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Saudi Arabien und der niedrige Ölpreis

Hanseatic Brokerhouse:  Der Ölpreis befindet sich auf einem 21-Monats-Low

Der Kurs des Crude Oils fällt nun bereits seit über vier Monaten. Eine
Besserung scheint nicht in Sicht. Das 21-Monats-Low bei 79,80 Dollar ist
nach einer kurzen Erholung bereits wieder in Sichtweite. Im gleichen Maße
wie der Ölpreis fällt, sinken auch die Kurse der großen Energiekonzerne wie
Exxon Mobile, Royal Dutch Shell, British Petrol und Chevron (IOC). Diese
international agierenden Konzerne trifft der niedrige Ölpreis besonders
hart, schmälert er doch Ihre Einnahmen. Dagegen stehen auf der
Ausgabenseite immer teurere Investitionen in die Erschließung neuer
Ölfelder oder den Ausbau bestehender. Auf der anderen Seite haben wir nicht
staatliche Ölfirmen wie Chinas CNOOC oder Brasiliens Petrobas, die einem
hohen Marktdruck und Forderungen nach hohen Renditen nicht ausgesetzt sind.

90 Prozent aller bekannten Ölreserven der Welt befinden sich in Hand dieser
sogenannten NOCs. Um den Renditeansprüchen des Marktes gerecht zu werden,
verkaufen einzelne IOC bereits Ölfelder um den Cash-Flow zu stärken. Auf
der anderen Seite kaufen NOC bereits jetzt im großen Umfang IOC Assets.

Saudi Arabiens Förderung bleibt hoch
Stimmen werden lauter, die von einer Verschwörung Saudi Arabiens ausgehen.
So beließ das arabische Land die eigene Förderung trotz sinkender Preise
auf einem hohen Niveau. Eine vom OPEC Mitglied Venezuela einberufene
Sondersitzung zur Fördermengenreduzierung und somit zur Stützung des
Ölpreises, wurde von Saudi Arabien sogar abgelehnt. Nach einer Studie der
Researchabteilung der Deutschen Bank benötigt das südamerikanische Land
einen Ölpreis von mindestens 162 US-Dollar, um seinen Staatshaushalt
zumindest auszugleichen. Länder wie Nigeria, Iran und Russland kommen mit
weniger aus.

Was steckt hinter der Strategie der Saudis?
Das Land verfügt über sehr hohe Devisenreserven von über 450 Milliarden
US-Dollar. Es kann demnach einen niedrigen Ölpreis auf lange Sicht mit
diesen Reserven ausgleichen. Andere Öl fördernde Länder wie Venezuela haben
dieses Polster nicht, oder es schmilzt, wie in Russland zu sehen ist,
rapide dahin. Die ersten Versuche Putins die Ukraine Krise zu reduzieren
zeugen davon. Zumal der Export von Öl und Gas nach China über Pipelines
noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Einige Experten sehen im Vorhaben
der Saudis den Ölhahn offen zu halten das Ziel, sich andere Förderländer
als Mitbewerber langfristig vom Hals zu halten, um später die Preise wieder
deutlich anheben zu können. So auch den neuen Anbietern von Fracking-Öl aus
den USA. Hierbei handelt es sich häufig um kleine Anbieter, die hohe
Kredite aufgenommen haben und somit von einem hohen Ölpreisniveau abhängig
sind.

1
Crude Oil, 1 Stunde, 09.10.14-23.10.14

2
Crude Oil, 1 Tag, 17.10.14-23.10.14

Christoph Janß Hanseatic Brokerhouse Hamburg

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