14.11.2017

Warum stürzte der Bitcoin um 30% ein? Erklärung der Hard Forks

XTB

  • Nach Ausbildung neuer Allzeithochs brach der Bitcoin-Preis um 30% ein, die Kryptowährung konnte sich aber wieder erholen
  • Nach dem Scheitern des SegWit2x (Software Update) suchen einige Miner nun nach Alternativen
  • Bitcoin Gold hatte einen langsamen Start


In den letzten Wochen war der Bitcoin-Preis  (BTCUSD in der xStation 5) von einer unglaublichen Volatilität geprägt. In der Vergangenheit gab es bei der Kryptowährung immer wieder extreme Preisschwankungen. Verantwortlich waren meistens neue Nachrichten bezüglich neuer Anerkennungen oder Verboten von Bitcoin-Transaktionen.

Diesmal geht es jedoch um etwas Größeres. In dieser Analyse werden wir uns die mysteriösen Bitcoin-Spaltungen (“Forks”) einmal näher anschauen und versuchen, die jüngsten Kursbewegungen etwas genauer zu erklären.
 

Wie begann alles?

Bitcoin ist ganz klar einer der Vorreiter in der Welt der Kryptowährung und ein Pionier bei der Blockchain-Technologie. Aufgrund der immensen Popularität gibt es natürlich entsprechenden Wettbewerbsdruck von neueren und effizienteren Lösungen.

Die Entwickler der Bitcoin-Blockchain sind sich dessen bewusst, dass die Währung weiter verbessert werden muss, um die Rallye aufrechterhalten zu können. Allerdings ist man sich diesbezüglich nicht wirklich einig, da es nun drei verschiedene Versionen des Bitcoins gibt, die gegeneinander antreten und um das Interesse der Investoren konkurrieren.    
 

3 Bitcoin Forks

Die Markteinführung von Bitcoin Cash fand am 1. August statt und bietet eine Blockgröße von 8 MB an. Beim Bitcoin liegt diese im Vergleich nur bei 1 MB. Eingeführt wurde die Währung, um den Verifikationsprozess zu beschleunigen.

Daher könnte diese mehr und mehr die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich ziehen, da die Gebühren deutlich niedriger ausfallen, die Prozesse der Transaktionsprozesse beschleunigt werden können und somit in einer höheren Profitabilität für Miner resultiert.

Unterstützer des Bitcoin Cashs glauben, dass SegWit2x die Stärke des Bitcoin, insbesondere die Dezentralisierung und die Demokratisierung, gefährdeten könnte.

Bitcoin Cash hatte einen langsamen Start und zuerst sah es so aus, als würde es durch eine verbesserte Version des ursprünglichen Bitcoin ins Abseits gedrängt werden. Allerdings führte der fehlende Konsens im Hinblick auf das Upgrade des Bitcoin Blockchains zu einem höheren Interesse am Bitcoin Cash.  

 

Am 12. November fand die Markteinführung von Bitcoin Gold statt. Hauptziel des neuen Mining-Systems war eine bessere Zugänglichkeit zu schaffen, sodass auch Nutzer mit weniger effizienterer Hardware in der Lage sind die neue Kryptowährung zu schürfen (“to mine”).

Beim Bitcoin Gold liegt die Blockgröße bei 1 MB (kann aber bis auf 4 MB angepasst werden) und ist somit kleiner als die des Bitcoin Cash. Allerdings gibt es einige Unsicherheiten beim Bitcoin Gold.

Die Währung wird von einem Hardware-Produzenten gefördert, einigen Minern gelang es aber bereits vor der Einführung, Coins zu kreieren. Dies stellt natürlich die Legitimität der neuen Kryptowährung in Frage.
 

Die “SegWit2x Hard Fork” war einer der umstrittensten Pläne bezüglich des ursprünglichen Bitcoin. Stattfinden sollte diese Mitte November. Zuerst war der Plan, die originale Währung nur zu verbessern. Allerdings konnten sich die Verantwortlichen bei der Implementierung nicht einig werden.

Befürworter von SegWit2x verlangten daraufhin ein “Hard Fork”. Geplant war die Schaffung von Bitcoin 2x, welches die erste Bitcoin-Version womöglich überrannt und ersetzt hätte. Vermutlich hatte ein breites Themenspektrum nachteilige Auswirkungen auf die Unterstützung von SegWit2x, sodass die Spaltung nicht umgesetzt werden konnte.


Erklärnug der Preisdynamik

Der Bitcoin-Preis stieg um knapp 165%, von einem Tief von $ 2.970 (Mitte September) auf ein Allzeithoch von $ 7.862 (8. November). Anfänglich sah es so aus, als strömten Investoren trotz neuer anstehender Hard Forks zum Bitcoin, in dem Glauben, dass Bitcoin-Käufe ihnen garantieren würden, dass sie die neue Kryptowährung erhalten.  
 

Die 30%-ige Korrektur im November wurde insbesondere auf die Auswirkungen der verfehlten Einführung des SegWit2x zurückgeführt. Auch wenn der ursprüngliche Bitcoin Vorrang hatte, blieben die Skalierungsprobleme bestehen.

Viele gingen davon aus, dass es ein technisch ausgereifterer Bitcoin Cash eine bessere Lösung wäre. Der Bitcoin-Preis fiel und Bitcoin Cash stieg, beide Bewegungen liefen deutlich in entgegengesetzte Richtungen. Bedeutet dies, dass das ursprüngliche Bitcoin zurecht gewonnen hat?

Die Blockchain muss trotzdem in der Lage sein, mehr Transaktionen auf eine effizientere Weise zu verarbeiten. Und solten die Entwickler sich auf eine Lösung einigen, könnte in Zukunft ein neuer Hard Fork anstehen.  
 

Chartausblick


BTCUSD bleibt weiterhin im Aufwärtstrend. Quelle: xStation 5


Trotz des spektakulären Rückgangs von 30% beim BTCUSD ist die Korrektur nach den vergangenen starken Anstiegen nicht unbedingt als außergewöhnlich einzuschätzen.

In relativen Zahlen war die Korrektur sogar kleiner als die im September, die aufgrund eines Bitcoin-Verbots in China ausgelöst wurde. Aus charttechnischer Perspektive bleibt der Aufwärtstrend weiterhin intakt, insbesondere, da die Tiefs vom Oktober verteidigt werden konnten.

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