Goldpreis vor 3000-Dollar-Marke , doch Minenbetreiber profitieren (noch) nicht
Nach dem Wahlsieg Donald Trumps noch in eine leichte Korrektur abgebogen, setzte der Goldpreis kurz vor Weihnachten zu einer Rally an, die ihn bis kurz vor die 3.0000-Dollar-Marke führte.
Anfang November noch waren steigende Zinsen aufgrund von Trumps potenziell inflationärer Politik der Grund, aber auch die immer weiter steigende Verschuldung der USA. Gold hing bislang fast immer an der Richtung der realen US-Zinsen. In Zeiten niedriger Zinsen wurde Gold gekauft und umgekehrt.
Doch dieses Verhalten hat sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren etwas geändert.
Steigendes Interesse aus China
Auch die chinesische Notenbank tritt nun wieder als großer Käufer am Markt auf und hat im Januar ihre Reserven den dritten Monat in Folge aufgestockt.
Dies steht im Einklang mit Chinas breiterer Strategie der Diversifizierung weg vom US-Dollar und der Erhöhung des Goldbesitzes auf allen Ebenen der Gesellschaft.
Ein wichtiger Katalysator für chinesische Käufe (Private Haushalte und Notenbank) sind die wirtschaftlichen Turbulenzen im Reich der Mitte. Durch den Einbruch der Immobilien- und Aktienmärkte wurden schätzungsweise 18 Billionen US-Dollar an Haushaltsvermögen vernichtet – eine Wirtschaftskrise, die mit der Großen Rezession von 2008 in den USA und Europa vergleichbar ist.
In der Zwischenzeit sind die Renditen von Staatsanleihen auf ein Rekordtief gefallen, was auf eine sich verschärfende Deflationsspirale hindeutet. In einem Niedrigzinsumfeld wie in China wird damit Gold attraktiver, da die Opportunitätskosten für den Besitz von Gold sinken.
Darüber hinaus wird China wahrscheinlich mit einem massiven Konjunkturprogramm reagieren, um die Deflation zu bekämpfen, was Gold, Silber und anderen Rohstoffen Rückenwind verleihen sollte.
Gold Chart
Attraktive Bewertungen der Minenbetreiber
Vom Goldpreisanstieg konnten Minenbetreiber allerdings bislang nicht so profitieren, wie es in früheren Zyklen der Fall war. Die meisten Aktien notieren zwischen 20 oder gar 50 Prozent unter ihren Höchstständen von 2016 oder 2011. So auch die Aktie von Barrick Gold. Der kanadische Minenbetreiber verfügt derzeit über Reserven und Ressourcen von 89 Millionen Unzen und die Aktie wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 11 gehandelt.
Rein optisch also sehr günstig verglichen mit dem jüngsten Anstieg des Goldpreises.
Barrick konnte im vierten Quartal die Goldproduktion um 15 und die Kupferproduktion um 33 Prozent steigern.
Die Jahresprognosen wurden erfüllt. Darüber hinaus konnten die gesamten Cash-Kosten im Quartal um fünf Prozent gesenkt werden.
Viel spannender für Aktionäre ist aber die Tatsache, dass der operative Cashflow im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar gestiegen ist und der freie Cashflow sich sogar auf 1,3 Milliarden Dollar fast verdoppelt hat.
Damit kommen Aktionäre nicht nur weiter in den Genuss einer Dividende, sondern auch eines erneut aufgelegten Aktienrückkaufprogramms von einer Milliarde Dollar.
Der steigende Goldpreis sollte auch in den kommenden Quartalen die Margen weiter treiben und den Cashflow positiv beeinflussen. Wenn sich an der Börse ein Favoritenwechsel einstellt, könnte diese positive Bilanzposition dann neue Käufer in die Minenaktien locken.
Fazit Gold
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der jahrzehntelange Preistreiber für Gold nicht mehr alleinverantwortlich für die aktuelle Rally ist. Potenzielle Käufer schauen mehr und mehr auf Chinas Privatkundenmarkt sowie auf das Kaufverhalten der Zentralbanken der Schwellenländer wie der People‘s Bank of China.
Sollte die aktuelle Dynamik im Goldpreis anhalten, könnten fallende US-Zinsen dann noch als Katalysator für die Rally dienen und Anleger die positiven Bilanzen der Goldminen-Aktien entdecken, wenn diese es schaffen, die Kosten unter Kontrolle zu halten.
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