Interview mit XTB zu Aktienhandel, Robo-Advisor und Kryptowährungen

Philipp von Breitenbach, XTB
Philipp von Breitenbach, XTB

Im Interview mit Philipp von Breitenbach, Senior Account Manager bei XTB Deutschland, sprach David Ernsting, Chefredakteur Broker-Test.de, über den Ausbau des Handelsangebots in Richtung Aktien und ETFs, die Einführung eines Robo Advisor für ETFs und die Aufnahme weiterer Kryptowährungen. Außerdem verriet uns Herr von Breitenbach, wie sich die XTB vorausschauend auf die ESMA-Regularien vorbereitet hat und unter welchen Voraussetzungen Trader trotz ESMA höhere Hebel einsetzen können.

XTB konnte eine starke erste Jahreshälfte 2018 vorlegen. Seit kurzem haben sich jedoch durch die ESMA-Regularien die Rahmenbedingungen geändert. Wie wirkt sich diese auf das aktuelle Geschäft aus?

Wir haben uns in der Tat mit einer Gewinnsteigerung von über 240% (y/y) im ersten Halbjahr ein gutes Polster aufbauen können. Seit August sind nun die Folgen aus den extrem angehobenen Marginsätzen durch die ESMA spürbar. Wer den deutschen Leitindex bei einem Stand von 12.500 Punkten mit einem Euro/Punkt traden möchte, muss nun 625 Euro Margin hinterlegen (statt vorher 62,50 Euro).

Um die ebenfalls neue Stop-Out Regel bei nun 50% freiem Margin-Level zu erläutern, stellen wir auch hier ein Beispiel auf: Nehmen wir an, das Tradingkonto ist ein wenig mehr als 625 Euro groß. Wer nun den beschriebenen Trade eingeht, hätte dann direkt ein Margin-Level von 100% und dann ca. 312 Punkte Platz, bevor der Trade automatisch geschlossen wird.

Die Erhöhung des Marginsatzes bedeutet also grundsätzlich, dass Trader weniger Trades mit weniger Schwankungsbreite als früher eingehen können. Für Trader, die sequenziell handeln (also ein Trade nach dem anderen), ist die Veränderung nicht so hart. Wir bemerken jedoch, dass andere Trader, die vorher mit 4-5 Positionen simultan im Markt waren, nun nur noch etwa die Hälfte an offenen Positionen halten. Dies macht sich natürlich auch in den Handelsumsätzen bemerkbar.

Was macht XTB, um auch in der zweiten Jahreshälfte stark zu performen?

xStation mobile

Nun, die zweite gute Nachricht aus dem Halbjahresbericht ist, dass wir unsere Profitabilität um rund 28% je Lot steigern konnten. Mit anderen Worten: XTB hat vorausschauend gehandelt und sich sehr kosteneffizient aufgestellt. Jetzt geht es darum, auf die zum Teil doch sehr verunsicherte Trader-Community zuzugehen und zu signalisieren „Wir bleiben hier, wir sind weltweit breit aufgestellt und die Veränderung haut uns nicht um“.

Von anderen Brokern hört man gerade, dass beispielsweise Messeauftritte und Marketing-Aktivitäten eingespart werden müssen, oder Swap-Punkte und andere Kosten erhöht werden, um das Loch auszugleichen. Uns geht es nicht so, wir ändern unser Budget nicht, wir sparen nicht ein oder füllen dieses Loch anderweitig.

Wir möchten zudem auch ganz im Gegenteil allen Tradern persönlich mit Rat und Tat zur Seite stehen, weshalb wir im kommenden Monat auf der GEWINN-Messe in Wien sowie im November auf der World of Trading in Frankfurt persönlich vor Ort sein werden.

Generell rechnen wir 2019 mit einer Konsolidierung des Brokermarktes in Europa, die XTB und anderen etablierten Brokern sicher mehr helfen als schaden wird.

Die xStation auf verschiedenen Endgeräten

Mit welchen Innovationen kann man von XTB in den nächsten Wochen und Monaten rechnen?

XTB wird die letzten Schritte gehen, um sich zu einem universalen Finanzdienstleister zu entwickeln. Das Angebot von Aktien und ETFs ist dabei der jüngste Schritt. Mit einem sehr konkurrenzfähigen Kostenmodell von 0,1% des Ordervolumens (mind. 3,99 Euro) und unserer preisgekrönten Handelsplattform xStation5, sorgen wir bereits jetzt für positive Überraschungen bei Aktienhändlern.

 

 

Im Bereich ETF wird zudem ein eigener Robo-Advisor hinzukommen, der automatisch eine einmal festgelegte Investmentstrategie für den Kunden ausführt.

