Marktkommentar: Wall Street tritt auf der Stelle

XTB: Die drei großen US-Aktienindizes stoppten ihre seit Anfang der Woche zu beobachtenden Anstiege und schlossen am Donnerstag flach. Die Nachricht, dass ein Trump-Xi-Treffen nicht Ende diesen Monats stattfinden wird, versetzte der Käuferseite einen Dämpfer und sorgte dafür, dass der marktbreite S&P 500 die Widerstandszone um die 2.820 Punkte-Marke vorerst nicht überwinden konnte.

„Wir befinden uns an einem Punkt im Technologiezyklus, an dem Investoren beginnen, reine Impulsinvestoren zu werden. Du hast diese Vorstellung, wo die Leute glauben, dass Tech-Werte nicht mehr zyklisch sind. Es ist etwas Neues. Es ist etwas anderes. Und das klingt ein wenig nach März 2000“, sagte der berühmte Investor Richard Bernstein diese Woche bei CNBC.

Einige Monate vor dem Platzen der Dotcom-Blase warnte Bernstein vor einer Überbewertung des Tech-Sektors. Das heißt nicht, dass sich ein solchen Szenario wiederholt, aber in einem Umfeld eines sich verlangsamenden Wachstums könnte die sensible Technologiebranche einem erhöhten Abwärtsrisiko ausgesetzt sein.

Entscheidend ist, wie stark sich dies in den nächsten Quartalsberichten auf die Ertragslage der Unternehmen auswirkt.

 

 

 

 

In diesem Kontext sollte auch der Volatilitätsindex erwähnt werden, der nach dem Einbruch im Dezember des vergangenen Jahres wieder rückläufig war und sich nach der bisherigen Rallye 2019 wieder auf verhältnismäßig tiefem Niveau aufhält. Unter Berücksichtigung des oben genannten starken Widerstands beim S&P 500 könnte dies Fragen über die bisherige Aufholjagd aufwerfen.

Kurzfristig wäre eine korrektive Bewegung durchaus angebracht und könnte den Fokus der Anleger wieder mehr auf die sicheren Häfen wie Gold oder den JPY lenken.

Der heutige Tagesschlusskurs wird uns Hinweise liefern, ob die Bullen Kraft für einen weiteren Anstieg in Richtung Allzeithochs haben oder der Markt eine Verschnaufpause einlegen könnte.

Die chinesischen Aktien profitierten am Freitag wiederum von positiven Signalen beim bislang ungeklärten Handelsstreit zwischen den USA und China, wobei der CHNComp seine gesamten Verluste der vergangenen Woche wieder zurückgewinnen konnte.

Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete heute von einem Telefonat zwischen Chinas Vizepräsident Liu He und den US-Handelsvertretern Steven Mnuchin und Robert Lighthizer sowie Fortschritten bei den aktuellen Verhandlungen. Ausschlaggebend für ein verbessertes Stimmungsbild war zudem die Ankündigung von Steuersenkungen vom chinesischen Premierminister Li Keqiang.

 

 

 

 

Des Weiteren ist das gestrige positive Ergebnis der von Theresa May versprochenen Abstimmung zur Verlängerung von Artikel 50 hervorzuheben. Das britische Parlament stimmten mit 412 zu 202 Stimmen für eine Verschiebung des Brexit-Termins. Die Premierministerin konnte dadurch zwar etwas Zeit gewinnen, aber das Grundproblem hinsichtlich eines neuen Plans bleibt bestehen, zumindest nachdem der mit der EU ausgehandelte Deal bereits zweimal abgelehnt wurde.

Dennoch sind die GBP-Händler nach den drei wichtigen Abstimmungen in dieser Woche wieder deutlich optimistischer eingestellt.

Die große Frage ist nun, in welchem Umfang eine Verschiebung erfolgt. Wenn das Abkommen nächsten Woche im Parlament verabschiedet werden sollte, würde es zu einer „kurzen“ Verschiebung von zwei bis drei Monaten kommen. Ansonsten könnte der Brexit-Prozess weiter nach hinten ausgezögert werden, entscheidend wird ebenfalls die anonyme Abstimmung zur Gewährung einer Verlängerung der einzelnen EU-Mitglieder beim EU-Gipfel sein, der bereits Ende nächster Woche stattfindet. Die EU-Politiker haben bereits angekündigt, dass gute Gründe für eine Verschiebung notwendig seien.

Beim GBPUSD ist es am Donnerstag im Vergleich zur bisherigen Woche recht ruhig geblieben.

Das Paar verbuchte am Ende des Handelstages einen überschaubaren Verlust und notiert heute Morgen bei 1,3230.

 

 

 

 

Für den DE30 scheinen die Jahreshochs sowie der auf dieses Niveau fallende 200er EMA trotz der Bemühungen der Bullen unüberwindbar zu sein. Nach ersten Anstiegen während der Asien-Sitzung ist kurz nach der europäischen Eröffnung wieder eine leichte Abwärtstendenz zu erkennen.

Ein Befreiungsschlag über die genannten Hürden zum Ende der Handelswoche wäre wünschenswert, derzeit scheinen sich diese jedoch zu festigen.

 

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