Gold: Die Rally läuft und läuft und läuft…

Das neue Jahr beginnt so wie es 2025 geendet hat: mit Rekorden! Das Edelmetall legte in den ersten beiden Handelswochen gut 6% in Dollar bzw. 9% in Eurorechnung zu und markierte mit 4.640 US-Dollar bzw. 3.987 Euro je Feinunze neue historische Höchststände. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die magische Grenze von 5.000 US-Dollar je Feinunze geknackt wird.

Üblicherweise steigt mit solchen Signalwerten das Interesse an einer Assetklasse nochmals. Doch angesichts des Tempos und Ausmaßes dieser Rally nimmt mit jedem neuen Rekordwert auch das Unbehagen zu hinsichtlich der fundamentalen Rechtfertigung und des Risikos eines Endes durch eine kräftige Korrektur.

Für Gold war 2025 ein historisches Ausnahmejahr und eine Wiederholung erscheint unwahrscheinlich. In Dollarrechnung erzielte das Edelmetall mit einer Performance von 67% das beste Resultat seit Beginn der freien Handelbarkeit und dem Ende von Bretton Woods 1971. Bis dahin führte 2007 mit knapp 31% die Rangliste der Top-Goldjahre an.

Auch in Eurorechnung war der Gewinn 2025 mit 47% außergewöhnlich, gefolgt von 2010 mit gut 38%.

 

 

Schwacher Dollar und Fed Politik treiben Gold weiter an

Die Gründe für diese „goldene Zeitenwende“ sind in einer ungewöhnlichen Kombination aus Zinswende der Fed und niedrigen Realzinsen, einem schwächeren US-Dollar, Käufen von Zentralbanken sowie der Abkehr vom US-Dollar (vor allem in China, Russland und Indien) zu finden.

Darüber hinaus hat die Zunahme geopolitischer Unsicherheiten in Verbindung mit dem schwachen US-Dollar Gold als sicheren Anlagehafen gestärkt und damit noch mehr Kapitalbewegungen und ETF-Zuflüsse sowie ein spekulatives Momentum hervorgebracht, was den Preistrend zusätzlich beförderte.

Natürlich besteht damit das Risiko einer Korrektur in diesem Jahr. Allerdings ist dieses Risiko im gegenwärtigen Umfeld nicht sehr ausgeprägt. Dies wäre zu befürchten, wenn die Opportunitätskosten für Gold wieder deutlich zulegten, also wenn die Fed von ihrem Zinssenkungskurs abrücken und zugleich die Realzinsen klettern würden. In Zeiten steigender Staatsverschuldung wäre das ein politisch schwieriges Unterfangen.

Aktuell sieht es eher so aus, als steuere die US-Geldpolitik mit dem Ende der Amtszeit von Fed-Chef Powell im Mai 2026 auf einen Konflikt mit der Regierung um die Unabhängigkeit der Fed zu. Derzeit will das US-Justizministerium juristisch gegen Fed-Chef Powell vorgehen wegen angeblich zu hoher Baukosten für die Renovierung des Fed-Gebäudes.

Tatsächlich aber verlangt US-Präsident Trump schon seit längerer Zeit deutlich stärkere Zinssenkungen, was jedoch letztlich der Reputation des US-Dollars als Leitwährung Schaden zugefügt hat. Die Annexionspläne gegenüber Grönland oder Militäraktionen in Venezuela bzw. möglicherweise im Iran sind für das Vertrauen in den Dollar nicht unbedingt ausschlaggebend, sondern einzig seine Stellung als Leitwährung sowie wie sich die Anleger weltweit dazu positionieren. Derzeit sind sie eher misstrauisch.

 

 

Ein Gegensteuern – also die Wiedergewinnung von Reputation – wäre möglich, wenn die US-Notenbank mit Zinsanhebungen reagieren würde. Das erscheint unwahrscheinlich. Deshalb rücken die großen Zentralnotenbanken vom US-Dollar als Währungsreserve ab und investieren mangels Alternative in Gold. Dies ist inzwischen nach dem US-Dollar die wichtigste „Reservewährung“ geworden und hat somit den Euro hinter sich gelassen. Auch der Euro ist demnach keine Alternative.

Die Erfolgsgeschichte von Gold ist deshalb noch nicht zu Ende. 2026 ist mit weiteren Rekorden zu rechnen, auch wenn das Tempo des Vorjahres eine Ausnahme bleiben wird.

 

Gold Chart

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