Wie unterscheidet sich XTB hierbei von anderen Brokern?

xStation mobile

Neben der Hebeländerung hat die ESMA ja noch eine Vielzahl von weiteren Regulierungen in der EU erlassen, die andere Broker nun nacharbeiten müssen. Wir bei XTB Deutschland hatten durch die hiesige Regulierung bereits viele Vorgaben erfüllt.

Generell können Trader in bestimmten Fällen den alten Hebel behalten, da es von Seiten der ESMA möglich ist, sich als “Professioneller Trader” einstufen zu lassen, sofern die erforderlichen Kriterien erfüllt werden. Diese Möglichkeit bieten auch viele Broker.

Der Unterschied zu vielen anderen Anbietern ist hierbei jedoch, dass sowohl Private als auch Professionelle Kunden bei XTB von der Nachschusspflicht befreit bleiben. Am Markt ist dies leider kaum der Fall.

Welche Finanzprodukte werden bei XTB in nächster Zeit im Fokus stehen?

Ganz klar die Aktien sowie unsere Instrumente ohne Übernachtkosten. Wir möchten zeigen, dass man bei XTB auch als Berufstätiger mit wenig Zeit Swing- oder Positionstrading zu günstigen Konditionen betreiben kann. Dazu wollen wir für spekulative Trader unser Angebot an Kryptowährungen auf ca. 25 Werte erweitern und auch Crosspairs wie Bitcoin/Ripple anbieten.

Was wird von Tradern derzeit bei XTB am meisten gehandelt?

Die beliebtesten Instrumente sind immer noch der deutsche und amerikanische Leitindex, sowie das Euro-Dollar-Währungspaar. Aktuell sehen wir jedoch starke Zuwächse bei der türkischen Lira. Viele Trader, die an unserem Webinar vor der Türkeiwahl teilgenommen haben, machen nun entweder Kasse oder stocken Positionen auf.

Vielen Dank für das Gespräch!

Disclaimer
CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 82% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Handlungsansätze von XTB dar.

Dow Jones: Mal wieder uneinheitlich!

Markttechnische Analyse des Dow Jones Aktienindex innerhalb der Handelswoche 21.2019 – DJI30 CFDDer Aufwärtstrend im Dow-Jones (siehe kobaltblauer diagonaler Linienverlauf) ist nicht mehr intakt. A…

DAX: Chance auf Erholung bis 12.100 Punkte besteht weiter

Die abgelaufene Woche verlief recht durchwachsen. Ein großer Teil der Aktienindizes verbuchte im Vergleich zur Vorwoche Einbußen. Die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie de…

Theresa May kündigt Rücktritt an – Risiko eines No-Deal-Brexits steigt

Theresa Mays Ankündigung, am 7. Juni zurückzutreten, kommt wenig überraschend. Sie könnte allerdings zu einer Kettenreaktion führen, die sich schlussendlich negativ auf die Marktstimmung in Großbri…

Aktie im Fokus: VF Corporation – weiterhin stetige Dividendenpolitik?

Wenn man an große Bekleidungs- oder Schuhfirmen denkt, sind es in der Regel Nike (NKE.US / ISIN US6541061031) oder Adidas (ADS.DE / WKN A1EWWW), die einem zuerst in den Sinn kommen. Ein weiteres gr…

Cannabis-Trading-Anbieter keine nach § 32 KWG zugelassenen Institute

Die BaFin weist darauf hin, dass sie Cannabis Software, Cannabis Millionaire und Weed Millionaire keine Erlaubnis gemäß § 32 Kreditwesengesetz (KWG) zum Betreiben von Bankgeschäften oder Erbringen …

EuGH Entscheidung: Mangelhafte Ware muss nicht immer zurückgeschickt werden

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat einmal mehr Verbraucherrechte gestärkt. In einem Grundsatzurteil haben die Richter in Luxemburg entschieden, dass im Internet bestellte Ware nicht in jedem Fa…

Gegenbewegung im DAX

Die Börsen-Bullen haben wieder das Parkett übernommen Der Frankfurter Aktienmarkt hat sich am Freitagmittag fest präsentiert. Allerdings scheint der Rebound nach dem enttäuschenden Donnerstag etwas…

Aktie im Fokus: Lufthansa – Doppelboden jetzt möglich

Wertpapiere der Lufthansa erlebten in den letzten Wochen einen beispiellosen Absturz. Im Bereich der Jahrestiefs aus 2018 könnte die Aktie jedoch einen standfesten Boden gefunden haben. Bis es jedo…

Aktie im Fokus: Airbus – geht es über den Widerstand bei 123,78 Euro?

Während die Aktie des Konkurrenten Boeing in den letzten Wochen deutlich unter die Räder gekommen ist, hält sich das Papier von Airbus vergleichsweise noch recht gut. Zwar stand gestern mit dem sch…