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Interview mit Joe Rundle von ETX Capital zur Übernahme von Alpari

David Ernsting von Broker-Test im Interview mit Joe Rundle, Head of Trading beim CFD-Broker ETX Capital, zur Insolvenz von Alpari nach dem Franken-Schock, die anschließende Übernahme durch ETX Capital und die Auswirkungen auf den Deutschen Markt.

ETX Capital hat den Kundenbestand des Forexbrokers Alpari (UK) übernommen. Können Sie unseren Lesern kurz erläutern, wieso Alpari Anfang des Jahres insolvent gegangen ist?
Joe Rundle: Mitte Januar entschied die Schweizer Nationalbank (SNB), den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro aufzuheben. Dieser ungewöhnliche Schritt kam überraschend für den Forex-Markt. Durch die Entscheidung der SNB schoss der Kurs des Schweizer Franken gegenüber einer Reihe von Währungen – insbesondere dem Euro – in die Höhe. Das führte dazu, dass einige Trader hohe Gewinne gemacht haben, während andere große Summen verloren haben.

Dazu kommt, dass einige Brokerhäuser ihren Kunden den Handel mit hohen Hebeln angeboten haben, was zu extremen Gewinn- und Verlustausschlägen führte, als der Franken in die Höhe schoss.
 

Diese Broker wurden von den Ereignissen des 15. Januar besonders getroffen, da viele Kunden große Summen verloren haben, die ihre Geldeinlagen überstiegen. Dieses unglückliche Zusammenspiel von Ereignissen hat mehrere Broker – darunter Alpari (UK) – zu Fall gebracht, da sie – angesichts der Forderungen den Kunden gegenüber – nicht in der Lage waren, ihre Geschäftstätigkeit fortzusetzen.

Wie kam es dann zur Übernahme des Kundenbestands von Alpari (UK)?
Joe Rundle: ETX Capital war einer von mehreren Brokern, die für den Kundenbestand von Alpari (UK) geboten haben. Schließlich hat derjenige Bieter den Zuschlag erhalten, der den Konkursverwalter am meisten überzeugt hat, in einer idealen Lage zu sein, um die Kundenliste zu übernehmen.

Wie groß ist die Alpari (UK) Übernahme? Um wieviele Konten geht es? Wie hoch sind die Geldeinlagen?
Joe Rundle: Die Größe des Deals hängt weitgehend davon ab, wie viele Kunden sich dafür entscheiden, ihre Geldeinlagen über ETX zurückzuführen anstatt über die gemeinsamen Konkursverwalter. Wir haben einen bestimmten Betrag vorab bezahlt, haben uns aber auch auf ein Erfolgshonorar geeinigt, das davon abhängt, wie viele Kunden zu ETX wechseln. Potenziell handelt es sich um eine Transaktion von mehreren Millionen Pfund.

Wir sprechen von etwa 160.000 Konten von Alpari (UK), mit ungefähr 100 Millionen Dollar an gebundenen Kundengeldern.

 

Was will ETX Capital anders als Alpari machen? Und was macht ETX Capital nun für die ehemaligen Alpari Kunden?
Joe Rundle: Nun, wir bieten bei ETX keine so hohen Hebel an, wie es Alpari (UK) getan hat. Wie bereits in der ersten Frage erläutert, ist das für die Sicherheit der Kunden besser. In anderer Hinsicht haben wir jedoch speziell für die ehemaligen Alpari (UK) Kunden eine Handelsumgebung geschaffen, die der gleicht, die sie von Alpari kennen. Über spezielle Server stellen wir Tradern mit ETX Capital MetaTrader 4 ein MT4-Angebot bereit ganz ähnlich dem vormaligen Alpari (UK) Angebot.

 

Wir diskutieren außerdem die Möglichkeit, den Kunden, die sich dafür entscheiden, ihre von den Konkursverwaltern freigegebenen Gelder auf ihr ETX Capital Konto zu übertragen, einen Kreditrahmen zu gewähren. Wir können jetzt noch nicht genau sagen, wie viel das sein wird. Dazu müssen wir zunächst wissen, wie viel die Konkursverwalter jedem Kunden in der ersten Ausschüttung zurückzahlen werden und wann diese Ausschüttung stattfinden wird.


Gibt es dazu auch eine extra Support Hotline?

Joe Rundle: Es gibt einige Nummern, abhängig von dem Land, aus dem die ehemaligen Kunden kommen.

Die Nummer für UK ist +44 (0) 20 7392 1403, für Deutschland 0800 7237985. Die E-Mail-Adresse ist für alle Länder dieselbe  enquiries@etxcapital.com

Wir erwarten eine hohe Zahl an Anfragen von ehemaligen Alpari (UK) Kunden und haben eigens dafür neue Mitarbeiter eingestellt.

Welche Auswirkungen wird dieser Deal für ETX Capital haben?
Joe Rundle: Das hängt stark davon ab, wie viele ehemalige Alpari Kunden sich dafür entscheiden, ihre Gelder zu ETX zu transferieren und in Folge auch mit ETX Capital zu handeln. Potenziell könnte ETX weltweit um bis zu 50% wachsen, aber es ist jetzt noch zu früh, darüber zu spekulieren.

Was bedeutet das für den deutschen Markt?
Joe Rundle: ETX Deutschland hat das Potenzial ein weitaus bedeutenderes Unternehmen im deutschen CFD-Markt zu werden.

Was planen Sie sonst noch für 2015?
Joe Rundle: Wir sind im Gespräch mit mehreren anderen Parteien über die Möglichkeit weiterer derartiger Transaktionen. Nachdem wir 2014 ein Rekordjahr verzeichnen konnten, sind wir zuversichtlich, dass 2015 ein noch besseres Jahr für ETX wird.

Hinweis: Bei den Antworten handelt es sich um eine Übersetzung der englischen Originalfassung

Das Interview führte

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