Marken und Praktiken behalten soll. Wie bereits erwähnt, haben sich zahlreiche Unternehmen dazu entschieden, kleinere Unternehmen aus der Cloud-Branche zu erwerben.

Andere Unternehmen haben auch Interesse an Red Hat gezeigt und dies könnte der Hauptgrund für die signifikante Prämie sein, die IBM anbietet. IBM gab letztens bekannt, dass sie Red Hat für 190 USD pro Aktie kaufen wird, was eine Prämie von 63% auf den Schlusskurs vom Freitag entspricht. Insgesamt hat der Deal einen Wert von 34 Mrd. USD und ist die zweitgrößte Akquisition eines Technologieunternehmens (Übernahme von EMC durch Dell war 67 Mrd. USD wert).

Der Bereich “Technology Services and Cloud Platforms” macht etwa die Hälfte des Umsatzes von IBM aus. Der Red Hat-Deal könnte dazu beitragen, diesen Bereich wieder auf den Wachstumspfad zu bringen. Quelle: Bloomberg, XTB Research

 

Am 16. Oktober hat IBM seinen Ergebnisbericht für das dritte Quartal des Geschäftsjahres veröffentlicht. Das Unternehmen konnte mit einem Gewinn je Aktie von 3,42 USD die Erwartungen leicht übertreffen. Andererseits belief sich der Umsatz auf 18,756 Mrd. USD gegenüber erwarteten 19,085 Mrd. USD. Betrachtet man einzelne Bereiche, so fällt auf, dass “Technology Services and Cloud Platforms” (größter Geschäftsbereich von IBM) auf Jahresbasis einen um 2% geringeren Umsatz verzeichnete. Dies ist zwar ein beunruhigendes Zeichen, doch die geplante Übernahme von Red Hat könnte dieser Entwicklung entgegenwirken.

Auch der andere große Bereich “Cognitive Solutions” wies einen Umsatzrückgang auf, während die Bereiche “Global Financing” und “Systems” den Umsatz auf Jahresbasis steigern konnten. Allerdings ist für IBM das vierte Quartal meist das stärkste und diesmal dürfte es durch die Geschäfte mit Economical Insurance, ExxonMobil oder Novis nicht anders sein.

Der Aktienkurs von IBM ist nach der Veröffentlichung des letzten Ergebnisberichts stark gesunken. Da der schwache Umsatz im Cloud-Geschäft einer der Hauptgründe für einen Rückgang war, kann die Übernahme von Red Hat dazu beitragen, die Stimmung gegenüber dem Unternehmen zu verbessern. Quelle: xStation 5

 

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