VW ist pleite... na und?

Sie haben sicherlich schon einmal davon gehört, dass man nie alles auf eine Karte setzen soll. Das trifft auf die Börse genauso zu wie auf alles andere.

Ein einzelnes Unternehmen kann von heute auf morgen Pleite gehen, einem ganzen Unternehmenssektor wird dies nicht passieren.

Aktienfonds sind ideale Instrumente, um den Diversifikationseffekt möglichst auszunutzen. Manche sind zeitgleich in hunderte verschiedene Unternehmen auf der ganzen Welt investiert.

Diversifikation ist der Schlüssel

Hier schlagen exorbitante Verluste, die bei Einzelwerten immer wieder auftreten, nur minimal zu Buche. Durch einen Fonds können somit selbst kleine Anlagebeträge breit gestreut werden. Letztlich streut man damit immer auch die Risiken - nichts anderes bedeutet Diversifikation.

Stellen Sie sich vor, Sie haben nach langen Überlegungen einen Fonds gezeichnet, der in die deutsche Automobilindustrie investiert. Er läuft einige Jahre gut und Sie sind mit der Anlage zufrieden. Eines Tages lesen Sie in der Zeitung, dass VW kurz vor der Pleite steht und fürchten um Ihren Fonds. Sie sollten jedoch einen kühlen Kopf bewahren.

Es ist logisch, dass eine solche Meldung und die damit einhergehenden Bedingungen erst einmal auf die Kurse drücken und auch an Ihrem Fonds nicht spurlos vorbeigehen werden. Aber was sind die weiteren Konsequenzen, gesetzt den Fall, es kommt tatsächlich einmal so weit?

Szenario 1:
Die Politik greift ein. In diesem Falle würde eine Insolvenz gänzlich abgewendet und der Konzern so lange entsprechend unterstützt, bis er wieder profitabel arbeitet. So ist es im Falle Opel geschehen. Arbeitsplätze wurden gerettet und Politiker konnten sich profilieren. Auch ein Investment in das Unternehmen wird sich so über die Zeit regenerieren.

Szenario 2:
Der Markt reguliert sich selbst. Das Unternehmen geht pleite. Arbeitsplätze fallen Weg, Politiker werden gescholten, die Aktie wird vom Markt genommen, aber die Wirtschaft geht ihren gerechten Gang. Im kleineren Maßstab passiert so etwas regelmäßig.

Tausende von Unternehmen melden jährlich Insolvenz an, alleine in Deutschland. Meist hängt es ja doch mit einer inkompetenten Unternehmensleitung, falschen Entscheidungen oder einem ausgedienten Geschäftsmodell zusammen.

Gut. Lassen wir VW pleite gehen. Was passiert jetzt? Werden sich alle VW-Kunden jetzt nie mehr ein Auto kaufen oder gar gleich ihren Führerschein abgeben? Natürlich nicht. Der Markt bleibt bestehen. Die Gesamtnachfrage bleibt ungebrochen. Nur wird sie sich jetzt eben nicht mehr mit auf VW verteilen.

Alle anderen Autobauer werden ein wenig mehr profitieren, da sich die bisherigen VW-Fahrer mit der Zeit eben nach anderen Modellen umsehen müssen.

Genau hier kommt aber Ihr Fonds ins Spiel, denn dieser profitiert wiederum vom Erfolg der anderen Unternehmen. Somit wird der Verlust durch eine plötzliche Unternehmensinsolvenz über längere Sicht ausgeglichen.

Dank des Fonds sind Sie weiterhin an den Gewinnen der Automobilindustrie beteiligt. Durch den Diversifikationseffekt hätte selbst eine massive Unternehmenspleite nur einen zeitlich begrenzten Effekt, da diese den Automobilmarkt als Ganzes nicht verschwinden lässt.

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