Was Sie zu CFDs und deren Handel wissen sollten!

An den Finanzmärkten weltweit brodelt es. Rezession, Zinssenkungen, Umsatzeinbrüche und Gewinnwarnungen waren die Begriffe der vergangenen Zeit, die die Medien beherrschten. Zwar haben sich viele Umstände wieder gebessert, doch nun steht es um die verschuldeten Staaten der Euro-Zone schlecht. Egal wie sich die Märkte verhalten, mit CFDs können Sie von steigenden und fallenden Kursen profitieren. Daher möchten wir Ihnen an dieser Stelle einige Grundlagen zu CFDs vermitteln.

Was sind CFDs?
Die Abkürzung CFD ist auf den englischen Begriff "Contract for Difference" zurückzuführen. Direkt zu übersetzen als Differenzkontrakt, gehört dieses Finanzinstrument somit zu der Gruppe derivativer Finanzinstrumente, wie z.B. auch Zertifikate.

Wie funktioniert ein CFD?

  • Differenzkontrakte bzw. die CFDs zählen nicht zu den Termingeschäften. Ein CFD hat weder eine Fälligkeit noch eine Haltedauer. Sie können einen CFD unbegrenzt in Ihrem Depot halten. Sie können mit einem CFD eine Long- oder Short-Position eingehen, also auf steigende oder fallende Kurse eines Basiswertes setzen.
  • Basiswert eines CFDs können Aktien, Rohstoffe, Währungspaare oder ganze Indizes sein.
  • Mit einem CFD hat der Anleger oder Trader die Möglichkeit, einen Basiswert zu handeln, ohne diesen besitzen zu müssen.

Besonderheiten von CFDs

Wie kam es eigentlich zu CFDs?

CFDs sind in den 90er-Jahren von findigen UBS-Bankern in London entwickelt worden. Diese wollten die britische Stempelsteuer (stamp-duty) für Aktien umgehen. Bei jeder Transaktion in Aktien war eine Stempelsteuer zu entrichten.

Mit CFDs wurde ein außerbörslicher Handel aufgesetzt. Somit konnte die Steuer umgangen werden, weil die Aktien selbst nicht mehr den Besitzer wechselten, sondern nur die derivativen Finanzinstrumente, die auf diese Aktien gehandelt wurden. Heute ist mehr als ein Viertel des Handelsvolumens der LSE (London Stock Exchange) auf CFDs zurückzuführen.

Was unterscheidet CFDs von Aktien oder Zertifikaten?


Unterschied zum Hebelzertifikat

  • Bei einem Zertifikat oder besser gesagt bei einem Hebelzertifikat entrichtet der Käufer einen Wertpapierpreis, den er von seinem Broker über die Börse oder über den außerbörslichen Handel offeriert bekommt.
  • Bei einem CFD hinterlegt der Käufer die Sicherheitsleistung (Margin). Im Regelfall ist diese von seinem persönlich gewählten Hebelverhältnis und dem gehandelten Basiswert abhängig.
  • Der CFD-Broker gewährt je nach Kontenmodell, Kontogröße, Margingröße und gewähltem Hebelverhältnis einen Fremdfinanzierungsgrad, der einem Wertpapierkredit gleicht. Bei Hebelzertifikaten sichert sich der Käufer bei dem Produkt durch ein "Knock-out-Level" ab, ab welchem das Zertifikat wertlos verfällt. Bei einem CFD wählen Sie durch das Hebelverhältnis den Fremdfinanzierungsgrad.
  • Entwickelt sich der Basiswert in die gewünschte Richtung, profitieren Sie überproportional. Bei einem Hebel von 10 erzielen Sie z.B. 50% Gewinn statt nur 5% mit dem Basiswert. Entwickelt sich der Basiswert in die gegenläufige Richtung, arbeitet das Hebelverhältnis gegen Sie. So erleiden Sie entsprechend Ihrem Hebel Verluste oder laufen gar Gefahr des Margin-Calls, des möglichen Totalverlustes, wenn Sie keinen Nachschuss abbilden können oder wollen.


Was ist unter Nachschuss bzw. Nachschusspflicht zu verstehen?

  • Ein Hinweis auf eine Nachschusspflicht kann durch Ihren Broker generiert werden, wenn die Höhe des freien Kapitals geringer als die hinterlegte Sicherheit (Margin) ist oder Ihr freies Kapital unter eine bei Ihrem Broker vorgeschriebene Kapitalgrenze fällt.
  • CFD-Broker verlangen von Ihnen bei Eingang einer Position eine Sicherheitsleistung – die Margin. Sollte sich nun nach Eröffnung Ihrer Position die Kursentwicklung in die falsche Richtung entwickeln, so wird Ihre Margin aufgebraucht.
  • Der Margin-Call ist nun der Hinweis des Brokers, die Margin zu erhöhen, um die Position im Markt halten zu können und die durch die Buchverluste Ihres Marginkontos entstandene Sicherheitslücke wieder zu schließen. Dieser Margin-Call kann telefonisch oder eben via E-Mail oder Pop-Up-Fenster im Handelssystem erfolgen.
  • Der Margin-Call ist folglich nichts anderes als der Hinweis des Brokers, im Falle der Unterschreitung der hinterlegten Sicherheitsleistung zusätzliche Sicherheitsleistungen für eine bestehende Position zu erbringen.
  • Bei vielen Brokern erfolgt zudem eine automatische Glattstellung, wenn das freie Kapital auf 0,00 Euro fällt oder das Gesamtkapital einen gewissen Betrag unterschreitet. Sie haben auf diese Weise die Sicherheit, dass Sie nie mehr Geld verlieren können, als Sie tatsächlich auf Ihrem Account vorhalten.
  • Wenn Sie einen Nachschuss abbilden können oder wollen, so läuft Ihre Position weiter.

 


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